Ehrenamtliche der Caritas und der Innenstadtpfarrei stellen sicher, dass der Essenswagen bis zum März stets besetzt ist.
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Ehrenamtliche der Caritas und der Innenstadtpfarrei stellen sicher, dass der Essenswagen bis zum März stets besetzt ist.

Projekt bis März

Essen für Bedürftige: Caritas Fulda verteilt im Food-Truck warme Mahlzeiten

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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„Essen auf Rädern“ – damit verbinden wir normalerweise einen Bringdienst, der Menschen zu Hause mit warmen Mahlzeiten versorgt. Für ihren „Hot Truck“ hat die Caritas coronabedingt die Idee umgedreht: An dem Wagen können Bedürftige sich an jedem Werktag gratis eine warme Mahlzeit abholen.

Fulda - „Wir wollen mit unserem neuen Angebot da sein, wo die Menschen sind, für die wir auch sonst da sind.“ So beschreibt Susanne Saradj, Geschäftsführerin des Regional-Caritasverbands Fulda und Geisa, die Idee, die hinter dem Foodtruck steht. Aufgrund der Corona-Pandemie sind derzeit beispielsweise die Bahnhofsmission und die Vinzenzküche, sonst wichtige Anlaufstellen für Obdachlose und andere Bedürftige, geschlossen, und auch in der TagesstätteHaus Jakobsbrunnen“ ist der Betrieb eingeschränkt. „Daher haben wir uns entschieden, auf die Straße zu gehen“, sagt Saradj.

Vor rund drei Wochen hatte sie die Idee gehabt. Nach Gesprächen innerhalb der Caritas fiel die Entscheidung, das Projekt anzupacken. Rasch fand man mit der Firma Nelles Catering einen Partner, der mit dem Foodtruck die notwendige Technik stellen konnte. Mit dabei ist auch die Innenstadtpfarrei. „Es geht ja auch um die Menschen, die in Nicht-Corona-Zeiten häufig bei uns im Pfarrbüro stehen – und die haben wir als Gemeinde natürlich auch im Blick“, so Stadtpfarrer Stefan Buß. Rund 20 der insgesamt 60 ehrenamtlichen Helfer, die das Projekt ermöglichen, kommen aus den Reihen der Innenstadtpfarrei. (Lesen Sie hier: Vier Fuldaer rufen Hilfsaktion für Bedürftige ins Leben)

Caritas Fulda verteilt im Food-Truck warme Mahlzeiten an Bedürftige

„Völlig problemlos“ sei die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt der Stadt gewesen, berichtet Saradj. Man habe natürlich ein Hygienekonzept erarbeitet und das gemeinsam durchgesprochen und verfeinert. In der Praxis sieht das so aus, dass die Kunden einzeln an den Wagen herantreten und sich, bevor sie zum Tresen gehen, die Hände desinfizieren. Dann füllt das Team im Wagen die Mahlzeit in die bereitstehenden Styroporbehälter, die dann gleich mit Alufolie versiegelt werden.

Dezember bis März

Bis Ende März bietet die Caritas werktags zwischen 12 und 13 Uhr Menschen in Fulda eine warme Mahlzeit an. Montags, mittwochs und freitags macht der Wagen an der Stadtpfarrkirche Station, dienstags und donnerstags am „Haus Jakobsbrunnen“ (Kronhofstraße/Tränke). Die Mahlzeiten werden in Styroporschalen verpackt und mit Folie verschlossen.

Die Ausgabe des Essens erfolgt ohne formale Bedürftigkeitsprüfung. „Wer sich ein warmes Essen abholen möchte, der ist uns willkommen“, sagt Susanne Saradj. Und wer etwas geben wolle: Eine Spendendose stehe bereit.

Corona verbietet Essen direkt am Food-Truck

Die Mahlzeiten werden in der Küche des Mutterhauses zubereitet. Was es gibt, wird nicht im Voraus verraten: „Das ist jeden Tag eine Überraschung“, sagt Saradj. Erst eine kleine Tafel auf dem Tresen verrät, was es gibt. Gestern haben Stephanie Kredig und Brigitte Heimes „Geschnetzeltes ,Gärtner Art‘ vom Schwein mit Spiralnudeln“ an die Kunden abgegeben – und Obst zum Nachtisch gab es auch noch. „Das ist prima“, sagte einer der Abnehmer: „Das pack ich mir zu Hause in zwei Portionen und mach mir den Rest abends noch mal warm.“

Denn die Mahlzeit gleich am Truck zu genießen, ist nicht erlaubt. Das ist Teil der Ordnungsamt-Auflagen: Um vermeidbare Nähe zu vermeiden, muss das Gericht an anderer Stelle verzehrt werden. So wird das „Essen auf Rädern“ noch einmal ein Stück weiter transportiert. „Die meisten unserer Kunden haben ja eine Wohnung. Und man kann auch ins ,Haus Jakobsbrunnen‘ gehen und sich beim Essen ein wenig aufwärmen“, sagt Saradj.

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