Aus dem Bestand der verkauften Franziskaner-Bibliothek vom Frauenberg wird vermutlich eine dreistellige Zahl von Büchern zurückgekauft. Mit dabei: ein 1616 gedrucktes Werk des Kirchenvaters Augustinus.
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Aus dem Bestand der verkauften Franziskaner-Bibliothek vom Frauenberg wird vermutlich eine dreistellige Zahl von Büchern zurückgekauft. Mit dabei: ein 1616 gedrucktes Werk des Kirchenvaters Augustinus.

Kleine Einigung

Bücher-Rückkauf der Fuldaer Franziskaner-Bibliothek: Arbeitsgruppe verhandelte mit dem Leipziger Antiquariat 

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Die Stadt Fulda wird sich am Rückkauf von Teilen der Fuldaer Franziskaner-Bibliothek beteiligen. Für einen fünfstelligen Betrag wird eine überschaubare Menge an Bänden vom Leipziger Antiquariat Bookfarm zurückgeholt, heißt es aus dem Stadtschloss.

Fulda - Die Aktion, an er sich neben der Stadt Fulda auch Sponsoren sowie die Sparkassen-Jubiläumsstiftung beteiligen, war gestartet worden, nachdem im Dezember vergangenen Jahres öffentlich geworden war, dass die Franziskaner-Provinz ihre 100.000 Bände umfassende am Frauenberg lagernde Bibliothek bereits im März 2020 an Bookfarm verkauft hatte.

Daraufhin begann man im Stadtschloss zu reagieren und richtete eine siebenköpfige Arbeitsgruppe ein. Deren Aufgabe war es, im verkauften Bestand für die Region Fulda bedeutende Werke zu identifizieren und Möglichkeiten eines Rückkaufs zu prüfen. Bereits 2020 hatte die Leiterin der Bibliothek des Priesterseminars, Dr. Alessandra Sorbello-Staub aus Mitteln ihres Hauses rund 30.000 Euro aufgewandt, um wichtige Exemplare aus Leipzig zurückzuholen. Sorbello, gehörte mit anderen Fachleuten der Stadtschloss-Arbeitsgruppe an.

Fulda: Bücher-Rückkauf der Franziskaner-Bibliothek - Arbeitsgruppe verhandelte mit Bookfarm

Der Versuch der Stadt, die insgesamt 4000 vor dem Jahr 1800 erschienenen Bände zurückzuerwerben, um so den Bestand der Bibliothek vor der Säkularisation sichern zu können, ist „trotz intensiv geführter Verhandlungen“ gescheitert: Die Preisvorstellungen hätten zu weit auseinander gelegen, berichtet die Stadt.

Stattdessen wird es aller Wahrscheinlichkeit nach eine kleine Lösung geben. Es habe eine Einigung darüber gegeben, „dass unter Federführung der Stadt Fulda weitere Bände, die eine besondere Beziehung zur Stadt-, Regional- und Klostergeschichte aufweisen, mit Vorkaufsrecht und Sonderrabatt erworben werden können“, heißt es.

Bücher-Rückkauf: Geld von Sponsoren, Stadt und der Sparkassen-Jubiläumsstiftung bereitgestellt

Welchen Umfang die kleine Rückkaufaktion hat, ist ebenso wenig endgültig wie die Kosten: Nach Angaben von Pressesprecher Johannes Heller dürfte sich die Zahl der zurückgekauften Bände „im dreistelligen Bereich“ bewegen. Zu den zurückgekauften Büchern wird unter anderem ein im Jahr 1616 in Köln gedrucktes Werk des Kirchenvaters Augustinus gehören. Was die Kosten angeht, bleibt man im Stadtschloss ebenfalls eher vage: Es gehe um einen „mittleren fünfstelligen Euro-Betrag“. Das Geld werde – zu welchen Anteilen ist ebenfalls noch offen – von Sponsoren, der Stadt und der Sparkassen-Jubiläumsstiftung bereitgestellt.

Bookfarm-Chef Sebastian Seckforth bescheinigt der fuldischen Arbeitsgruppe „hohes Engagement“. Bookfarm hatte die Bücher aus Fulda aufwändig digital katalogisiert und so das Durchsehen des Bestands vereinfacht. Während der Verhandlungen hatte Bookfarm den Verkauf von Büchern aus der Frauenberg-Bibliothek gestoppt. „In ein, zwei Monaten wollen wir sie wieder anbieten“, sagte Seckforth auf Anfrage. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) spricht von einer „gemeinsamen Kraftanstrengung“ und dankt allen, die sich an der „konzertierten Aktion“ beteiligt haben.

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