Eine Collage von sechs Kulturgesichtern aus dem Kreis Fulda.
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Unsere Collage zeigt sechs der Kulturgesichter aus der Region Fulda.

Ernster Blick

Kulturbranche in Corona-Not: Foto-Aktion „Kulturgesichter“ läuft auch in Fulda sehr gut 

  • Anke Zimmer
    vonAnke Zimmer
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Die Pandemie hat vor allem die Kulturbranche in schwere Not gebracht. Dass es hier um Existenzen geht, darauf macht die bundesweite Aktion „Kulturgesichter“ aufmerksam, die auch in Fulda sehr gut läuft. 

Fulda - Frauen und Männer sehen den Betrachter mit ernstem Blick an. Sie stammen aus allen Bereichen der Kultur: Musik, Zauberei, Veranstaltungsmanagement, Kabarett, Technik, Journalismus, Schriftstellerei... Mit verschränkten Armen erscheinen sie vor einem pechschwarzen Hintergrund, ihre Kleidung ist dunkel. Darunter steht jeweils der Vorname, ihr Job, und seit wann sie in der Branche arbeiten. Einer Branche, die von der Corona-Pandemie so arg gebeutelt wurde wie kaum eine sonst. Falsch: gebeutelt wird. Denn die Durststrecke ist noch lange nicht vorbei, auch wenn ein Licht am Ende des Veranstaltungs-losen Tunnels aufleuchtet.

„Kulturgesichter“ nennt sich eine bundesweite Aktion, die mit Fotos von unterschiedlichen Protagonisten der Branche aufmerksam machen will auf das Dilemma der Künstlerinnen und Künstler, von denen ein nicht geringer Teil soloselbstständig arbeitet und in normalen Zeiten schon am Existenzminimum rumkrebst. Rücklagen? Ein dickes Konto?

Corona: Ernste „Kulturgesichter“ - Bundesweite Foto-Aktion auch in Fulda

„Das kennen nur die ganz großen Stars“, sagt Lena Wingenfeld vom Citymarketing Fulda. Sie sorgt zusammen mit der Stadt, dem Kulturzentrum Kreuz und dem Fotografen Robert Gross dafür, dass auch in Osthessen im Bewusstsein bleibt, was ein Lockdown für zahlreiche Kulturschaffenden bedeutet: null Einkommen, keine Arbeitsmöglichkeiten. „Es geht uns nun darum, die Sensibilität für dieses Problem zu wecken und zu zeigen, dass keine anonymen Menschen betroffen sind, sondern Personen, die wir kennen.“ (Lesen Sie hier: Corona-Schnelltest: Viele Positiv-Ergebnisse erweisen sich als negativ - So hoch ist Quote im Kreis Fulda).

Vor einigen Tagen, sagt Wingenfeld, fand das dritte Shooting bei Gross zu der Aktion statt. Bis jetzt haben sich 60 Menschen aus der Region gemeldet, um mitzumachen, darunter übrigens auch die Kulturredakteurin unserer Zeitung, Anne Baun. Denn Kultur, erklärt Wingenfeld, umfasst nicht nur die freien Kreativen. Es geht um Veranstalter, um Clubbesitzer, um Bühnentechniker und viele mehr.

Lena Wingenfeld: Kulturbranche soll präsent bleiben

Das Interesse an der Teilnahme in Fulda ist groß, „das hätte ich so nicht erwartet“, sagt die Organisatorin. Derzeit sind die Bilder nur in den sozialen Medien zu sehen, in ein paar Wochen aber werden sie als Plakate in der Stadt hängen. Denn: „Es geht darum, dass wir aus der Kulturbranche präsent bleiben.“

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