Corona-Fall im Schöppchen in Fulda.
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Die Türen des Schöppchens sind am Donnerstagnachmittag geschlossen.

Fälle im Kneipenviertel

Schöppchen: Zwei Mitarbeiter und vier Besucher positiv auf Coronavirus getestet - weitere Tests negativ

  • Leon Schmitt
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Covid-19-Fall in Fuldas Kneipenviertel: Im Schöppchen im Bermudadreieck hat sich eine Person aufgehalten, die mit dem Coronavirus infiziert ist. Der Landkreis Fulda fordert Bürger mit Grippe-Symptomen auf, zu Hause zu bleiben und mahnt, wachsam zu bleiben. Jetzt steht fest: Sechs Corona-Tests sind positiv. Insgesamt wurden mehr als 400 Personen getestet.

  • Nach dem Corona-Fall im Schöppchen mahnt der Landkreis Fulda die Bürger wachsam zu bleiben. Freitagnachmittag teilte der Landkreis mit: Zwei Mitarbeiter und vier Gäste wurden positiv getestet.
  • Mehrere Hundert Kontaktpersonen mussten nach dem Corona-Fall vom Landkreis Fulda ermittelt werden.
  • Die Nachverfolgung der Kontaktpersonen sei teilweise unmöglich gewesen, weil die Kontaktzettel falsch ausgefüllt wurden, teilte der Landkreis Fulda mit.

Update vom 19. Juli, 9.50 Uhr: Die Ergebnisse der 100 Tests sind negativ, wie der Landkreis Fulda am Samstag mitteilte: „Die restlichen Abstrichergebnisse der uns bekannten Kontaktpersonen im Zusammenhang mit dem Schöppchen liegen nun alle vor – sie sind negativ.“ Damit bleibt es bei sechs Corona-Fällen im Zusammenhang mit dem Schöppchen. Ob sich Wirte den Ausweis zeigen lassen dürfen, wenn der Kontaktzettel falsch ausgefüllt wurde, beantworten Experten gegenüber unserer Zeitung.

Lesen Sie hier: Apotheken verkaufen weniger Antibiotika in Corona-Zeiten: Schützen die Maßnahmen auch vor anderen Krankheiten? Und: Der Fuldaer Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt kritisiert gegenüber dem Hessischen Sozialminister Kai Klose, dass Erkrankte mit Symptomen zur Arbeit gegangen sind. Und er lobt die Maskenpflicht.

Update, 17.42 Uhr: Zwei Mitarbeiter und vier Besucher des Schöppchens sind positiv auf Covid-19 getestet worden. Das teilt der Landkreis Fulda in einer Pressemeldung mit. Insgesamt wurden in den vergangenen Tagen mehr als 400 Gäste und Mitarbeiter der Kneipe im Fuldaer Bermuda-Dreieck auf das Virus untersucht. Von diesen Tests sind bislang mehr als 300 negativ, bei etwa 100 steht das Ergebnis noch aus. Von den sechs positiven Testergebnissen in Verbindung mit dem Schöppchen können fünf auf ein gemeinsames Treffen in der Kneipe zurückgeführt werden, so der Kreis.

Das Gesundheitsamt arbeitet sehr eng mit den Betreibern der Kneipe zusammen. „Mit aller Vorsicht können wir aufgrund der hohen Anzahl der negativen Tests bereits jetzt sagen, dass die Hygienekonzepte grundsätzlich funktionieren und in der betreffenden Kneipe auch gut umgesetzt wurden. Das stetige Tragen der Maske durch die Mitarbeiter scheint dabei ein wichtiger Baustein zu sein“, sagt Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt (CDU).

Der Fall hatte insgesamt die Ermittlung von mehreren Hundert Kontaktpersonen ausgelöst. Erschwerend kam dabei hinzu, dass etwa 30 Prozent der auszufüllenden Kontaktzettel unbrauchbar waren, da sie unleserlich geschrieben oder auch vorsätzlich falsch ausgefüllt worden waren, so der Kreis.

Coronavirus in Fuldas Kneipenviertel: Schöppchen appelliert an Gäste

Update, 17. Juli 14.02 Uhr: Nachdem das Schöppchen am Donnerstag zunächst wieder geöffnet hatte, sind die Türen der Fuldaer Kneipe jetzt wieder geschlossen. Auf Facebook schreiben die Verantwortlichen: „Sicherheitshalber haben wir doch erstmal wieder geschlossen, bis das gesamte Testverfahren des Gesundheitsamtes abgeschlossen ist. Wir rechnen mit Samstag Mittag.
Wir informieren Euch selbstverständlich zeitnah!“

Update, 16. Juli, 17.37 Uhr: Andreas Muhl, einer der Geschäftsführer des Schöppchen, weist darauf hin, dass es sich nicht um ein „Ausbruchsgeschehen“ handele, das in der Fuldaer Kneipe begonnen haben muss. Vielmehr sei eine Person positiv getestet worden, die sich in den vergangenen Tagen auch im Schöppchen aufgehalten habe.

Andreas Muhl betont gegenüber unserer Zeitung zudem, dass die Kneipe nicht auf Anweisung der Behörden geschlossen werden musste: „Wir hatten am gestrigen Mittwoch nur deswegen nicht geöffnet, weil alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf das Virus getestet wurden.“ Bisher seien alle Tests negativ ausgefallen. Am Donnerstag werde wieder geöffnet – und zwar ausschließlich mit Mitarbeitern hinter der Theke, die nachweisbar nicht infiziert sind.

Der Geschäftsführer appelliert an die Eigenverantwortung der Gäste und greift dabei die Bitte des Landkreises Fulda auf, die Kontaktzettel korrekt und leserlich auszufüllen. Das Personal des Schöppchen achte weiterhin auf die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, unterstreicht er: „Wir haben Türsteher, die den Zugang beschränken, und außerdem besetzen wir nur Sitzplätze.“ Die Bedienung komme dabei zur Bestellung direkt an die Tische, um ein „Hin- und Hergelaufe“ zu vermeiden, so Muhl.

Coronavirus in Fuldas Kneipenviertel: Schöppchen vorerst geschlossen

Update, 16. Juli, 15.35 Uhr: Nachdem der Corona-Fall im Schöppchen in Fulda bekannt wurde, melden sich nun Landrat Bernd Woide und Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt (beide CDU) zu Wort. „Aufgrund mehrerer konkreter Fälle“ fordern sie Bürgerinnen und Bürger auf, mit grippeähnlichen Symptomen unbedingt zu Hause zu bleiben. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die der Landkreis Fulda am Donnerstagnachmittag verschickt hat.

„Dem Gesundheitsamt liegen derzeit aktuelle Fälle vor, bei denen Personen mit Symptomen dennoch an die Arbeit oder zum Feiern in eine Kneipe gegangen sind und dabei andere Personen angesteckt haben“, heißt es in der Mitteilung des Landkreis Fulda weiter - ohne, dass das Schöppchen genannt wird.

Die Nachverfolgung von solchen Infektionsketten gerade in Kneipen sei für die Behörden sehr schwierig und teilweise unmöglich. „Ein aktueller positiver Fall löste die Ermittlung von mehrere Hundert Kontaktpersonen aus,“ stellte Kreisbeigeordneter Schmitt fest.

Corona-Fall im Schöppchen: Nachverfolgung der Kontaktpersonen „teilweise unmöglich“

Die Nachverfolgung sei „teilweise unmöglich, da die auszufüllenden Kontaktzettel in etwa 30 Prozent der Fälle unbrauchbar sind. Die Kontaktzettel sind nicht nur unleserlich geschrieben, sondern oft sind Namen oder Telefonnummer wohl vorsätzlich falsch ausgefüllt worden.“ Woide und Schmitt rufen deshalb alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die Zettel in den Gaststätten und Kneipen richtig auszufüllen, auch wenn dies mit Aufwand verbunden ist.

Damit gibt es im Landkreis Fulda nun 413 Corona-Fälle. 13 Personen, bei denen eine Infektion festgestellt worden war, sind gestorben.

Das Bermuda-Dreieck in Fulda. Der Landkreis mahnt Kneipengänger zur Vorsicht.

Anfang Juni hatten Bernd Woide und Frederik Schmitt bereits an die Bürger appelliert als die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Fulda durch Freizeitunternehmungen, Feierlichkeiten sowie durch Infektionen am Arbeitsplatz gestiegen war. Unterdessen hat der Landkreis Fulda außerdem bekanntgegeben, dass alle Corona-Tests der Kita in Ehrenberg negativ sind. Für die Flüchtlingsunterkunft in Hünfeld konnte ebenfalls Entwarnung gegeben werden.

Lesen Sie hier: Nach Wirbel um Corona-Tests im Vogelsbergkreis: Unsichere Tests auch im Landkreis Fulda. Und: Im Vogelsbergkreis gibt es nach langer Zeit, in der keine zu verzeichnen waren, sieben aktive Corona-Fälle.

Corona-Infizierter hat sich in Fuldaer Kneipe aufgehalten

Urpsungsmeldung vom 16. Juli, 15.02 Uhr: Fulda - „Wir können bestätigen, dass es im Schöppchen zu einem Corona-Ausbruchsgeschehen kam“, sagt eine Sprecherin des Landkreises Fulda auf Nachfrage unserer Zeitung. Konkret heißt das, dass sich eine Person in der Fuldaer Kneipe aufgehalten hat, bei der sich herausgestellt hat, dass sie mit dem Coronavirus infiziert ist.

Details wollte der Landkreis Fulda zunächst nicht nennen. Aus Datenschutzgründen will die Behörde nicht mitteilen, ob es sich bei der infizierten Person um einen Mitarbeiter oder einen Gast handelt. Sowohl das Personal als auch einige Gäste müssten sich nun Tests unterziehen.

Die Türen des Schöppchens sind am Donnerstagnachmittag geschlossen. Die Geschäftsführung der Kneipe war für eine Anfrage zunächst nicht zu erreichen. Zuerst hatte OsthessenNews über den Corona-Fall im Schöppchen berichtet.

Lesen Sie hier: Neue Corona-Fälle im Main-Kinzig-Kreis: Quarantäne in Gelnhausener Flüchtlingsunterkunft verlängert.

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