Ronny Günkel legt im Rathaus Wert auf gute Zusammenarbeit. Im Bürgerbüro sind Beate Spiegel-Schäfer (links) und Katharina Lubosz für den Bereich Tourismus zuständig.
+
Ronny Günkel legt im Rathaus Wert auf gute Zusammenarbeit. Im Bürgerbüro sind Beate Spiegel-Schäfer (links) und Katharina Lubosz für den Bereich Tourismus zuständig.

60- bis 70-Stunden-Woche

Bürgermeister Ronny Günkel 100 Tage im Amt: Ulsterwelle soll attraktiver werden

  • Rainer Ickler
    VonRainer Ickler
    schließen

Viele neue Erfahrungen hat Ronny Günkel (CWE) in den ersten 100 Tagen im Amt des Rathauschefs gemacht. Vor allem, dass ein Bürgermeister für alles zuständig ist, und er eine 60- bis 70-Stunden-Woche hat.

Hilders - In seinem vorigen Job bei der Polizei gab es klare Abgrenzungen für die Aufgabenbereiche und Tätigkeiten. Jetzt ist alles anders. Ob Hochwasser, Ulsterwelle, die Friedhöfe, Mülltonnen, die Kläranlage, schlechte Straßen oder Bauplätze – der Bürgermeister sollte alles wissen und am besten den Bürgern, die Fragen haben, helfen können.

Selbst beim Schwimmen am Feierabend wird er auf Probleme angesprochen. „Ich möchte den Bürgern die Gelegenheit geben, ihre Belange vorzutragen, doch ich kann nicht alle Wünsche erfüllen“, sagt er. Günkel ist für alle Hilderser telefonisch oder auch persönlich erreichbar, wenn sie ein Anliegen haben. „Aber ich empfehle, dass sie sich vorher anmelden.“

Denn der neue Rathauschef ist viel unterwegs, um alle Ortsteile kennenzulernen und sich mit der Gemeinde und den Einrichtungen vertraut zu machen. „Ich mache viele Vor-Ort-Termine“, sagt der 45-Jährige. „Ich will wissen, was die Bürger bedrückt.“ (Lesen Sie hier: Dienstälteste Bürgermeisterin im Kreis Fulda hört auf)

Fulda: Bürgermeister Ronny Günkel 100 Tage im Amt - 70-Stunden-Woche

Das Hochwasser nach Starkregenereignissen traf Hilders im Kreis Fulda in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit drei Mal. Natürlich waren die Schäden nicht mit den Ausmaßen in Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz vergleichbar, erklärt er. Aber vollgelaufene Keller oder Wohnungen, verstopfte Gräben oder beschädigte Feldwege sind Probleme.

Und die Bürger erhoffen sich Unterstützung von der Gemeinde. Oder die Ulsterwelle: Von außen sieht alles gut aus. Doch das kombinierte Frei- und Hallenbad ist schon in die Jahre gekommen und es gab auch schon in seiner kurzen Bürgermeisterzeit Probleme: Ob die Lecks im Becken oder undichte Stellen im Duschbereich. Erster Ansprechpartner ist der Bürgermeister. Und von ihm werden Lösungen erwartet.

Beim Thema Ulsterwelle, für die Hilders fast eine Million Euro vom Landkreis Fulda erhält, hat der neue Rathauschef schon Pläne, wie er die Attraktivität steigern könnte. Dabei soll die Reha, die Familien und die Sauna stärker in den Blick genommen werden. Das alles kostet Zeit. Und so schätzt Günkel, dass er an die 70 Stunden die Woche arbeitet und das an sieben Tagen.

„Ich muss mich erst mal überall rein arbeiten“, begründet er den großen Aufwand. Für die Zukunft hat er sich vorgenommen, am Wochenende keine Akten zu wälzen, sondern sich den repräsentativen Aufgaben zu stellen. Die habe es bislang coronabedingt so gut wie nicht gegeben.

Ulsterwelle soll attraktiver werden - Reha, Familien und Sauna stärker im Blick

Wichtig ist Ronny Günkel eine gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern im Rathaus. „Wir haben hier offene Türen“, sagte er. Das sei auch für ihn gut, der noch viel nachfragen müsse. Diese besondere Kultur mache ihn froh. Dazu gehört auch das kollegiale Du untereinander. „Ich glaube nicht, dass das Duzen dazu führt, dass der Respekt verlorengeht“, ist er überzeugt. Vielmehr wünscht er sich, dass das gute Miteinander zu besserer Leistung führt.

„Wer sich wohlfühlt, ist auch mehr motiviert“, ist Günkel überzeugt. Auch die Zusammenarbeit mit seinen beiden Bürgermeisterkollegen aus dem Ulstertal, mit Peter Kirchner aus Ehrenberg und Mario Dänner aus Tann, ist gut. „Mit Mario war ich sogar im Lateinunterricht in der Ulstertalschule“, erzählt er. Es sei ein beruhigendes Gefühl, bei den Kollegen im Tal nachfragen zu können, wenn sich Probleme auftun.

Zudem bilden die drei Gemeinden zusammen den Gemeindeverwaltungsverband. „Da muss man eng zusammenarbeiten.“ (lesen Sie auch: Ausstellung über Hexenverfolgung in Tann). „Die Arbeit macht Spaß, sie ist vielfältig, auch wenn man sich manchmal ärgern muss“, fasst er seine ersten Eindrücke zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren