Fuldas Bischof Michael Gerber trug das Osterfeuer in den Dom.
+
Fuldas Bischof Michael Gerber trug das Osterfeuer in den Dom.

Osterfeuer vor dem Fuldaer Dom

Osternacht mit Bischof Gerber: Hunderte Gläubige feiern Gottesdienst im Livestream

  • Leon Schmitt
    vonLeon Schmitt
    schließen

Der traditionelle Gottesdienst in der Osternacht ist wegen der Corona-Pandemie in einem ungewohnt kleinen Kreis gefeiert worden. Hunderte Gläubige verfolgten die Feier im Fuldaer Dom per Livestream.

Fulda - Die Auferstehung Christi, das älteste Fest der Christenheit und Höhepunkt des Kirchenjahres, ist am Ostersonntag ab 5.30 Uhr im Dom in Fulda gefeiert worden. Aufgrund der Corona-Lage durften die Kirchenbänke nur spärlich besetzt werden. Die wenigen Besucher mussten sich zudem vorab anmelden und Masken tragen. Auch auf den Gemeindegesang wurde verzichtet.

Gläubige, die keinen Platz im Dom ergattern konnten, hatten die Möglichkeit, der Osternachtliturgie mit Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber live auf der Webseite des Bistums Fulda und auf dem Youtube-Kanal des Bistums beizuwohnen. Wie zuvor bereits beim Gottesdienst zum Karfreitag nahmen auch am Ostersonntag viele das Angebot wahr. Hunderte Gläubige verfolgten den Gottesdienst, der auch im Nachhinein noch angeschaut werden kann, im Livestream.

Fulda: Hunderte Gläubige feiern Osternacht-Gottesdienst im Livestream

Zu Beginn der Osternachtliturgie segnete Bischof Gerber vor dem Fuldaer Dom ein Osterfeuer. An diesem entzündete Gerber die Osterkerze, die in einer Prozession in den Dom gebracht wurde. In seiner Predigt am Ostersonntag beschrieb Gerber die Ostererfahrung als Zukunfts-Perspektive. Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen brauche es dabei die richtigen Worte und mutige Menschen.

Vor dem Fuldaer Dom entzündete Bischof Gerber die Osterkerze am Osterfeuer.

An Karfreitag waren die Jünger Jesu in einer ähnlichen Situation wie viele Menschen, die heute einen Angehörigen verloren haben, beschrieb Bischof Gerber während seiner Osterpredigt im Fuldaer Dom: Sie konnten nicht bewusst Abschied nehmen und den Verstorbenen auch nicht auf dem letzten Weg begleiten. Damals aus Angst vor Verfolgung, heute, weil es die Corona-Regeln nicht möglich machen.

Video: Rom, Jerusalem, Damaskus - Christen feiern die Osternacht

„Was sind die letzten Worte, die uns noch mitgegeben wurden, die wir in Erinnerung behalten wollen?“, fragte Gerber und fügte hinzu, dass es klar sein müsse, aus welchem Wort man lebe. Fuldas Bischof zog eine Parallele zwischen der Ostereier-Suche und dem Reinhören ins Innere: „Ostern kann ein Anstoß sein, die Winkel unser Seele zu durchstöbern und uns zu fragen: ‚Aus welchem Wort lebe ich? Welches Wort trägt mich?‘“

Unter Einhaltung strenger Corona-Regeln durften einige, wenige Gläubige den Osternacht-Gottesdienst im Fuldaer Dom feiern.

Gerber rief die Gläubigen dazu auf, gemeinsam neue Wege zu beschreiten. „Schwere Zeiten, spannungsvolle Situationen fordern Menschen heraus, die für eine neue Kultur stehen; die aus einer inneren Kraft leben“, sagte er. Dazu brauche es Menschen, die von einem Wort getragen seien, das nach vorne weise und neue Horizonte erschließe.

Das könnte Sie auch interessieren