Leere Stühle in einer Straße in Fulda.
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In der Fuldaer Innenstadt soll wohl auch im Winter Außengastronomie möglich sein.

Nach Vorstoß des Magistrats

Heizpilz, Windschutz, Stehtisch: So rüsten sich Fuldaer Gastwirte für den Corona-Winter

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Draußen sitzen, dabei einen Kaffee trinken und etwas essen – das könnte in diesem Winter in der Fuldaer Innenstadt möglich sein. Der Fuldaer Magistrat spricht sich für eine Satzungsänderung aus: Gastwirte sollen auch im Winter draußen bestuhlen dürfen. Die Fuldaer Gastronomen haben schon Ideen.

Fulda - Bei der Stadt Fulda liegen bereits mehrere Anträge von Wirten vor, die zwischen November und Februar Außengastronomie anbieten möchten. Normalerweise ist das zu der Zeit nur in begründeten Ausnahmefällen gestattet. Weil viele Gäste aufgrund der Corona-Pandemie lieber draußen sitzen, hat sich der Fuldaer Magistrat für eine Satzungsänderung ausgesprochen. Diese muss aber noch im Ausschuss und in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden.

Dehoga Fulda freut sich über Magistrats-Vorstoß: „Einigen Gastronomen hilft das auf jeden Fall“

„Einigen Gastronomen hilft das auf jeden Fall, wenn sie auch draußen Tische anbieten dürfen. Vor allem diejenigen, die nur kleine Innenräume haben, können sich so nach außen etwas erweitern und Umsatzverluste auffangen“, erklärt Steffen Ackermann, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Fulda. Er geht davon aus, dass die Gäste dieses Angebot gut annehmen. „An den Weihnachtsmärkten stehen die Leute ja auch gerne draußen“, sagt Ackermann.

Heizpilze

Heizpilze gelten für viele als Klimakiller. Deshalb wird seit Jahren auch diskutiert, ob sie verboten werden sollten. In Berlin sind sie das in den meisten Bezirken. In Fulda nicht. Aber in der Sitzung der Stadtverordneten wurde darüber diskutiert. Die Grünen sprachen sich gegen Heizpilze aus. Sollte die Satzung zur Außengastronomie geändert werden, setzen einige Gastronomen womöglich auf diese Form von Wärme. 

Wer als Gastwirt in den Wintermonaten draußen bestuhlen möchte, der muss einen Antrag bei der Stadt Fulda stellen, in dem beschrieben wird, was genau geplant ist. Der Antrag kann per E-Mail an ordnungsamt@fulda.de oder auf dem Postweg gestellt werden.

Wir haben bei Fuldaer Gastronomen gefragt, was sie von dem Angebot halten:

Gastronom Andreas Muhl betreibt mit Torsten Müller das Schöppchen und die Bar 22 in Fulda.

Schon im August hat Andreas Muhl zusammen mit seinem Geschäftspartner Torsten Müller bei der Stadt einen Antrag gestellt, dass sie vorm Schöppchen und der Bar 22 gerne auch im Winter Tische aufstellen möchten. „Es freut mich, dass die Politik das Thema nun aufgreift. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung und ein Zeichen, dass wir Gastwirte nicht vergessen werden.“ Wenn die Satzung es erlaubt und Außengastronomie im Winter möglich ist, möchte Muhl einen Heizpilz oder einen elektrischen Heizstrahler anschaffen. „Wir haben bereits einen solchen Strahler, der schon jetzt in der Übergangszeit gut genutzt wird.“ Muhl plant draußen eine Mischung aus Stehtischen und normalen Tischen. „Man muss aber Realist sein, so wie im Sommer werden die Zahlen im Winter nicht aussehen.“

Gastronom Michele Mattera betreibt das Restaurant Bellini in Fulda.

Michele Mattera betreibt seit mehr als vier Jahren das Bellini am Buttermarkt in Fulda. Er findet es positiv, wenn er seine Gäste auch im Winter draußen bewirten dürfte und hat auch schon einen Antrag gestellt. „Erst einmal werde ich es mit zehn Tischen direkt vor dem Restaurant versuchen, vielleicht möchte ich auch Seitenelemente als Windschutz aufbauen.“ Er hofft, dass die Stadt das dann genehmigt. 

Gastronom Martin Gremm ist Geschäftsführer des Esperanto-Hotels in Fulda.

Martin Gremm, Geschäftsführer des Esperanto, nennt es eine „gute Sache“, dass die Stadt Außengastronomie auch im Winter ermöglichen möchte. Es sei aber nicht einfach, die Bestuhlung so herzurichten, dass sich die Leute auch bei kalten Temperaturen draußen wohl fühlen. Im Esperanto sei das Hauptrestaurant so groß, dass schon jetzt die Abstände gut gewährleistet werden könnten. Trotzdem soll es im Garten auch Außentische geben, wenn das möglich ist. „Wir sind in der Planung. Um die Saison zu verlängern, setzen wir auf Heizstrahler“, erklärt Gremm

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