Die angedachte „City-Bahn“ in Fulda könnte teilweise die Bahnstrecke der Vogelsbergbahn nutzen, die aus Richtung Lauterbach kommt.
+
Die angedachte „City-Bahn“ in Fulda könnte teilweise die Bahnstrecke der Vogelsbergbahn nutzen, die aus Richtung Lauterbach kommt.

Prüfung durch RMV

Bekommt Fulda eine „City-Bahn“? Diese Haltestellen im Stadtgebiet kämen infrage

  • Sabrina Mehler
    VonSabrina Mehler
    schließen

Die Stadt Fulda wünscht sich im Gebiet zwischen Industriepark West und Bronnzell eine „City-Bahn“ mit mehreren Bahnhaltepunkten. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) wird diese Möglichkeit in den kommenden Monaten prüfen.

Fulda - Wenn es nach der Stadt geht, dann könnten in naher Zukunft verschiedene Punkte im Stadtgebiet an das Schienennetz angebunden werden. Ziel ist, „eine schnelle, attraktive ÖPNV-Achse mit direkter Anbindung an den ICE-Bahnhof Fulda zu schaffen“, erklärt der städtische Pressesprecher Johannes Heller auf Anfrage.

Dadurch könnten Schwachpunkte im Linienbusverkehr beseitigt beziehungsweise reduziert werden: zum Beispiel lange Fahrzeiten und eine unbefriedigende Taktfolge. Auf der Wunschliste stehen zum Beispiel Bahnhaltepunkte in den Bereichen Industriepark West, Maberzell/Münsterfeld, Horas, Kohlhaus und Bronnzell, die an den bereits bestehenden Bahnstrecken der Vogelsbergbahn sowie der Rhönbahn liegen. (Lesen Sie hier: Hessische Landesbahn bleibt Betreiber der Vogelsbergbahn und Rhönbahn - für weitere 15 Jahre)

Fulda: Gibt es bald eine „City-Bahn“? Diese Haltestellen kämen infrage

Der RMV untersucht derzeit ohnehin die Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsnotwendigkeiten bei der Vogelsbergbahn, die die beiden Oberzentren Fulda und Gießen miteinander verbindet. In diesem Zusammenhang hatte die Stadt Fulda darum gebeten, auch zu prüfen, ob eine „City-Bahn“ zwischen dem Industriepark West und Bronnzell, eventuell sogar bis Eichenzell eingerichtet werden könnte. „Hierunter ist ein vom Fahrplan der Vogelsbergbahn unabhängiges Fahrtenangebot zu verstehen“, erläutert Heller. Im Abschnitt vom Bahnhof Fulda bis Eichenzell würde die „City-Bahn“ die Strecke der Rhönbahn nutzen.

Allerdings gibt es eine Herausforderung: Sowohl Vogelsberg- als auch Rhönbahn sind nur eingleisig. Um einen Begegnungsverkehr zu vermeiden, könnte zum Beispiel ein zweigleisiger Ausbau zumindest an den Haltepunkten ins Auge gefasst werden, erklärt der Magistratspressesprecher. Solche „baulichen Notwendigkeiten“ und auch, ob an den gewünschten Punkten Haltestellen überhaupt möglich sind, soll der RMV nun überprüfen.

Im Stadtgebiet von Fulda könnten mehrere Bahnhaltepunkte entstehen. Dafür sollen die eingleisigen Strecken von Vogelsbergbahn und Rhönbahn genutzt werden.

Dort heißt es auf Anfrage, dass man sich gerade „im Vergabeverfahren für diese Studie“ befinde, an deren Kosten sich die Stadt zur Hälfte beteiligt. Wenn alles nach Plan verläuft, könnte die Untersuchung im Herbst starten. Mit den ersten Ergebnissen, welche Auswirkungen zusätzliche Halte der Rhön- und Vogelsbergbahn im Stadtgebiet Fulda auf Fahrplan und Schieneninfrastruktur hätten, rechnet der Verkehrsverbund für Anfang 2022.

Betriebe im Münsterfeld wollen gut an Bahnverkehr angeschlossen sein

Mit einem Haltepunkt an der Vogelsbergbahnstrecke beschäftigt sich auch eine Anfrage der Kreistagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen, die für die Sitzung am kommenden Montag eingebracht wurde. In dem Antrag wird ein Haltepunkt an der Kettelerstraße vorgeschlagen. Vor allem Beschäftigte aus dem Vogelsberg oder den westlichen Landkreis-Gemeinden, die in Betrieben im Münsterfeld arbeiten, müssten dann nicht erst mit der Bahn zum Bahnhof Fulda und dann vom ZOB aus mit dem Bus wieder zurück ins Münsterfeld fahren.

Bahnstrecken

Seit mehr als 150 Jahren verbindet die Vogelsbergbahn Gießen und Fulda miteinander. Werktags sind rund 5600 Fahrgäste mit der Linie unterwegs. Von Lauterbach kommend macht sie Halt in Angersbach, Bad Salzschlirf, Großenlüder und Bimbach, bevor die Bahn ihre Endstation in Fulda erreicht. Im Stadtgebiet führt die Strecke am Industriepark West und dem Münsterfeld vorbei, rund um den Frauenberg und bis zum Bahnhof.

Die Rhönbahn verbindet Fulda und Gersfeld seit dem Jahr 1988. Sie hält unter anderem in Bronnzell, Eichenzell, Welkers und Schmalnau. Sie befördert täglich zwischen 1600 und 1800 Fahrgäste. In Fulda führen die Gleise vom Bahnhof an Kohlhaus vorbei nach Bronnzell, wo sie in Richtung Gersfeld abzweigen.

In dem Gewerbegebiet werden die Wünsche der Stadt mit Überraschung, aber wohlwollend zur Kenntnis genommen: „Wir haben natürlich ein Interesse daran, dass das Münsterfeld gut angeschlossen wird, da hier Betriebe, Behörden und Schulen ansässig sind“, sagt Peter Uth, Geschäftsführer des gleichnamigen Maschinenbauunternehmens und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Münsterfeld. Die Busanbindung sei zwar nicht schlecht, „aber man kann durchaus prüfen, inwieweit eine ergänzende Anbindung durch den RMV möglich ist“, erklärt er. „Dabei müssen Kosten und Nutzungen abgewägt werden.“ (Lesen Sie auch hier: Konflikt um Trasse Fulda-Gerstungen hält an - Forum kippt auch Fernverkehrshalt „Bebra Süd“)

Das könnte Sie auch interessieren