Nicht nur in Kohlhaus war es am Montagabend zu einem Brand gekommen. In Steinau stand eine Scheune in Flammen.
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Nicht nur in Kohlhaus war es am Montagabend zu einem Brand gekommen. In Steinau stand eine Scheune in Flammen.

Drehleiter kam aus Hünfeld

Zwei Großbrände an nur einem Abend im Kreis Fulda: Feuerwehr machte einen logistischen Spagat

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Die Feuerwehren im Landkreis Fulda hatten am Montagabend alle Hände voll zu tun. Gleich zwei Brände wurden der Leitstelle gemeldet. Das hatte logistische Konsequenzen. 

  • Fast zeitgleich brannte es am Montagabend in Fulda-Kohlhaus und in Petersberg-Steinau.
  • Die Feuerwehr in Petersberg musste wegen des Großbrandes der Lagerhalle umplanen.
  • Beim Brand der Scheune wurde eine Drehleiter aus Hünfeld eingesetzt.

Kohlhaus/Steinau - Ein Lagerhallen-Komplex in Kohlhaus ist am Montagabend in Brand geraten, fast zeitgleich kam es zu einem zweiten Einsatz der Feuerwehr in Steinau: Dort hatte eine Scheune Feuer gefangen. „Wegen der parallelen Ereignisse mussten wir eine Drehleiter einsetzen, die aus Hünfeld kam“, sagt Christoph Möller, Gemeindebrandinspektor von Petersberg. Normalerweise würde man diese aus Fulda ordern, wegen des Großeinsatzes in Kohlhaus sei dies allerdings nicht möglich gewesen.

Dort seien sogar beide verfügbaren Drehleitern im Einsatz gewesen. Dass das jemals so gewesen ist, daran kann sich der Gemeindebrandinspektor nicht erinnern. Länger habe es allerdings trotzdem nicht gedauert, bis das Gerät in Steinau angekommen war. Möller erklärt: „Weil Hünfeld nicht allzu weit von Petersberg entfernt ist, war die Anfahrtszeit nur unwesentlich länger“, sagt der Gemeindebrandinspektor.

Brand einer Scheune in Steinau: Einsatzkräfte hatten bis Dienstagmorgen zu tun

Einen Mangel an Feuerwehrkräften habe es nicht gegeben. „Unsere Feuerwehr ist so gut aufgestellt, dass wir den Brand trotz eines parallelen Großeinsatzes in Fulda bewältigen konnten“, sagt Möller. Insgesamt seien 84 Einsatzkräfte aus Steinau, Steinhaus, Marbach, Margretenhaun und Mitte in der Nacht bei dem Brand in Steinau gewesen.

Ab 4 Uhr morgens habe die Feuerwehr Steinau nochmals mit 13 Einsatzkräften nachgelöscht, am Dienstagmorgen sei schließlich auch das THW der Ortsvereinigung Fulda an der Brandstelle gewesen, um Teile des Scheunendaches zurückzubauen und an die dort gelagerten Hackschnitzel zu gelangen und dort Wasser nachzugeben.

Drei Feuerwehrkräfte wurden beim Brand in Steinau verletzt

Der Einsatz blieb für drei Feuerwehrkräfte nicht folgenlos, wie Möller berichtet. Bei zwei Feuerwehrkräften sei es in der Folge der Löscharbeiten zu Kreislaufschwierigkeiten gekommen. Eine Feuerwehrfrau habe aufgrund der hohen Qualmentwicklung Brandrauch eingeatmet. Dadurch sei der Kohlenmonoxid-Gehalt in ihrem Blut etwas erhöht gewesen. Möller erklärt, dass es in der Nacht noch eine Sondereinheit des Landkreises gegeben habe.

In Fulda-Kohlhaus hatten die Feuerwehr-Leute viel zu tun.

Diese nenne sich Pressluftatmer-Sicherheitseinheit (PAS) und sei darauf spezialisiert, die Atemschutzgeräteträger medizinisch zu überwachen. Sie wurde bei dem Einsatz präventiv eingesetzt. Mittlerweile seien jedoch alle drei Feuerwehrkräfte wieder wohlauf.

Den Grund für die Überwachung der Vitalwerte der Geräteträger durch die PAS nach einem Atemschutzeinsatz, erklärt Möller: „Ein solcher Einsatz ist physisch sehr anstrengend: Einmal durch die große Hitze, zum anderen auch durch die Schutzkleidung, die nicht nur vor Wärme schützt, sondern auch bedingt, dass man viel Flüssigkeit verliert.“

Zum Großbrand des Lagerhallen-Komplexes waren zahlreiche Schaulustige gefahren. Eine Anwohnerin sprach deshalb von „Gafferei“.

Lesen Sie hier: Nur eine Woche nach diesen beiden Bränden hat es auch in Hünfeld und Lauterbach gebrannt. Und: Schockmeldung für die Feuerwehr Hofbieber: Einsatz auf dem eigenen Gelände.

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