Rhönschafe
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Rhönschafe könnten in Zukunft auch im Stadtgebiet Fulda weiden - dann aber als „Stadtschafe“.

Landesgartenschau-Gelände

Bio-Rasenmäher für die Stadt? CDU will „Stadtschafe“ in Fulda 

  • Sabrina Mehler
    VonSabrina Mehler
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In Fulda könnten bald knuffige „Bio-Rasenmäher“ die städtische Grünflächenpflege übernehmen. Die CDU-Fraktion hat in einem Haushaltsantrag angeregt, auf ausgesuchten Flächen „Stadtschafe“ weiden zu lassen.

Fulda - Was sich erst einmal wie ein Aprilscherz anhört, ist bei näherer Betrachtung eine durchaus ernstzunehmende Maßnahme. Wenn es nach der CDU-Fraktion in Fulda geht – sowie den anderen Fraktionen, die im Ausschuss für Bauwesen, Klimaschutz und Stadtplanung einstimmig dem Antrag zugestimmt haben –, dann soll künftig auf mehreren Flächen im Stadtgebiet ein Beweidungskonzept mit „Stadtschafen“ erprobt werden.

Die geplante Neuausrichtung des Umweltzentrums und des Heimattiergartens ermögliche regionaltypische Arten von Beweidung mit Schafen, heißt es in dem Antrag der Christdemokraten. Eine Kooperation mit diesen beiden Einrichtungen sei daher anzustreben. Für das Konzept sollen 20.000 Euro in den Haushalt für 2022 eingestellt werden.

Fulda: CDU will „Stadtschafe“ als Bio-Rasenmäher

Bei Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) trifft dieses Anliegen auf offene Ohren. Während der Ausschusssitzung erinnerte er an das Landesgartenschau-Gelände mit dem „Garten am Sprengelsrasen“ in Richtung Fulda-Galerie, wo die Schafe nach der Großveranstaltung im Jahr 2023 grasen könnten: „Das wäre natürlich super.“ Allerdings müsse sich die Stadt nach einem Schäfer umschauen, der zum Beispiel Rhönschafe zur Verfügung stellt. (Lesen Sie auch: „Das Rhönschaf-Genießerkochbuch“ vorgestellt - Wirte steuern Rezepte bei)

Zudem reiche eine einzige Fläche nicht aus, weitere Grünflächen müssten in das Konzept aufgenommen werden, damit sich das ganze Projekt auch rentiert. Peter Bleuel (CDU) wusste zu berichten, dass für die Weidetierhaltung Förderprogramme in Anspruch genommen werden könnten.

Auch die weiteren Fraktionen stimmten dem Antrag zu. Ute Riebold (Fraktion Die Linke.Die Partei) ließ die Gelegenheit jedoch nicht ungenutzt, augenzwinkernd zu erklären: „Ich finde ja eigentlich, dass es hier in der Stadt Fulda schon zu viele Schafe gibt. Aber das Konzept ist gut.“

In Fulda könnten künftig „Stadtschafe“ auf ausgewiesenen Flächen weiden

Was in der Innenstadt von Fulda bald Aufsehen erregen könnte, ist andernorts im Landkreis bereits gang und gäbe: Auf der Dalherdaer Kuppe sind die Landschaftspfleger auf vier Beinen ebenso wie am Weinberg in Hünfeld oder am Truppenübungsplatz in Wildflecken unterwegs. Insbesondere dort, wo Landwirte mit ihren Maschinen nur schwer hinkommen, sind Schafe oder auch Ziegen dafür prädestiniert, die Wiesen kurz zu halten und an Büschen zu knabbern. In Wildflecken soll allerdings ein Wolf mehrere Schafe und Ziegen gerissen haben.

Auch wenn die Bio-Rasenmäher meist im ländlichen Gebiet die Wiesen pflegen, gibt es in Deutschland tatsächlich auch „Stadtschafe“, zum Beispiel in Berlin, wo sie in Parks, Sportstadien und auf dem Tempelhofer Feld weiden.

Video: 300 Schafe legen Stadt lahm

Auch in Nürnberg pflegen Schafe die besonders wertvollen Wiesen der Stadt, ebenso wie in Köln auf den Poller Wiesen direkt am Rhein sowie in Potsdam auf dem schönen Gelände von Sanssouci.

Gut möglich also, dass die knuffigen und fleißigen Tiere bald auch durch das Stadtgebiet von Fulda ziehen und sich am Grün von Schlossgarten, Aueweiher oder Frauenberg laben.

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