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Bürgermeisterwahl in Ebersburg: Zwei CDU-Mitglieder treten gegeneinander an

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Von: Jessica Vey

Luzian Hamm (links) und Benjamin Reinhart werden am 24. April gegeneinander antreten.
Luzian Hamm (links) und Benjamin Reinhart werden am 24. April gegeneinander antreten. © Isabelle Zellmer; privat

Seit Montagabend, 18 Uhr, stehen die Bewerber für die Bürgermeisterwahl am 24. April in Ebersburg fest: Benjamin Reinhart und Luzian Hamm treten gegeneinander an. Beide sind CDU-Mitglieder. 

Ebersburg - Die Frist ist abgelaufen und zwei Bewerbungen liegen vor, teilte Bürgermeisterin Brigitte Kram (CDU) als Wahlleiterin am Montagabend mit. Kram tritt nach 24 Jahren als Gemeindeoberhaupt auf eigenen Wunsch nicht mehr an. Am 24. April wird ihr Nachfolger gewählt.

Die Ebersburger haben die Auswahl zwischen zwei Männern aus der Gemeinde. Benjamin Reinhart (45) ist Polizist und lebt mit Ehefrau und Tochter in Thalau. Luzian Hamm (47) arbeitet als gelernter Bankkaufmann bei der Deutschen Bank. Er ist verheiratet, dreifacher Vater und wohnt in Ried. Reinhart ist aktuell CDU-Fraktionsmitglied, Hamm für die Christdemokraten im Gemeindevorstand tätig.

Fulda: Bürgermeisterwahl in Ebersburg - Das sind die Kandidaten

Eines steht damit fest: Ebersburg wird auch nach dem Ende der Ära Brigitte Kram ein Gemeindeoberhaupt aus den Reihen der CDU bekommen. Doch zwei Kandidaten derselben Partei, geht das überhaupt? „Ja“, sagt Bastian Zellmer, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Ebersburg. Er weist darauf hin, dass Benjamin Reinhart als Parteiunabhängiger antritt, also ohne die Unterstützung der CDU. Diese wiederum hat Luzian Hamm als ihren Bewerber nominiert.

Wieso kam es nicht zu einer Kampfabstimmung innerhalb der Partei? So läuft es üblicherweise ab und so war es im Jahr 1998, als Brigitte Kram - damals noch mit ihrem Mädchennamen Erb - sich in der CDU-internen Abstimmung gegen Jürgen Zellmer durchsetzte, erinnert sich dessen Sohn Bastian zurück. Jürgen Zellmer war schließlich als Erster Beigeordneter bis 2011 Krams Stellvertreter.

Bei der Suche nach einem Kandidaten habe der CDU-Vorstand zwar sowohl mit Benjamin Reinhart als auch mit Luzian Hamm Gespräche geführt, zu diesem Zeitpunkt habe Reinhart aber noch kein Interesse an einer Kandidatur bekundet, erklärt Zellmer. „Als er sich doch zur Bewerbung entschloss, hatten wir uns im Vorstand bereits einstimmig für Luzian Hamm ausgesprochen.“

Ebersburger CDU könnte Benjamin Reinhart aus der Partei werfen

Reinhart hatte der CDU mitgeteilt, dass er trotzdem antreten wird. „Er hat uns das fairerweise angekündigt und wir haben offen darüber gesprochen, ob das sinnvoll ist“, erklärt Bastian Zellmer. Sogar in der Mitgliederversammlung, in der sein Konkurrent nominiert werden sollte, hat der 45-Jährige sich und sein Programm vorgestellt und Fragen der CDUler beantwortet. Man kam zu dem Schluss: Zwei Bewerber mit demselben Parteibuch, das geht. „Das ist ein demokratischer Prozess und sein gutes Recht“, so Zellmer.

Laut Satzung der CDU Hessen könnten die Ebersburger Christdemokraten Reinhart aus der Partei werfen. Dort heißt es: „Parteischädigend verhält sich, wer als Mitglied der CDU gegen auf einer Mitgliederversammlung nominierte Kandidaten bei der Wahl als Bewerber auftritt.“ Daran möchte der Vorsitzende nicht denken, im Gegenteil. Im besten Falle sollen ja Gewinner und Verlierer nach der Wahl weiterhin für Ebersburg zusammenarbeiten, sagt er.

Letztlich stehe die Unterstützung durch eine Partei nicht an erster Stelle. „Eine Bürgermeisterwahl ist hauptsächlich eine Personenwahl. Es geht vorrangig um Sach- und nicht um Parteipolitik“, sagt der CDU-Vorsitzende. „Wir wollen keine Grabenkämpfe und keine Schlammschlacht, sondern einen fairen Wahlkampf.“ Im Sinne von: „Möge der Bessere gewinnen.“

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