Integrationspreis der Stadt Fulda
+
Verleihung des Integrationspreises (von links): Bürgermeister Dag Wehner, Benjamin Möller (SG Frischauf Fulda 1962), Günter Möller (SG Frischauf Fulda 1962), Wolfram Latsch (AWO), Dr. Reinhard Asche (Welcome-In) und Tariq Nawaz (Ahmadiyya Muslim Jamaat Fulda)

Masken-Nähen und Essensverteilung

Die Ahmadiyya-Gemeinde gewinnt den Integrationspreis der Stadt Fulda - Projekte im Zeichen von Corona

  • Jacqueline Kleinhans
    vonJacqueline Kleinhans
    schließen

Die Ahmadiyya-Gemeinde hat den Integrationspreis der Stadt Fulda gewonnen, der am Donnerstagabend zum fünften Mal in der Aula der Alten Universität verliehen wurde. Der mit 3000 Euro dotierte Preis stand im Zeichen der Corona-Pandemie - und das in mehrerer Hinsicht.

Für den Integrationspreis der Stadt Fulda sind dieses Jahr neun Projekte und Angebote vorgeschlagen worden. Einige sind im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie entstanden wie etwa Masken-Nähen oder Essensverteilung. Zu den Vorschlägen zählten auch Projekte, die neu ins Leben gerufen wurden, wie ein Nachbarschaftscafé.

Integrationspreis der Stadt Fulda: Amadiyya-Gemeinde nähte 2500 Masken

Dag Wehner (CDU), Bürgermeister der Stadt Fulda, lobte die nominierten Projekte und Vereine und hob die Bedeutung ihres Engagements, gerade in Zeiten einer Pandemie hervor: „Die Coronakrise hat uns vor Augen geführt, wie wertvoll der Austausch untereinander ist. Eine Wirkung der Pandemie ist, dass viele enger zusammengewachsen sind - nicht nur Familien, sondern auch die Bürger. Die Bewerbungen haben gezeigt, wie vielfältig die Institutionen in unserer Stadt sind“, sagte Wehner.

Bürgermeister Dag Wehner (CDU) lobte das Engagement der Preisträger.

Durchgesetzt hat sich die Fuldaer Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde, die mit mehreren Teilprojekten überzeugen konnte. Rund 2500 Masken nähten die Mitglieder und verteilten diese an Arztpraxen, Pflegeheime, Kindergärten und Schulen oder veranstalteten Verteilaktionen wie am Bahnhofsvorplatz. Zudem nahmen sie mit mehreren Mitgliedern an einer Blutspende-Aktion des DRK teil. Die Gemeinde engagiert sich außerdem seit vielen Jahren für eine gute Nachbarschaft – beispielsweise mit der Putzaktion des Universitätsplatzes an Neujahr. Das Preisgeld von 1200 Euro wird die Gemeinde an gemeinnützige Einrichtungen in Fulda spenden.

Preisträger

1. Platz: Ahmadiyya Muslim Jamaat Fulda (1200 Euro)

2. Platz: SG Frischauf Fulda 1962 (800 Euro)

3. Platz: AWO Kreisverband Fulda (500 Euro)

3. Platz: Dr. Reinhard Asche (500 Euro)

Der zweite Platz geht an die SG Frischauf Fulda. Rund 25 Personen haben ehrenamtlich Essen für Anwohner gekocht und verteilt. Über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten wurden jeden Sonntag etwa 50 bis 80 Mahlzeiten gegen Spenden verteilt. „Insgesamt elf Wochen haben wir Essen verteilt und dafür viel Dank erhalten“, sagte Günter Möller. Durch die Aktion wurden sowohl der Zusammenhalt des „sehr bunt gemischten Vereins (circa 50 Prozent Migrationshintergrund) als auch die Identifikation mit der Nachbarschaft des Stadtteils gestärkt“. So beschreibt die Stadt das Projekt in einer Mitteilung.

Platz drei teilen sich in diesem Jahr der AWO-Kreisverband Fulda und Dr. Reinhard Asche. Die AWO hatte sich mit einem Maskennähprojekt im Bürgerzentrum Ziehers-Süd beworben. Ehrenamtliche Näherinnen fertigten rund 1000 Masken an und verteilten diese anschließend an Altenheime und Pflegeeinrichtungen sowie im Stadtteil. „Die Jüngste, die bei dem Projekt geholfen hat, war vier Jahre alt. Menschen aus zehn Nationen haben gemeinsam genäht“, erläuterte Wolfram Latsch.

Die Verleihung des Integrationspreises fand in der Aula der Alten Universität statt.

Reinhard Asche engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Asylberatung bei „Welcome In! Fulda“ und Amnesty International. Er wurde von Dritten für den Preis vorgeschlagen. „Wenn der Integrationspreis ein Signal für humanitäre Flüchtlingspolitik ist, bin ich stolz, ihn bekommen zu haben.“, sagte Asche.

Die Preisverleihung moderierte Stephan Mölleney, Leiter für das Amt Jugend, Familie und Senioren der Stadt Fulda. Im Anschluss an die Verleihung stellten die Preisträger ihre Projekte noch einmal im Detail vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema