Das Team der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Fulda mit Leiterin Claudia Walter (Mitte), Psychologin Martha Kreß (rechts) und Verwaltungskraft Carolin Köhler.
+
Das Team der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Fulda mit Leiterin Claudia Walter (Mitte), Psychologin Martha Kreß (rechts) und Verwaltungskraft Carolin Köhler.

Umzug in Kurfürstenstraße

Psychosoziale Krebsberatung in Fulda: Beraterinnen haben auch in Corona-Zeiten ein offenes Ohr

Die Diagnose Krebs trifft jeden unvermittelt, existenzielle Angst wird zum beherrschenden Gefühl. In der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Fulda, die seit Kurzem in der Kurfürstenstraße 15 ihren Sitz hat, gibt es Unterstützung – vertraulich und kostenfrei, auch während der Corona-Pandemie.

Fulda - „Wir haben für jeden, der als Erkrankter oder als Angehöriger mit dem Thema Krebs konfrontiert ist, ein offenes Ohr“, verspricht Claudia Walter, Leiterin der Psychosozialen Krebsberatungsstelle in Fulda. Sie ergänzt: „Hier mit jemandem über die eigenen Ängste zu sprechen, der selbst nicht emotional involviert ist, empfinden viele als befreiend.“

Zuhören, begleiten und den Betroffenen vermitteln, wie sie mit Belastungen umgehen können – das sind Aspekte der täglichen Arbeit. Claudia Walter selbst ist als Sozialpädagogin und Psychoonkologin spezialisiert auf sozialrechtliche Fragestellungen etwa zu Reha, Anerkennung von Schwerbehinderung oder Rentenversicherung. Ihre Kollegin Martha Kreß ist Psychologin und hilft bei der psychischen Bewältigung der Krankheit.

Psychosoziale Krebsberatungsstelle Fulda: Mitarbeiter haben auch während Corona ein offenes Ohr

Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit der Expertinnen verändert: „Die Belastungen für die Betroffenen sind aufgrund der Pandemie deutlich höher“, sagt Claudia Walter. Für viele falle der Austausch mit anderen weg, viele litten unter der Isolation. „Deshalb haben sie ein großes Bedürfnis, hier persönlich vorbeizukommen – ein Wunsch, der neben Gesprächen per Telefon erfüllt werden kann.“ Auf der anderen Seite stoßen die Beraterinnen aufgrund der Pandemielage auch an ihre Grenzen: „Wir versuchen, Angebote wie Sportgruppen und Selbsthilfegruppen aufzuzeigen – doch vieles findet derzeit einfach nicht statt“, berichtet Martha Kreß. (Lesen Sie hier: Am Ende eine gemischte Bilanz: Digitale Bildungsmesse in Fulda geht zu Ende).

Etwa 600 Beratungen gab es 2020 in der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Fulda: „Wir füllen eine Versorgungslücke – während eines Klinikaufenthalts haben Patienten einen Psychoonkologen als Ansprechpartner. Werden sie entlassen, fällt diese Unterstützung weg“, betont Claudia Walter.

Krebsberatung in Fulda: 600 Gespräche in 2020 - „Wir füllen eine Versorgungslücke“

Die Arbeit der Krebsberatungsstelle in Fulda wird zu 40 Prozent von den Krankenkassen gefördert, die weitere Finanzierung ist nicht verbindlich und erfolgt durch die Hessische Krebsgesellschaft als Trägerorganisation, Stadt und Landkreis Fulda sowie Spenden und einen Förderverein.

Die Psychosoziale Krebsberatungsstelle in Fulda in der Kurfürstenstraße 15 ist erreichbar per Telefon unter (0661) 83398644 oder per Mail unter fulda@krebsberatung-hessen.de. (sko)

Das könnte Sie auch interessieren