Der Sternsinger Hannes (11) schreibt den Segenspruch „20 C+M+B 21“ mit Kreide auf einer Leiter stehend über ein Portal am Aachener Dom. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet das Sternsingen überwiegend digital statt.
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Der Sternsinger Hannes (11) schreibt den Segenspruch „20 C+M+B 21“ mit Kreide auf einer Leiter stehend über ein Portal am Aachener Dom. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet das Sternsingen überwiegend digital statt.

Segensbriefe und -pakete

Sternsinger auf dem Display - Wegen Corona keine Hausbesuche in diesem Winter

Die Pandemie stellt so einiges auf den Kopf. Und so bleiben auch die Sternsinger nicht verschont, die in diesem Winter nicht von Haus zu Haus ziehen werden. Trotzdem wurden sie in Aachen offiziell ausgesandt, denn die Aktion fällt nicht aus, sondern wird nur anders.

Fulda - Die bundesweiten Träger der Aktion, das Kindermissionswerk und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend, hatten schon vor einigen Tagen dringend davon abgeraten, in diesem Jahr Hausbesuche zu machen. Stattdessen soll es ein „kontaktloses Sternsingen“ geben, was vielleicht im ersten Moment erst einmal befremdlich klingt, auf den zweiten Blick aber das Beste aus der aktuell schwierigen Lage zu Coronazeiten macht.

Laut Empfehlungen der Träger sollten Segensbriefe und -pakete zugeschickt oder verteilt werden und in Gottesdiensten der Segen bereitgelegt werden. Außerdem lassen sich die Sternsinger auf digitalem Weg ins Haus holen. So ist auf der offiziellen Seite sternsinger.de direkt auf der Startseite ein virtueller Sternsingerbesuch möglich.

Corona-Pandemie: Keine Hausbesuche der Sternsinger in diesem Winter

Das Bistum Fulda setze die Empfehlungen der Träger verbindlich um, teilte es am Dienstag in einer Pressemeldung mit. „Das Bistum Fulda hat sich klar gegen Hausbesuche und Straßen-Verteilaktionen ausgesprochen, um das Risiko von Ansteckungen auszuschließen“, heißt es in der Mitteilung des Generalvikariats. Einige Pfarreien hätten schon früh und weitsichtig andere Wege gesucht und gefunden. „Gleichzeitig ist es uns wichtig, dass die Aktion nicht ersatzlos ausfällt“, heißt es weiter. Zudem werde die Sternsingeraktion bis zum 2. Februar verlängert. Der Leitgedanke der engagierten Mädchen und Jungen in Coronazeiten bleibe trotz oder gerade wegen der schwierigen Lage: „Heller denn je – die Welt braucht eine frohe Botschaft!“

„Die Aktion Dreikönigssingen wird 2021 kontaktlos, kreativ und wie immer solidarisch mit den Kindern in der Welt sein“, erklärt der Jugendpfarrer im Bistum Fulda und BDKJ-Präses Alexander Best. Denn den Verantwortlichen sei klar: „Die Welt braucht eine frohe Botschaft, den Segen der Sternsinger, auf den sich zahlreiche Menschen zum Jahreswechsel so sehr freuen.“ Zugleich brauchen die Mädchen und Jungen in den Ländern der Einen Welt dringend die Unterstützung der Sternsinger: „Denn die Folgen der Pandemie werden sie ganz besonders betreffen: ein Mangel an Lebensmittelversorgung, Schulschließungen, eine unzureichende Gesundheitsversorgung, ein Anstieg ausbeuterischer Kinderarbeit.“ (Lesen Sie hier: Fuldaer Sternsinger zu Gast bei Bouffier: Lob für ihr soziales Engagement).

Generalvikariat: „Welt braucht eine frohe Botschaft“

„Segnen und sammeln steht also nach wie vor auf dem Programm der Sternsinger. Das geht auch digital“, erklärt Jugendpfarrer Best: „Die ersten digitalen Grüße für Seniorenheime werden gerade produziert und werden pünktlich zum Dreikönigstag ankommen.“ Für die alternativen Aktionsformen vor Ort kommen Segensbriefe und -pakete, Segensaufkleber und weitere Materialien zum Einsatz. Sie werden laut Bistum aktuell in großer Zahl beim Kindermissionswerk (Aachen) bestellt. Diese können an die Haushalte verschickt oder verteilt werden. Auch in Gottesdiensten oder Sternsinger-Andachten kann der Segen ausgegeben werden – verbunden mit der Bitte um Spenden für die Sternsingeraktion.

In verschiedenen Orten gebe es bereits Kooperationen mit Lebensmittelgeschäften, so dass auch dort ein Segensaufkleber ausliege und eine Spende abgegeben werden kann. Weiterhin sei bereits an vielen Stellen geplant, dass Segenspakete in die Briefkästen eingeworfen werden. Oberste Priorität habe auch dabei, dass zum Schutz der Gesundheit spontane und zufällige Kontakte vermieden werden. „Daher dürfen Verteilaktionen diesmal nicht in Sternsingergewändern geschehen und nur durch einzelne Personen, nicht durch Gruppen und ohne Bekanntmachung des Zeitraums“, erläutert das Bistum in seiner Mitteilung.

Der Sternsinger stehen nach einem Gottesdienst zum Auftakt der Aktion Dreikönigssingen 2021 für einen Fototermin vor dem Aachener Dom. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet das Sternsingen überwiegend digital statt.

Pfarrer Alexander Best: „Segnen und sammeln. Das geht auch digital“

Auf sternsinger.de gibt es weitere Tipps für die Gruppen, wie die Aktion in Coronazeiten organisiert werden kann. Auf der Seite besteht zudem die Möglichkeit, eine Spendenaktion für die eigene Pfarrei anzulegen. Die offizielle Aussendung der Sternsinger im Bistum Fulda – am 8. Januar in der Stiftskirche Amöneburg – werde ebenfalls an die aktuelle Corona-Lage angepasst.

Damit trotzdem viele Sternsinger (zumindest digital) dabei sein können, wird die Veranstaltung der Feier im Internet übertragen. Auf der Hompage des Bischöflichen Jugendamts ist ein direkter Zugang zum Video installiert. Bundesweit ist die Sternsinger-Aktion mit einer zentralen Aussendungsfeier in Aachen gestartet worden – rund 300.000 Mädchen und Jungen beteiligen sich vergangenes Jahr daran.

Die erste Aktion Dreikönigssingen wurde 1959 organisiert. 2004 wurden die Sternsinger in Münster mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet. 2015 erfolgte die Aufnahme des „Sternsingens“ in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. (dk)

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