Brautpaar auf Fahrrad
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Die Nachfrage nach Hochzeitsterminen war und ist trotz Corona-Pandemie vielerorts hoch. 

Ja-Wort in der Pandemie  

Corona schreckt viele Brautpaare in der Region nicht ab

Der Lockdown wegen der Corona-Pandemie hat das öffentliche Leben stark gebremst. Doch Brautpaare ließen sich offenbar nicht abschrecken. Die Nachfrage nach Hochzeitsterminen war und ist vielerorts hoch - auch in Fulda. 

  • Heiraten während der Corona-Pandemie ist vielerorts gefragt.
  • Standesämter der Region sprechen über ihre Erfahrung in der Krise.
  • In Fulda wurden seit Mitte März 57 Trauungen registriert.

Frankfurt/Fulda - Die Corona-Pandemie hält Hessens Brautpaare nicht vom Ja-Wort ab. In vielen Städten war und ist die Nachfrage nach Trauterminen kaum gebremst, wie eine Umfrage unter Kommunen ergab. Allerdings geht aufgrund der Hygiene-Vorgaben der Trend eher zur standesamtlichen Trauung in kleinem Kreis. Die Hochzeitsbranche hat weiter das Nachsehen.

Heiraten während der Corona-Pandemie: Saison 2020 schwierig

„Wir sehen die Saison 2020 als sehr schwierig an und hoffen, dass vielleicht zum Ende der Sommersaison wieder etwas mehr Freiheit möglich ist“, sagte Svenja Schirk, Pressesprecherin des Bundes deutscher Hochzeitsplaner. Noch immer bangten viele Brautpaare um ihre Hochzeit und die dazugehörige Feier. „Gerade bei den Feiern sind die bisherigen Bestimmungen Stand heute nicht besonders attraktiv für Brautpaare und wollen so nicht eingehalten werden.“ Dazu gehören Hygieneregeln wie Mindestabstand und eine beschränkte Größe der Hochzeitsgesellschaften. In Frankfurt sind bei der standesamtlichen Trauung nun zehn Teilnehmer inklusive Hochzeitspaar zugelassen, in Fulda sechs Gäste plus Fotograf.

Das berichten die Standesämter der Region

57 Trauungen wurden seit Mitte März in Fulda registriert.

Fulda: „Auch in der aktuellen Corona-Zeit gibt es durchaus Nachfrage nach aktuellen Eheschließungsterminen, zum Beispiel von Paaren, die ohnehin eine Feier im kleinen Kreis beziehungsweise alleine geplant hatten“, sagte ein Sprecher in Fulda. Außerdem würden im Moment Hochzeitstermine für den Herbst sowie das kommende Jahr 2021 geplant oder vorgemerkt. 57 Trauungen wurden seit Mitte März in Fulda registriert.

Schlitz: „Bei uns in Schlitz wurden bisher sechs Trauungen aufgrund der Corona-Krise abgesagt – und alle wurden auf das nächste Jahr verschoben“, berichtete uns eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Für die Burgenstadt sei dies verhältnismäßig viel: „Wir haben in einem Jahr insgesamt etwa 50 Trauungen.“

Hilders: „Die geplanten standesamtlichen Trauungen werden alle durchgezogen“, berichtet uns indes eine Standesamt-Mitarbeiterin aus Hilders. Teilweise seien die Termine aber ein wenig nach hinten verschoben worden. „Die kirchlichen Trauungen – sie gehen bei uns am Land ja meist mit der standesamtlichen einher – werden jedoch auf das nächste Jahr verschoben“, führt die Mitarbeiterin aus. Es habe aber schon eine Anmeldung bewusst während der Coronazeit gegeben, da ohnehin kein Fest geplant gewesen sei. „Wir haben in diesem Jahr nicht weniger Anmeldungen als im vergangenen Jahr.“

Steinau: „Bezüglich der Anzahl der Trauungen ist im Vergleich zu den Vorjahren fast kein Unterschied zu bemerken“, berichtet uns eine Mitarbeiterin des Standesamtes der Stadt Steinau an der Straße. „Absagen für Trauungen während der Coronakrise haben wir nur sehr wenige“, führt sie aus. 

Frankfurt: „Das Standesamt Frankfurt hat während der ganzen Zeit Eheschließungen durchgeführt, allerdings in einem speziell eingerichteten Raum und nur mit dem Brautpaar“, sagte Frankfurts Standesamtsleiterin Andrea Hart. Hinsichtlich der Anzahl der abgesagten oder verschobenen Eheschließungstermine könne man keine verbindlichen Zahlen liefern, der überwiegende Anteil der Paare habe sich jedoch entschieden, sich trotz der Beschränkungen trauen zu lassen. Andere Paare hätten einen späteren Termin vereinbart oder die Trauung zunächst ganz abgesagt. Das Interesse an Trauterminen sei gesunken: „Im April 2020 erreichten das Standesamt etwa ein Drittel weniger Anfragen zur erstmaligen Beratung als im April 2019.“ Bei der Entscheidung, Heirat oder nicht, sind die Paare allerdings auf sich allein gestellt. Keines der Standesämter spricht eine Empfehlung aus. „Aufgrund der unvorhersehbaren Entwicklung der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schutzmaßnahmen ist eine Prognose bezüglich künftiger Eheschließungen momentan nicht möglich“, erklärte das Standesamt Frankfurt.

Hünfeld: „Den Trend können wir bestätigen: Insgesamt haben wir im Hünfelder Standesamt ähnlich viele Trauungen wie im vergangenen Jahr“, teilt eine Sprecherin der Stadt mit. Es gebe Trauungen, die zu Beginn der Krise verschoben wurden und nun doch stattfinden. Es gebe allerdings auch Trauungen, die abgesagt und auf nächstes Jahr verschoben werden. Einzelne Trauungen seien komplett abgesagt. Aber es komme auch zu Trauungen, die nun ganz kurzfristig stattfänden. Vermehrt gebe es zudem Anfragen zu Terminen für das kommende Jahr, weil die Paare Angst haben, dann dort keine freien Termine mehr zu bekommen

Wiesbaden: „Das Verhalten der Traupaare auf Terminreservierungen lässt keine Änderung erkennen“, erklärte die Stadt Wiesbaden. Die Nachfrage nach Eheschließungsterminen sei „unverändert groß“. Die beliebten Heiratsmonate von Mai bis August sind in der Landeshauptstadt voll ausgelastet. Das Standesamt registrierte 109 Eheschließungen seit Mitte März.

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