Am 30. September 2022 ist der letzte Arbeitstag von Brigitte Kram.
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Am 30. September 2022 ist der letzte Arbeitstag von Brigitte Kram.

Ebersburg

Dienstälteste Bürgermeisterin im Kreis Fulda hört auf: Brigitte Kram gibt aber ein Versprechen

  • Rainer Ickler
    VonRainer Ickler
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Paukenschlag am Ende der Gemeindevertretersitzung. Die Ebersburger Bürgermeisterin Brigitte Kram (CDU, 52) kündigte an, dass sie im kommenden Jahr nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung steht. 24 Jahre lang 60- bis 70-Stunden-Wochen seien genug.

Ebersburg - Die 52-jährige Kram ist mittlerweile im Kreise der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Landkreis Fulda die dienstälteste. Sie wurde als 29-Jährige zum ersten Mal gewählt, war damals jüngste Rathauschefin in Hessen und ist mittlerweile in ihrer vierten Amtsperiode. Diese endet am 30. September 2022.

„Ich habe mich zu diesem Schritt entschlossen, damit es alle frühzeitig wissen und für die Zukunft der Gemeinde Ebersburg geplant werden kann.“ Die Parteien und die Verantwortlichen könnten frühzeitig überlegen, wie es weitergehen soll, sagte sie.

Fulda: Dienstälteste Bürgermeisterin hört auf - gibt aber ein Versprechen

Sie habe in den bislang 23 Jahren ihrer Amtszeit in allen Kommunen des Landkreises neue Bürgermeisterinnen und Bürgermeister kommen und gehen sehen. Sie sei fast eine Generation lang Bürgermeisterin, sagte sie. Und der Job sei sehr anstrengend, erklärte sie gegenüber unserer Zeitung. 60- bis 70-Stunden-Wochen seien nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Das sei alles sehr arbeitsintensiv gewesen.

Das heißt aber nicht, dass sie kürzertreten will. Kram wolle in den kommenden 14 Monaten keine „lahme Ente“ sein wie viele Politiker am Ende ihrer Dienstzeit, sondern noch vieles, das sie angestoßen hat, umsetzen. Die Liste ist lang. Das reicht von dem neuen Gewerbegebiet, das innovativ vermarktet werden soll, über die vielen Neubaugebiete, Hochwasserschutzkonzepte für die Gemeinde, energetische Sanierungen bis hin zur Digitalisierung im Rathaus. „Mir ist es immer wichtig gewesen, wie wir die Gemeinde lebendig halten können“, sagt die 52-Jährige. An dieser Zielsetzung will sie bis September 2022 arbeiten. (Lesen Sie hier: Natur- und Bauernhof-Kindergarten in Ebersburg geplant)

„Ich habe fast nur mit roten Zahlen gekämpft.“ Jetzt verzeichne die Gemeinde seit einigen Jahren Überschüsse und sei handlungsfähig. Viele Projekte seien angestoßen und umgesetzt worden. Das soll weitergeführt werden. „Wir können Ideen und Visionen entwickeln.“ Bei der Umsetzung sollen Bürger, aber auch die Gremien mitgenommen werden. Sie freut sich, dass es seit vielen Jahren in den gemeindlichen Gremien eine konstruktive Diskussionskultur gebe, die mitgeholfen habe, vieles umzusetzen.

Auf die faule Haut werde sie sich nach Ende ihrer Dienstzeit nicht legen. Sie könne sich gut vorstellen, sich ehrenamtlich einzusetzen. Das dürfe man nicht nur als Bürgermeisterin fordern, sondern müsse man auch selbst umsetzen.

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