Zwei Personen stehen vor dem Arbeitsamt. Im Hintergrund ist das Symbol des Amts zu sehen.
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Die Zahl der Arbeitslosen in der Region Fulda ist im Mai erneut gesunken. (Symbolbild)

Quote: 3,2 Prozent

Corona-Folgen schwächen sich ab: Erneut weniger Arbeitslose in der Region Fulda

  • Sabine Kohl
    vonSabine Kohl
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Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt nimmt weiter Fahrt auf. Die Zahl der Arbeitslosen in der Region Fulda ist im Mai zurückgegangen. Aktuell sind 3995 Menschen ohne Job. Das sind 122 weniger als im April. Die Arbeitslosenquote sank auf 3,2 Prozent (Vormonat: 3,3 Prozent; Vorjahr: 3,6 Prozent).

Fulda - „Nach mehr als einem Jahr schwächen sich die Folgen der Corona-Pandemie für die Wirtschaft in Osthessen ab“, heißt es in der Pressemitteilung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda für den Mai. Die knapp 4000 Arbeitslosen in der Region Fulda sind zwölf Prozent weniger als im Mai 2020. Die Quote von 3,2 Prozent ist die mit Abstand niedrigste in Hessen. Diese liegt um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im April dieses Jahres, als die Quote 3,3 Prozent betrug.

„Von der positiven Entwicklung gegenüber dem Vorjahr haben im Landkreis Fulda erfreulicherweise nahezu alle Personengruppen profitiert,“ erklärt Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Dennoch sei vor allem die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren deutlich gesunken. Ihre Zahl habe binnen Jahresfrist um fast ein Drittel auf 396 abgenommen.

Fulda: Corona-Folgen schwächen sich ab - Erneut weniger Arbeitslose in der Region

Leicht angestiegen hingegen ist die Arbeitslosigkeit laut Pressemeldung der Arbeitsagentur bei älteren Arbeitslosen. Zum Ende des Monats waren 1336 erwerbslose Personen 50 Jahre oder älter. Das waren 18 mehr als im Mai des Vorjahres.

Mit Sorge betrachtet die Arbeitsagentur die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit. Das Risiko langzeitarbeitslos zu werden ist durch die Corona-Pandemie deutlich angestiegen. Dies sei ein bundesweiter Trend. Im Mai waren 27,2 Prozent aller Arbeitslosen im Landkreis Fulda, nämlich 1085 Menschen, länger als ein Jahr arbeitslos. Vor einem Jahr hatte der Anteil nur 15 Prozent betragen.

Für diese Frauen und Männer, die oftmals keinen formalen Berufsabschluss vorweisen können, gibt es die Herausforderung, ihnen möglichst zeitnah Perspektiven zu eröffnen. Waldemar Dombrowski setzt auf die weitere Erholung des Arbeitsmarktes im Zuge der Fortschritte bei der Pandemiebekämpfung. Daneben gelte es die erfolgreiche Kooperation mit den Netzwerkpartnern, insbesondere mit dem Kreisjobcenter, zu intensivieren. (Lesen Sie hier: Schüler und Unternehmen geben digitaler Bildungsmesse in Fulda gutes Feedback)

Langzeitarbeitslosigkeit ein Problem: Wegen Corona sind mehr Menschen über ein Jahr ohne Arbeit

Abgesehen von der Thematik der Langzeitarbeitslosigkeit wirkt sich die verbesserte Konjunktursituation auch auf den Bereich der Grundsicherung aus. So ging Zahl der beim Kreisjobcenter registrierten Arbeitslosen um 7,9 Prozent auf 2004 zurück. Bei der Arbeitsagentur sind 1991 arbeitslose Personen registriert und somit 15,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Auch die Dynamik auf dem osthessischen Arbeitsmarkt spreche für eine weitere Stabilisierung der Wirtschaftslage. Mit 375 sind nahezu ein Drittel weniger Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos geworden als im Jahr zuvor. Zugleich fanden im vergangenen Monat 395 Menschen den Weg in eine Erwerbstätigkeit – 31,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

375 offene Stellen wurden der Arbeitsagentur in Fulda gemeldet. Das waren 99 mehr als im Mai 2020. Insgesamt liegen der Agentur derzeit 1938 Stellen zur Besetzung vor.

Arbeitsmarkt in Fulda: 32 Betriebe haben im Mai Kurzarbeit gemeldet

32 Betriebe im Kreis Fulda hatten im Mai Kurzarbeit gemeldet. Seit Mitte März vergangenen Jahres haben insgesamt 3646 Betriebe für 58.732 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Da die konkrete Beantragung und Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes nachträglich erfolgen, können erst mit einigen Monaten Verzögerung Aussagen zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit getroffen werden. In der Region haben im November vergangenen Jahres 9943 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezogen. Das waren 10,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Fulda.

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