Die Kreis-CDU sucht nach einem passenden Koalitionspartner. (Symbolfoto)
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Die Kreis-CDU sucht nach einem passenden Koalitionspartner. (Symbolfoto)

Erstes Treffen Ende Mai

CDU muss sich Mehrheiten stricken: Union im Kreis Fulda beginnt Gespräche mit möglichen Koalitionspartnern

  • Andreas Ungermann
    vonAndreas Ungermann
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Ein bisschen Zeit haben die Kreispolitiker: Erst am 31. Mai tritt der Fuldaer Kreistag erstmals zusammen. „Bis dahin soll klar sein, mit welcher Mehrheit wir regieren wollen“, sagt Thomas Hering, neuer Fraktionschef der Kreis-CDU.

Fulda - Die Kreistagswahl war enttäuschend für die CDU in Fulda: Die Union büßte 2,4 Prozent ein, das bisherige Regierungsbündnis mit der CWE verlor die Mehrheit. „Jetzt sprechen wir mit allen demokratischen Fraktionen. Am nächsten Dienstag beginnen die Gespräche, und zwar mit der nach der CDU zweitstärksten Fraktion, der SPD“, berichtet Hering.

Danach gebe es Gespräche mit Grünen, CWE und FDP und den ganz kleinen Gruppen, die mit einem oder zwei Abgeordneten in den Kreistag in Fulda einziehen, berichtet der Fraktionsvorsitzende. „Wir sprechen mit jeder der demokratischen Fraktionen mit der gleichen Ernsthaftigkeit. Wir haben keinen Favoriten“, äußert der Landtagsabgeordnete, der die CDU als Spitzenkandidat in die Kreistagswahl geführt hatte und dann – nach dem Bundestagsabgeordneten Michael Brand – das zweitbeste Einzelergebnis holte. Klar sei, dass es mit Extremisten von rechts und links keine Kooperation geben werde.

Fulda: CDU sucht nach enttäuschender Kreistagswahl Koalitionspartner

Hering ist neu im Fuldaer Kreistag. Die Gespräche mit den anderen Fraktionen werden trotz Corona nicht per Videokonferenz, sondern Auge in Auge in kleinen Gruppen geführt. „Ich freue mich auf das Kennenlernen der Kollegen“, sagt Hering. Noch stehen nicht alle Termine fest. Die CDU will die ersten Gespräche idealerweise in der nächsten Woche, spätestens in der übernächsten Woche führen. Danach will sich die Verhandlungsgruppe der CDU mit der restlichen Fraktion treffen und das weitere Vorgehen besprechen.

„Wie wir Mehrheiten im Kreistag organisieren, müssen wir sehen. Eine feste Koalition – mit welchem Partner oder welchen Partnern auch immer – ist ebenso möglich wie Kooperationen entlang von Sachfragen“, erklärt Hering. Die Union sieht er in einer komfortablen Situation: „Als mit Abstand stärkste Fraktion haben wir den Auftrag, Mehrheiten zu finden. Wir brauchen Partner. Aber ohne die CDU geht es auch nicht.“

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Die CDU ist von einer Mehrheit gar nicht so weit entfernt. Von 81 Mandaten hat sie 36 geholt. Würden CDU und CWE weiter kooperieren, reichte als zusätzlicher Partner eine Gruppe mit einem Abgeordneten. Auch mit der FDP (5 Sitze) würde es für die CDU zu einer knappen Mehrheit reichen. Von den Mehrheitsverhältnissen komfortabler wären Koalitionen der CDU mit der SPD oder den Grünen.

Rote und Grüne dürften als Preis für eine Koalition vermutlich die Position eines hauptamtlichen Beigeordneten fordern. Das wird die CDU als hohen Preis ansehen, denn noch nie seit der Gebietsreform 1972 gab es im Fuldaer Kreisausschuss ein hauptamtliches Mitglied, das nicht der CDU angehörte.

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