Normalerweise würde Jan Frühauf jetzt die letzten Vorbereitungen für den Rosenmontagsumzug am kommenden Montag treffen. (Symbolfoto)
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Normalerweise würde Jan Frühauf jetzt die letzten Vorbereitungen für den Rosenmontagsumzug am kommenden Montag treffen. (Symbolfoto)

Gespräch mit Jan Frühauf

Kein Romo wegen Corona: „Die Absagen wegen der Stürme taten mehr weh“

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Normalerweise würde Jan Frühauf jetzt die letzten Vorbereitungen für den Rosenmontagsumzug treffen. Doch in diesem Jahr ist alles etwas anders. Im Gespräch mit unserer Zeitung verrät der 33-Jährige, wie er diesen Tag in Pandemie-Zeiten verbringt. 

Fulda - Die Begeisterung für die Fastnacht kam spät, aber dafür mit voller Wucht: 2011 wurde Frühauf Fastnachtssänger bei der Fuldaer Karneval-Gesellschaft (FKG), von da an wurde das Fastnachtsfieber von Jahr zu Jahr mehr. Was er an der fünften Jahreszeit schätzt, erklärt er so: „Es ist das Organisieren und das Feiern, das hat einen kulturellen Wert.“ Es gehe nicht bloß darum, sich zu verkleiden und sinnlos zu betrinken, vielmehr würden Geselligkeit und Freundschaften im Fokus stehen.

Seit dem Jahr 2015 ist Frühauf mit fünf weiteren Personen im Romo-Ausschuss tätig und kümmert sich Jahr für Jahr um die Organisation des Rosenmontagumzuges in Fulda. In diesem Jahr jedoch - im verflixten siebten Jahr sozusagen - ist alles etwas anders. Corona hat den Narren einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das stimmt Frühauf zwar traurig, dennoch findet er: „Die Romo-Absagen wegen der Stürme in den vergangenen Jahren haben mehr wehgetan.“ Warum das so ist? „Man hatte schon alles organisiert und dann musste der Umzug ins Wasser fallen.“ Jetzt in der Corona-Zeit habe man schon seit längerem gewusst, dass die Kampagne nicht stattfinden kann. Man habe sich darauf vorbereiten können.

Fulda: „Die Absagen wegen der Stürme taten mehr weh“: Jan Frühauf ist seit 2015 im Romo-Ausschuss tätig

Wäre die Pandemie den Narren nicht in die Quere gekommen, hätten sie bereits im vergangenen Jahr mit der Organisation begonnen. In „normalen“ Jahren würden der 33-Jährige und seine Mitstreiter am Ende der Sommerferien in die Planung gehen. Zwar habe dem 33-Jährigen eine berufliche Neuorientierung im vergangenen Jahr ein wenig über den Fastnachtsschmerz hinweg geholfen, aber dennoch: „Je fortgeschrittener die Kampagne wurde, desto mehr hat man es natürlich vermisst.“ Ganz verzichtet habe der 33-Jährige, der hauptberuflich als Mathematik- und Religionslehrer in Neuhof arbeitet, auf die Fastnacht jedoch nicht.

Jan Frühauf.

Frühauf berichtet davon, an einer digitalen Fastnachts-Kampagne der FKG mitgewirkt zu haben, in der jeden Samstag diverse närrische Beiträge gesendet werden - etwa Grüße vom OB und Musikvideos. Trotz digitalem Kontakt zu den Narren blickt Frühauf wehmütig auf den kommenden Montag. Einen ganz persönlichen Rosenmontag wird er sich jedoch selbst bescheren:„Ich werde die Strecke ablaufen, um einfach das Gefühl aufkommen zu lassen“, erzählt er.

Jan Frühauf: Je fortgeschrittener die Kampagne wurde, desto mehr hat man es natürlich vermisst

Auf die kommende Kampagne blickt Frühauf mit einem unsicheren Gefühl: „Fastnacht heißt Schulter an Schulter, Abend für Abend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass zur nächsten Saison wieder Normalität herrscht.“ Wichtig sei für ihn jedoch, dass die Fastnacht durch Corona nicht ausstirbt.

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