Mit einem Inzidenzwert von 282,8 liegt der Landkreis Fulda weiterhin unter den zehn Kreisen mit den höchsten Fallzahlen der vergangenen sieben Tage. (Symbolfoto)
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Mit einem Inzidenzwert von 282,8 liegt der Landkreis Fulda weiterhin unter den zehn Kreisen mit den höchsten Fallzahlen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner. (Symbolfoto)

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Coronavirus in Fulda: Kreis-Spitze erklärt, woher die Infektionen stammen

Der Landkreis Fulda liegt mit seiner Inzidenz weiterhin unter den zehn Kreisen mit den höchsten Fallzahlen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner in Deutschland. Landrat Bernd Woide (CDU) und Vize-Landrat Frederik Schmitt (CDU) versuchen, das in einem Überblick über die aktuelle Pandemie-Lage zu erklären.

Fulda - „Trotz des Rückgangs ist das natürlich alles andere als eine Situation, mit der wir alle zufrieden sein können“, sagen Landrat Bernd Woide und Vize-Landrat Frederik Schmitt: „Im Gegenteil: Wir sind auch deswegen in Sorge, weil sich die Infektionen nach wie vor quer über den Landkreis verteilen und damit schwer zu fassen sind“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreis Fulda.

Von den aktuell 641 neu registrierten Corona-Fällen der vergangenen Woche seien etwa 400 im privaten Umfeld aufgetreten, 70 Infektionen sind auf das berufliche Umfeld zurückzuführen, 50 auf Personal und Bewohner in Pflegeeinrichtungen und 23 in einer Kita. Bei knapp 100 Fällen konnte keine konkrete Infektionsquelle zugeordnet werden. Die hohe Zahl der Infektionen bezieht sich laut Landkreis im überwiegenden Maß auf Ansteckungen im privaten Bereich. Die Anzahl der Infektionen in Pflegeeinrichtungen ist zurückgegangen. Das Infektionsgeschehen sei über den Landkreis verteilt.

Corona in Fulda: Kreis-Spitze erklärt, woher die Infektionen stammen

„Dass die hohen Fallzahlen von Anfang Januar auch in den folgenden Wochen noch negative Auswirkungen auf die Corona-Situation im Landkreis haben würden, war nach unseren Erfahrungen leider fast abzusehen: Wenn viele positiv Getestete viele Kontaktpersonen benennen, ist es zu erwarten, dass sich darunter auch eine entsprechend größere Anzahl weiterer positiver Fälle befindet und damit das Dunkelfeld aufhellt“, sagt Schmitt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Kapazitäten für eine Ermittlung vorhanden sind. Im Landkreis Fulda ist die Kontaktpersonennachverfolgung von anfangs 60 Personen auf 200 aufgestockt worden. Durchschnittlich werden pro Fall 5,3 Kontaktpersonen ermittelt. Alle Kontaktpersonen werden im Landkreis Fulda regelhaft getestet, heißt es in der Mitteilung.

„Wir gehen dabei über die Vorgaben des RKI hinaus und testen auch alle symptomlosen Kontaktpersonen“, sagt Frederik Schmitt und ergänzt: „Wir tun das, weil die meisten asymptomatischen Kontaktpersonen - vor allem im familiären und beruflichen Umfeld einer positiv getesteten Person - einen Corona-Test als persönliche Sicherheit empfinden. Zur Pandemie-Bekämpfung ist das nicht unbedingt erforderlich, da die Kontaktpersonen auch ohne einen Test bereits unter Quarantäne stehen und selbst bei einem negativen Test die Quarantäne nicht beendet wird.“ Daher werde der Landkreis das Angebot der regelhaften Testung von asymptomatischen Kontaktpersonen in Abstimmung mit dem Hessischen Sozialministerium kritisch überprüfen.

Frederik Schmitt über Corona-Tests: Wir testen auch alle symptomlosen Kontaktpersonen

Dem Gesundheitsamt werden nur jene Corona-Testergebnisse übermittelt, die positiv sind. Daher erhält der Landkreis keinen Gesamtüberblick über die Anzahl der Tests (positive und negative), die in Krankenhäusern, bei niedergelassenen Ärzten, dem DRK in Fulda sowie aktuell auch bei Apotheken durchgeführt werden. Dem Kreis liegen ausschließlich die Zahlen der Tests im Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung am Klinikum vor: Vom 18. bis 24. Januar sind dort 1553 Personen getestet worden, davon waren 412 positiv.

In der ersten Januarwoche wurden etwa 200 Corona-Fälle in Pflegeeinrichtungen des Landkreises registriert. Aktuell waren es in der vergangenen Woche 50 Bewohner und Personal. „Am 27. Dezember haben die mobilen Teams mit den Impfungen von Bewohnerinnen, Bewohnern und Beschäftigten der insgesamt 38 Einrichtungen begonnen. Die Erstimpfungen sind in allen Einrichtungen erfolgt, knapp 80 Prozent der Bewohner und knapp 60 Prozent des Personals haben sich bislang impfen lassen. Gut 1000 Personen haben bereits die zweite Impfung erhalten“, sagt Frederik Schmitt.

200 Corona-Fälle in Pflegeeinrichtungen im Landkreis in der ersten Woche im Januar

In den Pflegeeinrichtungen sind ab dieser Woche Teams der Bundeswehr im Einsatz, um die Einrichtungen bei der Durchführung von Corona-Testungen zu unterstützen. Alle 38 Pflegeinrichtungen haben die Möglichkeit, die Teams anzufordern. Frederik Schmitt: „Daneben hat die Hochschule Fulda auf unsere Initiative hin einen Unterstützungspool für Pflegeheime eingerichtet, aus dem bei Personalmangel Studenten vermittelt werden können. Eine ähnliche Initiative haben wir in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen gestartet. Schutzausrüstung für das Personal in Pflegeheimen wird weiterhin durch uns verteilt.“

Video: Das Impfzentrum in Fulda öffnet - Corona-Schutzimpfungen starten

Um die Bewohner weiterhin zu schützen, bleibt die Testpflicht für Besucher von Senioreneinrichtungen bestehen. Ebenso bleibt die Ausgangsbeschränkung in Kraft und es bleibt bei der Empfehlung, vom Präsenzunterricht auch bei Abschlussklassen abzusehen. In besonderen Fällen ist Wechselunterricht möglich.

Corona im Landkreis Fulda: Bislang keine Mutation aus Südengland, Südafrika oder Brasilien nachgewiesen

Der Landkreis veröffentlicht alle Infektionsschwerpunkte sowie weitere Daten zu Corona-Fallzahlen, zur Entwicklung der Inzidenz und Altersgruppen sowie Antworten auf Fragen zu allen Themen rund um die Pandemie auf seiner Website, in Videos und über die Presse. Zudem finden sich dort wöchentlich die Fallzahlen in den Gemeinden des Kreises. „Allerdings darf man diesen Zahlen keine entscheidende Bedeutung beimessen“, heißt es in der Mitteilung. Die Zahlen bilden keine konkrete Gefährdungslage in bestimmten Gemeinden ab, da der Wohnort nur bei den Kontaktpersonen innerhalb des eigenen Hausstandes identisch mit dem Infektionsort ist. Im Regelfall ist der Infektionsort häufig nicht der Wohnort.

Bislang ist im Landkreis laut Mitteilung keine Corona-Mutation aus Südengland, Südafrika oder Brasilien nachgewiesen worden. Das heißt aber nicht, dass noch keine Mutation im Kreis bereits im Umlauf ist. Derzeit gibt es für Gesundheitsämter die Möglichkeit neben den zufällig ausgewählten Proben, die direkt von den Laboren ausgewählt und untersucht werden, unter bestimmten Voraussetzungen auch Untersuchungen auszulösen. Diese Voraussetzungen liegen im Zusammenhang mit dem Ausbruch in Kindergarten in Künzell vor. Daher konnte durch den Landkreis Fulda eine Untersuchung veranlasst werden, heißt es in der Mitteilung abschließend.

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