In Deutschland darf Astrazeneca wieder verimpft werden.
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Viele Anrufer stellten Fragen zum Corona-Impfstoff von Astrazeneca. (Symbolfoto)

Sechs Experten am Hörer

Fragen zur Corona-Impfung: Mediziner aus Fulda beruhigen viele bei Telefonaktion - Aktion wird heute wiederholt

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Wie sinnvoll ist eine Corona-Impfung? Und wie groß sind die Risiken? Mediziner aus Fulda haben solche Fragen bei einer Telefonaktion von Stadt und Kreis beantwortet. Die Aktion wird am heutigen Mittwoch, 24. März, wiederholt.

Fulda - Die Botschaft der Mediziner aus Fulda war an fast alle Anrufer klar und eindeutig: Lassen Sie sich impfen! Die Vorteile einer Corona-Impfung würden gegenüber möglichen Risiken überwiegen. Nur in ganz wenigen besonderen Situationen – etwa einer Schwangerschaft – rieten die Mediziner von einer Corona-Impfung ab.

Corona-Impfung: Mediziner aus Fulda beantworten bei Telefonaktion Fragen

Eine Frage, die viele Anrufer beschäftigte, ist die Sicherheit des Impfstoffes von Astrazeneca. Ralph Hönscher, Allgemeinmediziner und Vorsitzender des Gesundheitsnetzes Osthessen sagte dazu: „Generell müssen wir immer wieder dafür sorgen, dass das Vertrauen in den Corona-Impfstoff nicht verloren geht und Ängste den Patienten ernst genommen werden können. Egal welches Medikament wir nehmen, Nebenwirkung wird es immer geben. Das ist bei Impfungen ebenso.“

Wenn man sich mit dem Astrazeneca-Impfstoff vor einem schweren Verlauf einer Corona-Infektion bis hin zum Tod schützen könne, dann soll man eine Impfung erwägen. „Die Nebenwirkungen einer Thrombose sind dramatisch, aber sehr selten. Man muss genau prüfen, bei welcher Patientengruppe diese am häufigsten aufgetaucht sind“, erklärt Hönscher. Am häufigsten gab es die Thrombosen bei Patientinnen zwischen 20 und 50 Jahren.

Telefonaktion am 24. März

Die Mediziner sind in zwei Schichten am Telefon im Einsatz. Von 13 bis 16 Uhr beantworten die Fragen: Prof. Dr. Philipp Markart, Lungenspezialist und Infektiologe am Klinikum Fulda, Dr. Cornelia Langer, niedergelassene Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Neuropädiatrie und Psychotherapie, sowie Dr. Andreas Rügamer, Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie an der Helios St. Elisabeth Klinik in Hünfeld.

Von 16 bis 19 Uhr beantworten dann diese drei Ärzte Fragen am Telefon: Prof. Dr. Konrad Schwager, am Klinikum Fulda Chefarzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Dr. Rita Löw, niedergelassene Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Notfallmedizin und Sozialmedizin, sowie Prof. Dr. Bernd Kronenberger, Chefarzt am Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda und dort Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Diabetologie und Medikamentöse Tumortherapie.

„Die Gruppen, bei denen keine solchen Nebenwirkungen auftraten, sollten weiter mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft werden. Patienten, die bereits eine Impfung damit erhielten, sollten bei stärkeren Kopfschmerzen oder kleinen Einblutungen am Körper ihren Hausarzt aufsuchen. „Aber nicht jeder mit Kopfschmerzen braucht ein CT oder MRT. Ziel muss es sein, rasch weiter zu impfen. Wir müssen jetzt mit Blick auf die dritte Welle in kürzester Zeit so viele Menschen impfen, wie es geht.“

Video: Astrazeneca - Forscher sieht möglichen Grund für Thrombosen nach Corona-Impfung

Viele Bürger kamen an den Expertentelefonen nicht durch – obwohl sich die Mediziner um kurze Antworten auf die Corona-Fragen bemühten. „Eine solche Flut an Anrufen habe ich noch nicht erlebt“, berichtete Hönscher. Er zählte 75 Anrufe binnen drei Stunden. Kaum hatte er aufgelegt, klingelte das Telefon erneut. Weil das Interesse so groß war, wird die Telefonaktion wiederholt, und zwar am Mittwoch, 24. und 31. März.

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