Bermudadreieck, Fuldas Kneipenviertel in der Innenstadt.
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Im Bermudadreieck, Fuldas Kneipenviertel, kam es zum Corona-Ausbruch.

Alarmglocken bei Fantasienamen

Kontaktzettel-Dilemma herrscht nach Corona-Fällen in Fuldas Kneipenviertel: Kein Bier für Donald Duck

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Die Alarmglocken der Wirte schrillen bei Fantasienamen: Die Corona-Fälle im Schöppchen in Fulda haben zutage gefördert, dass einige Kneipengänger die Kontaktzettel, die zur Nachverfolgung dienen, unleserlich oder falsch ausfüllen.

  • Corona-Fälle im Schöppchen in Fulda
  • Schwierige Nachverfolgung: Rund ein Drittel der Kontaktzettel falsch ausgefüllt. Das kritisiert Frederik Schmitt gegenüber dem Hessischen Sozialminister Kai Klose.
  • Herausforderung für Kneipen und Gesundheitsamt in Fulda

Fulda - Eine Herausforderung sind die Kontaktzettel, die zur Nachverfolgung bei Corona-Fällen dienen, nicht nur für das Gesundheitsamt in Fulda, sondern auch für die Kneipen selbst. Das bestätigt zum Beispiel Windmühlen-Wirt Frank Götte, der extra eine Kraft abstellt, die nicht nur die Einlassbeschränkung durchsetzt, sondern auch darauf achtet, dass die Gästedaten korrekt ausgefüllt werden. Experten haben nun gegenüber unserer Zeitung erklärt, ob sich Wirte den Ausweis zeigen lassen dürfen, wenn sie glauben, dass der Kontaktzettel falsch ausgefüllt wurde.

Falsche Corona-Kontaktzettel in Fulda: Gäste tragen Verantwortung

„Wer Fantasienamen wie Donald Duck oder Fred Feuerstein angibt, wird bei uns gebeten, sein Bier woanders zu trinken.“ Oft sei allerdings gar nicht ersichtlich, ob Name oder Telefonnummer falsch seien, sagt Frank Götte. Der Wirt appelliere stets an die Vernunft und Eigenverantwortung seiner Gäste in der Windmühle: „Die meisten zeigen aber großes Verständnis“, betont Frank Götte.

Wegen der Vorkommnisse in der Kneipenszene in Fulda wird die Ordnungsbehörde der Stadt weiterhin verstärkt Kontrollen durchführen, erklärt Magistrats-Pressesprecherin Monika Kowoll-Ferger auf Anfrage. Bei mehr als 300 Gastronomiebetrieben in der Stadt Fulda sei eine dauerhafte Überwachung der Regelungen aber nur schwer umsetzbar. Daher seien die Behörden „dringend auf die Mithilfe und Einsicht der Bevölkerung angewiesen“, appelliert die Stadt. Jeder Einzelne sei dazu aufgefordert, „im eigenen Verantwortungsbewusstsein die Regelungen der Corona-Verordnungen des Landes Hessen einzuhalten, um sich sowie andere Personen zu schützen“.

Corona-Fälle im Bermudadreieck: Mehrere Verstöße in Fuldaer Kneipen

In der Vergangenheit seien bei den regelmäßig in und vor den Kneipen in Fulda durchgeführten Kontrollen mehrere Verstöße festgestellt worden, so die Pressesprecherin. „Unter anderem wurde das Nichteinhalten des Mindestabstandes, das Nichttragen einer Mund-Nasen-Bedeckung von Servicekräften oder das Nichterfassen der Daten der Gäste festgestellt.“

Zu einem polizeilichen Ordnungswidrigkeitsverfahren sei es dabei aber nicht gekommen, berichtet Polizeipressesprecher Patrick Bug: „Seit Beginn der Corona-Beschränkungen zeigen sich die allermeisten Menschen verantwortungsbewusst und befolgen die Regelungen zur Bekämpfung des Coronavirus.“ Die Polizei werde aber weiterhin eine „wahrnehmbare Präsenz“ im öffentlichen Raum zeigen: „Insbesondere dort, wo bekannt ist, dass sich zu entsprechenden Zeiten eine größere Anzahl von Personen aufhält. Das gilt auch für die Fuldaer Innenstadt.“

Polizei und Ordnungsamt Fulda überprüfen Einhaltung in der Innenstadt

Dort sei die Polizei zusammen mit dem Ordnungsamt Fulda gemeinsam unterwegs, um auf die Einhaltung der Regeln zu achten. „Wir agieren dabei mit Augenmaß und suchen das Gespräch mit den Menschen.“ Zeigten sich Personen absolut uneinsichtig, würden im Einzelfall auch Sanktionen verhängt. Die Polizei bitte ebenfalls eindringlich darum, sich an die Verordnungen und Beschränkungen zu halten: „Sie dienen dazu, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und somit dem Schutz unserer aller Gesundheit“, so Patrick Bug.

Das Bermuda-Dreieck in Fulda. Der Landkreis mahnt Kneipengänger zur Vorsicht.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass sich eine mit dem Coronavirus infizierte Person im Schöppchen in Fulda aufgehalten hatte. Das hatte die Ermittlung von mehreren Hundert Kontaktpersonen ausgelöst. Zwei Mitarbeiter und vier Besucher der Kneipe in Bermudadreieck wurden anschließend positiv auf Coronavirus getestet.

Ärgerlich: Etwa 30 Prozent der Kontaktzettel waren unbrauchbar, da sie nicht nur unleserlich geschrieben, sondern oft wohl auch vorsätzlich falsch ausgefüllt worden waren. Bereits am Donnerstag hatte der Landkreis Fulda die Kneipengänger daher zu mehr Sorgfalt ermahnt.

Lesen Sie hier: Vize-Landrat im Landkreis Fulda weist auf Hygieneregeln bei Demos hin. Coronavirus-Fall im Kindergarten in Ehrenberg. Zwei Flüchtlingsunterkünfte in Gelnhausen unter Quarantäne. Sowie: Apotheken verkaufen weniger Antibiotika in Corona-Zeiten: Schützen die Maßnahmen auch vor anderen Krankheiten? Außerdem: Außerhalb der Fuldaer Innenstadt: Öffentliche Toiletten bleiben zu. Und: Neue Corona-Fälle im Main-Kinzig-Kreis: Quarantäne in Gelnhausener Flüchtlingsunterkunft verlängert. Coronatests gehören in Krankenhäusern nun zum Standard.

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