Die Stadt Fulda sammelt online nun Ideen, wie die Innenstadt aufgewertert werden kann.
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Die Stadt Fulda sammelt online nun Ideen, wie die Innenstadt aufgewertert werden kann.

Zukunft der City

Ideensuche für die Entwicklung der Innenstadt: Wie wird Fulda attraktiver für Besucher?

  • Andreas Ungermann
    vonAndreas Ungermann
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Wie geht es mit der Fuldaer Innenstadt nach der Corona-Pandemie weiter? Antworten auf diese Frage soll eine Zukunftswerkstatt Fulda liefern, die entsprechende Plattform für die Ideensammlung dazu steht bereits online.

Fulda - Nicht erst seit Corona wird landauf, landab über die Zukunft von Innenstädten diskutiert. Demografischer Wandel und Online-Handel stellen die stationären Händler vor Herausforderungen. Die Pandemie wirkt zusätzlich wie ein Katalysator, stellt Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) fest, als er gemeinsam mit Boris Hedde und Dr. Eva Stüber vom Institut für Handelsforschung (IFH) aus Köln die Ergebnisse einer Studie zur Fuldas Mitte vorstellt. Die gute Nachricht daraus: Fulda befindet sich in einer guten Ausgangslage.

Das hat die Befragung unter Passanten – also der entscheidenden Zielgruppe der Innenstadt – ergeben. Fulda bewegt sich dabei in der Bewertung der Attraktivität und des innerstädtischen Angebots im Wesentlichen über dem Durchschnitt der 18 in ihrer Größenordnung vergleichbaren Städte, die in der Studie betrachtet wurden. Das gilt in erheblichem Maße für die digitalen Informationsmöglichkeiten. 78,7 Prozent der Befragten sehen Fulda insgesamt bereits zukunftsorientiert aufgestellt – in ähnlichen Städten sind es im Schnitt 58,8 Prozent. (Lesen Sie hier: „Runder Tisch Innenstadt“: Erste Schritte für Stärkung der Fuldaer City vereinbart)

Fulda: Wie wird die Innenstadt attraktiver für Besucher? - Ideen gesucht

Gleichwohl sieht Wingenfeld die Stadt vor großen Herausforderungen, die laut Hedde und Stüber nun auch zeitnah angegangen werden sollen. Bis etwa Mitte Juni planen sie die Ideensammlung, dann soll es bereits an die Umsetzung erster konkreter Schritte gehen. „Das können auf die schnelle ganz kleine Projekte sein, die sich in der Stadt bemerkbar machen, aber auch langfristig größere Ideen“, erläutert Stüber. Wie diese allerdings aussehen könnten, das steht noch nicht fest, denn bei der Ideenwerkstatt, die einem digitalen Workshop gleicht, setzen die Stadtverwaltung und die Marktforscher auf die Partizipation der Akteure wie Handel, Gastronomie und Kultur auf der einen Seite aber auch der Bürger auf der anderen Seite.

Ziel soll es sein, die Aufenthaltsdauer und -qualität für die Besucher in der Stadt zu erhöhen. Wichtig, so betonen OB sowie Hedde und Stüber unisono, sei es, dass sich viele Fuldaer und auch Gäste aktiv einbringen, um die Stadtentwicklung auf eine breite Basis zu stellen.

Dass aus der Ideensammlung am Ende auch Impulse mitgenommen würden, um sich für mögliche Förderprogramme zu bewerben, sei selbstverständlich, bekräftigt Peter Hügel, Leiter des Stadtmarketings in Fulda, ebenso wie der OB. Zwar seien derlei Fördermöglichkeiten für die Nach-Coronazeit noch nicht so recht greifbar. Aber Hügel nennt schon einen Ansatzpunkt, der auch in der IFH-Erhebung einen der Kernpunkte darstellt: die digitale Kompetenz der Stadt. Hedde und Stüber sehen Fulda hier bereits auf einem guten Weg. Ausbaufähig seien die Angebote dennoch.

Video: Oberbürgermeisterwahl in Fulda - Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) im Amt bestätigt

Dies ist jedoch nur ein Aspekt, denn das IFH-Team unter die Lupe genommen hat, wie sich die Frequenz und der Erlebniswert in der Innenstadt erhöhen lassen. „Was macht den Aufenthalt und das Angebot in Fulda wertiger, einfacher und vielfältiger?“, formuliert Stüber als Leitfrage für den Prozess, räumt aber auch ein: „Es geht nicht darum, Fulda neu zu erfinden.“ Einzig und allein der Handel reiche jedoch nicht mehr aus, um Menschen in Städte zu locken. Um Besucher zu begeistern, müsse ein attraktives Gastronomieangebot vorgehalten werden. Anfahrt und Mobilität sowie innerstädtische Orientierung und Information sollen ebenso in den Blick genommen werden. Möglich ist dies über eine Internetseite, auf der sowohl Innenstadt-Akteure als auch Bürger Ideen hinterlassen, markieren, verfolgen oder kommentieren können. Stadt und IFH versprechen sich davon einen lebendigen Austausch.

Termine

Bei vier Online-Informationsterminen sollen in den kommenden Wochen die Pläne Interessierten vorgestellt werden. Diese finden statt am Mittwoch, 31. März, um 20 Uhr, Dienstag, 13. April, um 10 Uhr, Montag, 26. April, um 13 Uhr sowie am Mittwoch 5. Mai, um 20 Uhr. Der Link zur Teilnahme ist auf der Internetseite der Zukunftswerkstatt Fulda zu finden.

Ein weiterer Punkt sei die Kultur, zu der OB Wingenfeld ankündigte, dass die Stadt sobald wie möglich auch wieder größere Veranstaltungen anstrebe. Bis dahin – in diesem Sommer – will Fulda laut Edeltraud Leib vom Citymarketing und Peter Hügel auf den aus dem Vorjahr bewerten Konzepten auf- und diese ausbauen. So sollen auch regionale Kulturschaffende Möglichkeiten erhalten, sich zu präsentieren.

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