Das Angebot der Linie 6 will die Stadt ausweiten und dadurch das Gewerbegebiet Lehnerz anbinden. Und auch der Ausbau der digitalen Anzeigetafeln soll weitergehen.
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Das Angebot der Linie 6 will die Stadt ausweiten und dadurch das Gewerbegebiet Lehnerz anbinden. Und auch der Ausbau der digitalen Anzeigetafeln soll weitergehen.

Zweite Stufe beginnt

Busse sollen in Fulda samstags länger fahren - Stadtpolitik weiter unzufrieden mit Nahverkehrsplan

  • Eike Zenner
    vonEike Zenner
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Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember will die Stadt Fulda weitere Verbesserungen im Stadtbusverkehr erreichen. Politik und Verwaltungsspitze sehen die RhönEnergie gefordert.

Fulda - Der Nahverkehrsplan sorgt in Fulda neun Monate nach Inkrafttreten weiter für Diskussionen. Vor allem die Opposition ist unzufrieden mit dem ÖPNV-Angebot in Stadt. Im Dezember will die Stadtspitze die zweite Umsetzungsstufe anpacken. Mit dem Fahrplanwechsel sollen weitere Verbesserungen erreicht werden.

Konkret sind zwei größere Maßnahmen vorgesehen: Das Gewerbegebiet Lehnerz soll über die Linie 6 an das Stadtbusnetz angebunden werden – und zwar durch die sogenannten Verstärkerbusse, die zur Hochschule fahren. Und an Samstagen sollen die Busse spätabends zwei Stunden länger verkehren – also bis etwa 1 Uhr. Hinzu kommen in Abstimmung mit den Gemeinden Künzell und Petersberg Verbesserungen auf den Linien 4, 5 und 2. Und auch der barrierefreie Ausbau von Haltestellen und des digitalen Fahrgastinformationssystems soll weitergehen. „Trotz Corona wollen wir Wort halten und weiter in den ÖPNV investieren“, sagt Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos), der erst kürzlich als Stadtbaurat wiedergewählt wurde.

ÖPNV in Fulda: Busse zu früh unterwegs und schlechtes Marketing

Im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr ist der Nahverkehrsplan unlängst beraten worden. Dabei äußerten die Fachpolitiker der Fraktionen eine Reihe von Kritikpunkten, die die Stadtverwaltung an die RhönEnergie adressieren will. Der Energieversorger kümmert sich im Auftrag der Stadt um den Stadtbusverkehr.

Es komme immer wieder vor, dass Busse zu früh abführen, also vor dem Fahrplan unterwegs seien, monierte etwa Michael Gehring (CDU). Und Knut Heiland (Grüne) bemängelte: „Das Marketing für den ÖPNV ist schlecht.“ Auch gute Angebote – wie die Ausdehnung der Bedienzeiten an Adventssamstagen – würden nicht hinreichend beworben. Handlungsbedarf sehen die Stadtpolitiker auch beim Beschwerdemanagement und der Informationspolitik. Bauarbeiten oder kurzfristige Änderungen der Linienführung würden an Haltestellen und Busbahnhöfen nicht ausreichend kenntlich gemacht.

Schreiner: Das Beschwerdemanagement muss die RhönEnergie leisten

Stadtbaurat Schreiner sagte, er wolle sich der Kritik annehmen. Und er fand im Ausschuss deutliche Worte. „Dass Busse zu früh abfahren, geht gar nicht“, sagte der Stadtbaurat. Und: „Das Beschwerdemanagement muss die RhönEnergie leisten.“ Gleiches gelte für den Bereich Marketing.

Der Ausschuss hat die Planungen der Stadtspitze mit breiter Mehrheit gebilligt – auch wenn gerade SPD und Grünen die angekündigten Neuerungen nicht weit genug gehen. „Es gibt viel Nachholbedarf bei dem Thema. Der Ausbau geht einfach viel zu langsam“, kritisierte der SPD-Stadtverordnete Hans-Joachim Tritschler. Stadtbaurat Schreiner betonte: „Man kann immer sagen, es muss mehr sein und schneller gehen, aber wir müssen auch auf die Wirtschaftlichkeit schauen.“

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