Das Bistum Fulda hat vor einer „Grüppchenbildung“ nach der Messe an Weihnachten gewarnt.
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Trotz Corona dürfen zu Ostern Präsenzgottesdienste stattfinden.

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Trotz Corona sind Gottesdienstbesuche an Ostern möglich: Kirchen in Fulda erfreut - Dekan: „Hoffnungssignal“

  • Lea Marie Kläsener
    vonLea Marie Kläsener
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Kommando zurück: Gläubige in Hessen müssen zu Ostern nicht auf den Besuch von Gottesdiensten verzichten. Darauf einigten sich die Kirchen und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Die Kirchenvertreter in Fulda reagieren erleichtert.

Fulda - Nach der Kehrtwende bei der Osterruhe hatte die Bundesregierung zuvor auch ihre Bitte um virtuelle Gottesdienste zurückgenommen. Ähnlich wie an Weihnachten sollen nun an Ostern die Kirchengemeinden vor Ort je nach Corona-Inzidenz über Präsenzgottesdienste entscheiden. Der Aufruf zu virtuellen Gottesdiensten war auf scharfen Widerstand gestoßen. Bereits vorher hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Vereinbarungen zu zwei zusätzlichen „Ruhetagen“ über Ostern zurückgenommen und um Entschuldigung gebeten.

„Die christlichen Kirchen haben bewiesen, dass Gottesdienste auch in den Zeiten der Corona-Pandemie durchgeführt werden können“, stellte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nach einer Videoschalte mit den Kirchenvertretern in Hessen klar. Bischof Dr. Michael Gerber aus Fulda zeigte sich erleichtert und dankbar über die neue Wendung.

Fulda: Trotz Corona sind Gottesdienste an Ostern möglich - Kirchen zeigen sich erfreut

„Bei der Feier dieser Gottesdienste geht es um eine wesentliche Ausdrucksform unseres Glaubens“, erklärte Gerber. Gerade in der Corona-Zeit, in der Menschen in Einsamkeit sterben und Angehörige sich nicht angemessen verabschieden könnten, sei die Feier der Kar- und Osterliturgie besonders wichtig. „Ich weiß von vielen Menschen, die mit Sehnsucht auf das diesjährige Osterfest warten, weil das für die Verarbeitung eines Todesfalls in der eigenen Familie existentiell wichtig ist“, sagte er.

Die umfangreichen Schutzkonzepte hätten sich bewährt. „Im Blick auf diese besondere Bedeutung von Ostern erwarte ich, dass in unseren Gemeinden nun verantwortungsvoll die Gottesdienste auch gefeiert werden.“ Dabei müsse man die steigenden Inzidenzzahlen im Blick behalten und – wenn in einzelnen Landkreisen besondere Maßnahmen erlassen werden – den Kontakt mit den zuständigen Behörden suchen.

„Bei aller gebotenen Vorsicht wollen wir nicht völlig darauf verzichten, den Trost der Osterbotschaft gerade jetzt zu verkünden und Orte für Trauer, Gebet und Licht der Hoffnung zu schaffen“, betonte Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Je nach Corona-Inzidenz sei man in der Lage, ins Mediale und Digitale auszuweichen. Bei den Gottesdiensten gelten Regeln wie an Weihnachten, vom Mindestabstand über die Maskenpflicht bis hin zur Kontaktdatenerfassung.

Fuldaer Dekan Bengt Seeberg: Präsenzgottesdienste ein wichtiges Hoffnungssignal

Der Dekan im Kirchenkreis Fulda Bengt Seeberg findet es hilfreich und gut, dass den Kirchen die Möglichkeit für Präsenzgottesdienste gegeben wird - „und dass die Gottesdienste nicht mit schlechtem Gewissen feiern müssen“. Ihm gehe es dabei in erster Linie darum, was „den Menschen gut tut“. Dennoch habe er Verständnis für die dringende Bitte der Regierung und der Ministerpräsidenten gehabt.

Aber - wie es in der evangelischen Kirche Prinzip ist - liegt die Entscheidung bei den Kirchenvorständen der einzelnen Gemeinden, ob Gottesdienste mit Besuchern stattfinden. Innerhalb des Kirchenkreises Fulda werde es keine Vorschrift geben. „Wir liegen da auf einer Linie mit der Empfehlung der Landeskirche“, sagt Seeberg. Der Dekan vermutet, dass die meisten Gemeinden im Kirchenkreis zweigleisig fahren werden und sowohl ein Präsenz- als auch ein digitales Angebot machen werden.

Video: Seehofer kritisiert Corona-Gipfel-Beschlüsse zu Gottesdiensten an Ostern

„Ich glaube, dass Präsenzgottesdienste in der jetzigen Situation ein wichtiges Hoffnungssignal für viele Menschen sind - auch für solche, die die Gottesdienste in den Kirchen gar nicht besuchen“, erklärt Seeberg. Ostern sei das zentrale Fest mit der Botschaft: „Das Leben hat die Oberhand“. Das könne man in Präsenzgottesdiensten gut symbolisieren.

Laut Dekan Seeberg habe es in den Gemeinden des Kirchenkreises Fulda in den vergangenen Monaten keinen Corona-Ansteckungsfall in Folge eines Präsenzgottesdienstes gegeben. „Aber natürlich gibt es keine 100-prozentige Sicherheit“, fügt er an.

Ünal Kaymakci, der stellvertretende Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, der rund 30 muslimische Gemeinden vertritt, sagte gegenüber der „Frankfurter Rundschau“, sein Verband verfolge auch im Hinblick auf den in der zweiten Aprilwoche beginnenden Fastenmonat Ramadan „hochinteressiert“ die jüngsten Empfehlungen der Politik*. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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