Pfarrer Jörg Scheer
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Freut sich auf neue Aufgaben: Pfarrer Jörg Scheer verlässt Ludwigsau und wechselt Anfang November an die Christuskirche nach Fulda.

Wechsel zur Christuskirche

Vom idyllischen Dorf geht es für Pfarrer Jörg Scheer in die „Boomtown“ Fulda

Prägende Jahre hat die Familie Scheer in Friedlos erlebt. Mehr als 19 Jahre war Jörg Scheer hier Pfarrer. Jetzt zieht es nach Tochter Johanna und Ehefrau Dagmar auch Jörg Scheer nach Fulda, wo er am 1. November Pfarrer an der Christuskirche wird.

Fulda - „Ich finde es reizvoll, noch mal für zehn Jahre etwas Neues zu wagen“, sagt Jörg Scheer. Dabei fällt ihm der Abschied nicht leicht. Als die Familie im Juni 2001 nach Ludwigsau zog, waren die die große Tochter Elisabeth vier Jahre alt und Johanna, die jüngere, ein Jahr. „Für die Mädchen ist Ludwigsau Heimat, sie sind hier aufgewachsen, in den Kindergarten und zur Schule gegangen, haben Freundschaften geschlossen“, ist sich Scheer bewusst.

Auch er selbst habe jetzt genauso lange in Friedlos gelebt wie in seinem Herkunftsort Motzfeld, sagt er. In fast zwei Jahrzehnten hätten sich viele Beziehungen zu den Menschen entwickelt. „Wir sind gemeinsam älter geworden und ein Stück Wegs zusammen gegangen.“ Er fand es schön, wenn er ehemalige Konfirmanden trauen und schließlich deren Kinder taufen durfte und er weiß, dass manch ein Ludwigsauer traurig ist, weil er diesen gemeinsam Weg gerne fortgesetzt hätte.

Pfarrer Jörg Scheer: Ach Ehefrau Dagmar und Tochter Johanna sind in Fulda tätig

Mit dem Stellenwechsel folgt Jörg Scheer nicht in erster Linie einem eigenen Bedürfnis. Die Neuorientierung hat auch mit der Strukturreform der Kirche zu tun. Denn die halbe Stelle von Pfarrerin Dagmar Scheer in Bad Hersfeld wäre 2024 weggefallen. Sie wechselte inzwischen zur Telefonseelsorge nach Fulda. Als dann die Stelle an der Christuskirche in Fulda frei wurde, bewarb sich auch Jörg Scheer in die Barockstadt. Tochter Johanna besucht ohnehin schon in Fulda ein Berufsbildungsprojekt beim antonius Netzwerk Mensch.

Gottesdienst

Seinen Antrittsgottesdienst hält Pfarrer Jörg Scheer am Sonntag, 6. Dezember, um 10 Uhr, in der Christuskirche in Fulda.

Der Umzug wird sich für die Familie Scheer allerdings noch ein wenig verzögern. Ihr zukünftiges Heim hatte einen Wasserschaden und die Wände sind noch nicht getrocknet, erläutert Scheer. Dann jedoch heißt es, vom idyllischen, ruhigen Dorf mitten in die Stadt zu ziehen. Leben und arbeiten in einem katholisch geprägten Umfeld direkt in der Innenstadt mit nur einer Kirche – auch das findet Jörg Scheer interessant. Fulda ist eine „Boomtown“, ist er überzeugt. Dort gebe es mehr Taufen als Beerdigungen, freut er sich. Im Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg sei es seit Jahren umgekehrt.

„Kirche ist wie ein immer gärender Sauerteig. Das ist nichts Statisches und verlangt auch von den Mitarbeitern die Bereitschaft zur ständigen Veränderung“, sagt Jörg Scheer. Den Umstrukturierungsprozess in Ludwigsau hat er allerdings als kraftraubend empfunden und auch wahrgenommen, dass in den Gemeinden viele Menschen unglücklich waren. Die Tanner und Biedebacher hätten sich aber schnell an die neue Situation gewöhnt.

Pfarrer Fried-Wilhelm Kohl hatte in diesem Jahr die Gemeinde der Fuldaer Christuskirche verlassen - nach mehr als 25 Jahren Tätigkeit. 

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