Vor manchen Häusern – wie hier in der Frankfurter Straße – türmt sich der alte Hausrat.
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Vor manchen Häusern – wie hier in der Frankfurter Straße – türmt sich der alte Hausrat.

Lösung bis spätestens Weihnachten

Wegen Corona wird überall ausgemistet: Sperrmüll sammelt sich auf den Straßen - Zusatzfahrten in Fulda

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Aus vielen Ecken der Stadt kommen Beschwerden – und das schon lange, wie wir bereits vor drei Wochen berichtet haben. Noch immer liegt an vielen Straßenrändern Sperrmüll. Der Oberbürgermeister räumt ein: Es gibt ein Problem. Bis spätestens Weihnachten soll der Sperrmüll weggeräumt sein.

Update vom 12. Dezember, 16.16 Uhr: Im Einsatz gegen den sich türmenden Sperrmüll in Fulda werden nun weitere Unternehmen tätig. Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt Fulda, bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Firma Weisgerber nach eigenen Angaben derzeit täglich mit etwa sechs Fahrzeugen Sperrmüll einsammele und am Samstag, 12. Dezember, Zusatzfahrten mit etwa 15 Fahrzeugen leiste. Am vergangenen Donnerstag seien noch Rückstände vom Freitag, 4. Dezember, aufzuarbeiten gewesen.

Ab kommendem Montag, 14. Dezember, würden außerdem zusätzlich zwei weitere Entsorgungsfirmen im Einsatz gegen den Sperrmüll unterstützen. Sie werden mit jeweils einem Fahrzeug unterwegs sein und beginnen laut Heller in Niesig. Die Stadt plane beide Firmen zunächst für fünf Tage ein, es gebe jedoch die Option auf Verlängerung. „Ziel ist, dass spätestens bis Weihnachten alle Rückstände aufgearbeitet sind und auch die regulären Abfuhrtermine eingehalten werden“, sagt der Pressesprecher außerdem.

Erstmeldung vom 10. Dezember: Fulda - Dass es ein Problem gibt, räumt Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) unumwunden ein: „Wir sind uns dessen bewusst, dass die Zustände teilweise unhaltbar sind und setzen alles daran, dass Sperrmüll und Müllreste vor Weihnachten entsorgt werden“, äußert er nach Beratungen mit den zuständigen Ämtern. „Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an einer Lösung“, ergänzt Monika Kowoll-Ferger, Pressesprecherin der Stadtverwaltung. „Die von der Stadt beauftragte Firma Weisgerber ist bei den aktuellen Sperrmüllterminen leider in Rückstand geraten.“

Für den Rückstand gebe es vor allem zwei Gründe: „Die Sperrmüllmengen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Ein Grund dafür ist sicher, dass viele Menschen in der Corona-Pandemie die Zeit genutzt haben, ihr Heim zu verschönern oder zu entrümpeln“, sagt Kowoll-Ferger. Der zweite Grund sind coronabedingte Personalausfälle bei der Firma Weisgerber.

Sperrmüll an Fuldas Straßen: Müllmengen haben sich wegen Corona verdoppelt

Lesen Sie hier: Mit diesen Problemen kämpfen die Stadtreiniger in Fulda.

„Normalerweise holt die mit der Sperrmüllentsorgung beauftragte Firma stehengelassene Sperrmüllabfälle am nächsten Arbeitstag ab. Dies ist aus den oben genannten Gründen derzeit nicht immer möglich, so dass der Sperrmüll mancherorts länger liegen bleibt als üblich“, erklärt die Sprecherin. Auch am Aschenberg blieb der Sperrmüll vergangenen Monat länger liegen als üblich.

Um das Problem zu lösen, sei das beauftragte Unternehmen bereits aktiv geworden: „Die Firma Weisgerber ist zusätzlich an Samstagen im Einsatz, zudem bemühen wir uns um Unterstützung durch einen weiteren Dienstleister.“ Auch der Stadtservice sei den verfügbaren personellen Kapazitäten eingebunden. Kowoll-Ferger bittet noch um etwas Geduld: „Wir setzen alles daran, dass Sperrmüll und Müllreste vor Weihnachten entsorgt werden.“

Allerdings müsse die Stadt auch feststellen, dass es bei einigen Bürgern zunehmend an Disziplin fehle, wenn es um die Entsorgung des eigenen Mülls gehe, kritisiert der OB. Bis zu einem Drittel der Abfälle am Straßenrand gehöre nicht zum Sperrmüll, beispielsweise Elektrogeräte, Textilien, Kartonagen, Glas oder Kleinteile, die in die Mülltonne passen. Diese würden daher bei der Sperrmüllentsorgung liegen gelassen und müssen dann eigentlich durch die Grundstückseigentümer entsorgt werden, die aber ihrer Pflicht nicht immer nachkommen. Hinzu komme die Problematik, dass es zunehmend Personen gebe, die nicht im Stadtgebiet wohnen und die bei Sperrmüllterminen die Gelegenheit nutzen, um ihren Unrat illegal zu entsorgen.

Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld appelliert an Eigenverantwortung der Bürger

Zur aktuellen Problematik um die Sperrmüll-Entsorgung komme das Problem der zunehmenden Vermüllung öffentlicher Flächen. Wingenfeld: „Da appellieren wir an die Eigenverantwortung der Bürger. Die große Mehrheit verhält sich vorbildlich – umso ärgerlicher für die Allgemeinheit, wenn eine Minderheit ihren Abfall unsachgemäß entsorgt.“

Hier ruft er die Bürger auch dazu auf, das Angebot des städtischen Wertstoffhofes zu nutzen. Als Konsequenz aus der aktuellen Problematik will der OB im kommenden Jahr zusätzliche Personalstellen einrichten, die sich ausschließlich um die Aufnahme und Ahndung von Umweltsünden im Stadtgebiet kümmern sollen.

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