Clubs und Diskotheken
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Im Club tanzen - und das ohne Maske und Abstand? Mit einem 2G-Optionsmodell ist das jetzt wieder möglich. (Symbolbild)

Hoffnung und Besorgnis

Freiheit oder Zweiklassengesellschaft? So denken Menschen in Fulda über das 2G-Modell

Veranstalter und private Betreiber haben künftig die Möglichkeit, ausschließlich Geimpfte und Genesene einzulassen. So denken die Menschen in Fulda über die 2G-Möglichkeit.

Fulda - In der Gastronomie, in der Kultur und bei Veranstaltungen gibt es nun die Möglichkeit, nur Geimpfte und Genesene, aber keine Getesteten mehr einzulassen. Damit würden die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und die Kapazitätsbeschränkungen entfallen. Das löst bei Geimpften Hoffnung, bei Ungeimpften jedoch Besorgnis aus. Menschen aus dem Landkreis Fulda äußern ihre Meinung zum Thema 2G-Regelung.

Sarah Heil (32) aus Kirchhasel empfindet die 2G-Regel einerseits als gerechtfertigt und freut sich als Geimpfte über mehr Freiheiten. Andererseits entstehe dadurch aber auch eine Zweiklassengesellschaft. „Ich kann verstehen, dass sich Nicht-Geimpfte jetzt unter Druck gesetzt fühlen“, sagt die 32-Jährige. Testungen seien ihrer Meinung nach aber nach wie vor sinnvoll, auch für Geimpfte: „Ich kann mich ja trotz Impfung anstecken und auch Träger des Virus sein“, ergänzt sie.

Fulda: Freiheit oder Zweiklassengesellschaft? - Das halten Bürger von 2G

Auch Svenja Pankow aus Hommerz steht der 2G-Regel positiv gegenüber und ist froh, wieder mehr Freiheiten zu haben. „Klar, irgendwie werden die Nicht-Geimpften ausgeschlossen und zu einer Impfpflicht hingezogen – aber diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, müssen halt auch damit rechnen“, sagt die 25-Jährige.

„Es ist wichtig, dass die Politik versucht, dass sich alle impfen lassen“, sagt Simon Schulz (44) aus Fulda. Der 44-Jährige erkennt hinter der 2G-Regel durchaus eine versteckte Impfpflicht, aber es gehe um etwas Gesamtgesellschaftliches. Man müsse endlich zur Normalität zurückkehren können. „Wenn sich jemand Gedanken macht und dann entscheidet, er möchte sich nicht impfen lassen, ist das ok. Wenn sich aber jemand aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit nicht impfen lässt, verstehe ich das nicht“, sagt der 44-Jährige.

Samuel Baier (18) aus Schmalnau fühlt sich ungerecht behandelt. Die 2G-Regel käme einem Impfzwang gleich, so der 18-Jährige. „Wenn die Tests jetzt noch was kosten sollen, werde ich mich vermutlich impfen lassen, um meine Freiheiten wieder zurückzubekommen“.

Selina Vogt aus Burghaun fühlt sich durch die Einführung der 2G-Regel indirekt zur Corona-Impfung gezwungen. „Der Zweck einer Impfung sollte für mich in erster Linie der Schutz vor Krankheiten sein, und nicht das Wiedererlangen von Freiheiten. Jetzt heißt es: entweder Impfen oder in den sauren Apfel beißen“, erklärt die 25-jährige.

Joeline Preis (22) aus Fulda ist froh darüber, dass sie bereits vollständig geimpft ist. Für sie steht die Gesundheit im Vordergrund. Die Gerechtigkeit der 2G-Regel für Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, sei jedoch „fragwürdig“.

Video: Corona im Herbst: Diese Bundesländer haben 2G-Regeln eingeführt

Christian Göbel (44) aus Fulda erhofft sich durch die 2G-Regel wieder mehr Normalität im Alltag. Einerseits akzeptiere er den Widerstand dagegen. Andererseits könne sich aus seiner Sicht jeder glücklich schätzen, überhaupt ein Impfangebot zu bekommen. Dieses solle man auch nutzen. „Wie soll das normale Leben sonst wiederkommen?“, fragt er.

Nathalie Stolz (43) aus Fulda ist geimpft und daher nicht von den Einschränkungen durch die 2G-Regel betroffen. Sie findet, es sei jedem selbst überlassen, wie er sich entscheide. (Lesen Sie hier: Kein Zutritt für Ungeimpfte? Das sagen Gastronomen im Kreis Fulda zum 2G-Modell)

Amadeo Cavaterra (21) aus Neuhof ist gegen die 2G-Regel und möchte sich auch nicht impfen lassen. Er sieht dahinter einen versteckten Impfzwang und sagt: „Das hat nicht mehr viel mit einem freien, demokratischen Staat zu tun, sondern wandert eher auf eine Zweiklassengesellschaft hinaus.“ (von Jana Albrecht, Alina Komorek und Noél Urner)

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