Coronavirus - Schulunterricht mit Maske
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116 Klassen im Landkreis Fulda melden seit Schuljahresbeginn einen oder mehrere mit Corona infizierte Schüler. 2130 Klassen gibt es im Landkreis insgesamt. (Symbolfoto)

Fälle in 116 Klassen

Hohe Corona-Inzidenzen unter Schülern: Mit Ferienende stiegen die Zahlen im Kreis Fulda

  • Volker Nies
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In den drei Wochen seit Schuljahresbeginn haben sich im Kreis Fulda Schüler aus 116 Klassen mit dem Coronavirus infiziert. Damit ist die Inzidenz unter den 28.000 Schülern im Kreis Fulda deutlich höher als im Schnitt der Gesellschaft.

Kreis Fulda - Die Corona-Inzidenzen berechnet der Landkreis Fulda nicht genau für die Gruppe der Schüler, aber doch für die Gruppe der 11- bis 20-Jährigen. Diese Altersgruppe ist weitgehend deckungsgleich mit der Gruppe der Schüler. „Hier ist die Inzidenz bereits seit vergangenem Herbst immer wieder auf hohem Niveau“, sagt Leoni Rehnert, Sprecherin der Landkreises, auf Nachfrage.

In der ersten Woche nach Ferienende lag die Inzidenz bei den 11- bis 20-Jährigen im Kreis Fulda bei 396. In der Woche danach sank sie auf 338 und dann – in der dritten Woche des Schuljahres – auf 285. In den beiden benachbarten Altersgruppen, den Kindern unter zehn Jahren und den jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, lag sie in den drei Wochen jeweils um 200, erklärt Rehnert.

Fulda: Hohe Corona-Inzidenz unter Schülern - Mit Ferienende steigen Zahlen

Damit erfolgt der Anstieg früher als 2020. Im vergangenen Jahr war der deutliche Anstieg der Fallzahlen in der Altersgruppe 11 bis 20 Jahre im Herbst zu verzeichnen. Damals stieg die Inzidenz der 11- bis 20-Jährigen von 120 Mitte Oktober auf 365 Anfang Dezember und blieb bis Anfang Februar über 100. Anfang April stieg die Inzidenz erneut auf 325, Mitte April sogar auf 436. Sie sank dann ab Ende Mai auf 4. Seit Mitte August stieg die Inzidenz dieser Altersgruppe von 120 auf 338 Anfang September, so die Zahlen des Landkreises Fulda.

Bei den Gründen für die hohen Werte könne man nur spekulieren, erklärt der Kreis. Klar ist aber: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die Impfung für junge Menschen zwischen 12 und 17 erst Mitte August empfohlen.

Für die Schulen in der Stadt und im Landkreis Fulda gibt noch genauere Zahlen: In 90 Schulklassen an 40 unterschiedlichen Schulen – von kreisweit 2130 Klassen – wurde seit Beginn des neuen Schuljahres jeweils ein positives Testergebnis aus der Schülerschaft bekannt. Auch ein Lehrer wurde positiv getestet, berichtet Rehnert.

Zwei oder mehrere positive Fälle innerhalb einer Klasse gab es im neuen Schuljahr in insgesamt 26 Klassen von 17 unterschiedlichen Schulen.

Impfen

Das Impfzentrum Fulda erfasst die Impfungen nicht nach dem Merkmal Schüler. Die Zahl der 12- bis 17-Jährigen, die im Impfzentrum sowie bei niedergelassenen Ärzten geimpft worden sind, beläuft sich auf 4700.

Damit sind etwa 36 Prozent aller im Landkreis lebenden 12- bis 17-Jährigen geimpft. Das berichtet der Landkreis Fulda. Wie viele der über 18-Jährigen, die geimpft worden sind, Schüler sind, zeigt die Statistik nicht. 515 Schüler haben sich nach den Sommerferien für eine Impfung in ihrer Schule angemeldet und sind geimpft worden.

Dort, wo in einer Klasse nur ein positiver Fall auftrat – also in rund drei Viertel aller gemeldeten Fälle –, geht der Landkreis davon aus, dass die Infektion nicht im schulischen Rahmen, sondern im privaten Umfeld erfolgt ist, erklärt Sprecherin Rehnert.

Wenn ein oder mehrere Schüler infiziert sind, müssen in der Regel zwei weitere Personen in Quarantäne – und nicht ganze Klassen. In Klassen mit mindestens einem positiven Fall müssen sich die Schüler eine Woche lang jeden Tag testen.

Testen

Schüler, die nicht geimpft sind, müssen sich jede Woche zweimal auf das Coronavirus testen lassen. Schüler, die sich nicht testen lassen, können nicht am Unterricht teilnehmen. Das hat das Land Hessen festgelegt. „Fälle, in denen Schüler wegen eines fehlendes Tests nicht am Unterricht teilnehmen, sind im Kreis die absolute, seltene Ausnahme“, erklärt Harald Persch, amtierender Leiter des Schulamts Fulda.

Während Infektionen in Schulen im Kreis Fulda eher selten sind, hat sich im Main-Kinzig-Kreis jetzt eine größere Zahl Schüler im schulischen Rahmen angesteckt – nämlich sehr wahrscheinlich im Schulbus. Wie die Kreisverwaltung in Gelnhausen mitteilt, hätten sich 64 Kinder, die zum großen Teil aus der Bergwinkel-Grundschule in Schlüchtern stammen, wohl bei einer Busfahrt in der vergangenen Woche infiziert. Die Inzidenz in der Gesamtbevölkerung der Stadt Schlüchtern ist dadurch auf 565 gestiegen.

Ein Vergleich der jetzigen Lage mit dem vergangenen Schuljahr sei noch nicht sinnvoll, sagt Rehnert, da sich die derzeitige Situation in etlichen Aspekten unterscheidet. So etwa im Testmodus und in den Virusvarianten.

Video: Kinder und Eltern hoffen auf ein normales Schuljahr in der Corona-Pandemie

Die Inzidenz unter den Schülern liegt jetzt bei etwa 300. Im vergangenen Spätherbst war die Anzahl der betroffenen Klassen und Schulen ähnlich, meint Rehnert. Damals waren mehr Personen aus der Lehrerschaft betroffen. Zu dem Zeitpunkt gab es einen größeren Corona-Ausbruch in der Florenbergschule, einen kleineren in Loheland.

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