Rückerserin war die Erste

Corona-Impfzentrum in Fulda öffnet: Heute werden 221 Impfungen verabreicht - „Es hat nicht wehgetan“

  • Michel Ickler
    vonMichel Ickler
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  • Lea Marie Kläsener
    Lea Marie Kläsener
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Das Warten hat ein Ende! Das Corona-Impfzentrum Fulda hat am Dienstag seine Tore geöffnet. Von 9 bis 18 Uhr wurden insgesamt 221 Impfungen vorgenommen. Landrat Bernd Woide und Vize-Landrat Frederik Schmitt ziehen eine erste Bilanz

+++18.21 Uhr: „Der erste Tag verlief ohne Zwischenfälle, und den Patientinnen und Patienten war anzumerken, wie dankbar sie für die Möglichkeit sind, sich impfen zu lassen“, fasst Landrat Bernd Woide (CDU) den ersten Tag in einer Bilanz zusammen. Auch Vize-Landrat Frederik Schmitt (CDU) freut sich über den gelungenen Start und ist „für den Einsatz der vielen Menschen, die sich bei der Vorbereitung und dem Betrieb des Impfzentrums engagieren sehr dankbar“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreis Fulda.

Am morgigen Mittwoch werden erneut 220 Frauen und Männer gegen das Coronavirus geimpft. In diesem Zusammenhang macht der Landkreis darauf aufmerksam, dass dass es nicht notwendig ist, zu früh zum vereinbarten Termin zu erscheinen. Tatsächliche reiche es vollkommen aus, zehn Minuten vor dem Termin am Eingang einzutreffen, heißt es in der Mitteilung. 

Bilanz von Bernd Woide: „Der erste Tag verlief ohne Zwischenfälle“

+++ 12.39 Uhr: Das Corona-Impfzentrum in Fulda hat die Arbeit aufgenommen. Die 85 Jahre alte Anna Klug aus Flieden-Rückers war die Erste, die am Dienstag geimpft worden ist. „Das ist eine große Ehre. Das ist mir im Leben noch nie passiert, dass ich irgendwo die Erste war“, scherzt sie. „Ich merke gar nichts. Die Dame hat super gestochen.“

„Es hat nicht wehgetan, es war alles einwandfrei“, freut sich auch Siegfried Klüber (82) aus Hofbieber, der seit 90 Tagen nicht mehr das Haus verlassen hat. Seine Frau Elvira, die ihn ins Impfzentrum nach Fulda begleitet hat, fügt hinzu, sie sei „überglücklich“, gleich zu Beginn die Impfung erhalten zu haben. „Und jetzt schauen wir hoffnungsvoll in die Zukunft.“ Knapp drei Monate hat Siegfried Klüber aus Sicherheitsgründen keinen Besuch mehr empfangen und Freunde und Bekannte nur aus dem Fenster gesehen. „Jetzt geht es aber wieder aufwärts“, freut sich seine Frau.

Anna Klug (85) aus Flieden-Rückers war die Erste, die im Impfzentrum Fulda die Corona-Schutzimpfung erhalten hat. Sie wurde von ihrem Sohn begleitet.

Corona-Impfzentrum in Fulda: 221 Impfungen am ersten Tag

+++ 9.01 Uhr: Landrat Bernd Woide (CDU) sei bewusst, dass die heutigen 221 Corona-Impfungen „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind“. Nach wie vor sei die gering Menge an Impfstoff das Problem. Ein Problem, das oft genug diskutiert wurde. „Jetzt aber können wir bei der Bevölkerung ein Zeichen setzen und beginnen.“ Auch Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (CDU) spricht von einer großen Errungenschaft, endlich die Türen zu öffnen.

Laut Landrat Woide geht es für das Corona-Impfzentrum Fulda darum, Abläufe zu trainieren. Die Öffnung des Zentrums sei schließlich für alle Beteiligte Neuland. „Auch mit Blick, dass überwiegend ältere Menschen behandelt werden, müssen wir das Hauptaugenmerk auf die Betreuung legen“, erläutert der Landrat. Insgesamt 50 Impflotsen habe der Landkreis Fulda bereits ausgebildet, die den Impfwilligen beim Prozedere helfen.

Corona-Impfzentrum Fulda geht an den Start: Fahrdienst eingerichtet

„Es wird nicht daran scheitern, dass Menschen nicht in die Waideshalle kommen“, ergänzt Vize-Landrat Frederik Schmitt (CDU) und verweist auf den ins Leben gerufene Fahrdienst. Über die Städte und Gemeinden können sich Betroffene anmelden und werden auch bei Bedarf zuhause abgeholt. „Auch deswegen können wir sagen, dass wir perfekt vorbereitet sind“, ergänzt Wingenfeld.

Vor dem Start des Corona-Impfzentrums stehen die Verantwortlichen Pressevertretern Rede und Antwort.

Woide sagt, er könne verstehen, dass viele Bürger des Landkreises Fulda müde sind. „Müde von den Maßnahmen, die bereits in Kraft getreten sind und womöglich noch kommen“. Deswegen hoffen alle Beteiligten, dass sich viele Menschen für eine Corona-Impfung entscheiden. „Es ist die einzige Chance, wie wir aus dieser Pandemie rauskommen“, betont Woide.

Bezüglich der Zeitspanne zwischen Erst- und Zweitimpfung hat noch einmal Thomas Menzel, Vorstand des Klinikums Fulda, Stellung genommen. Grund ist, dass das Land Hessen auch den zweiten Termin nach sechs Wochen vergeben hat. „Die Biologie ist keine Schwarz-Weiß-Malerei. Es spielt keine Rolle, ob an Tag 21 oder 27 die zweite Dosis verabreicht wird.“ Aus Erfahrungen gehe hervor, dass es bis mindestens Tag 42 keinerlei Probleme geben. „Daher muss niemand Angst haben, wenn er nicht an Tag 21 seine zweite Dosis bekommt“, beruhigt Menzel.

Erstmeldung vom 19. Januar, 5.02 Uhr:

Fulda - Seit Wochen wird der Impfstoff als das „Licht am Ende des Tunnels“ in der Corona-Pandemie bezeichnet. Heute öffnet das Impfzentrum in Fulda als eines der ersten sechs regionalen Impfzentren in Hessen seine Tore.

Um 9 Uhr werden die ersten Über-80-Jährigen in der Waideshalle in Fulda empfangen und erhalten die erste von zwei Corona-Schutzimpfungen. Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt (CDU) erinnerte: „Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger nur zum Impfzentrum zu kommen, wenn sie auch einen Termin für den jeweiligen Tag vereinbart haben.“

Corona-Impfzentrum in Fulda geht heute an den Start - Termine für Schutzimpfungen ausgebucht

Denn in Fulda sind aktuell alle Termine ausgebucht. Das hessische Innenministerium berichtete, dass 60.000 Hessinnen und Hessen die ersten verfügbaren Termine für ihre Erst- und Zweitimpfung gegen das Coronavirus bereits vereinbart hätten. Die Anzahl der Termine wird derzeit noch durch die Zahl der zur Verfügung stehenden Impfdosen begrenzt. Sollten impfberechtigte Bürgerinnen und Bürger ihren Termin stornieren, könnten vereinzelte wieder frei werden, gab das Ministerium bekannt.

Der Landkreis Fulda hatte im Vorfeld ein Video veröffentlicht, um den Fuldaerinnen und Fuldaern das Impfzentrum vorzustellen. Der virtuelle Rundgang zeigt die Örtlichkeiten im Esperanto in Fulda und erklärt Details zur Impfung, etwa dass man eine Begleitperson mitbringen darf.

Das Impfzentrum in Fulda ist startklar. Ab dem heutigen Dienstag werden Menschen über 80 gegen das Coronavirus geimpft.

Für die Über-80-Jährigen, die in den ersten Wochen in der Waideshalle in Fulda geimpft werden, hat der Landkreis Fulda mit den Gemeinden des Kreises außerdem Impflotsen ernannt. In jeder Gemeinde soll so ein Ansprechpartner für Hilfe und Unterstützung bereit stehen. Sie würden zum einen beim Transfer zum Corona-Impfzentrum, aber auch bei Fragen rund um die Terminvereinbarung unterstützen können, so der Kreis.

Rubriklistenbild: © Daniela Petersen

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