Zukunftswerkstatt in Fulda schlägt Bar über den Dächern der Stadt vor
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Zu den Vorschlägen der Zukunftswerkstatt gehört auch eine Bar über den Dächern Fuldas, die einen tollen Blick auf die Stadt bietet.

Mehr als 270 Vorschläge

Zukunftswerkstatt Fulda: Bühne, Dachterrasse und Marktstände? Jury entscheidet sich für drei Vorschläge

  • Sabrina Mehler
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Ob Fahrradverleih, stehende Welle für Surfer in der Fulda oder mehr Abfallkörbe: Hunderte Vorschläge zur Verbesserung der Innenstadt sind bei der interaktiven „Zukunftswerkstatt“ eingegangen. Eine Jury hat nun eine Auswahl von drei Vorschlägen getroffen, die zeitnah umgesetzt werden könnten. 

Fulda - Vor drei Monaten hatte die Stadt Fulda gemeinsam mit dem Institut für Handelsforschung (IFH) Köln die interaktive Ideenplattform unter dem Namen „Zukunftswerkstatt Fulda“ ins Leben gerufen. Bis Mitte Juni konnten dort Vorschläge gepostet, kommentiert und bewertet werden. Das Portal wurde sehr intensiv genutzt: Mehr als 270 Vorschläge zur Verbesserung des innerstädtischen Lebens gingen ein, knapp 840 Kommentare und Tausende Likes wurden vergeben.

Dr. Eva Stüber von der Geschäftsleitung des IFH stellte gestern während einer Pressekonferenz drei Vorschläge vor, die aus Sicht der Jury eine besondere Bereicherung der Innenstadt versprechen. Dabei geht es um deren Entwicklung als gemeinschaftlicher Raum, als Erlebnisraum und als Marktplatz.

Zukunftswerkstatt Fulda: Dachterrasse, Bühne und Marktstände? - Jury wählt drei Ideen zur Umsetzung aus

So soll kurzfristig eine offene Bühne geschaffen werden, die Vereinen und Kulturschaffenden den Neustart nach der Pandemie erleichtern soll. Das könnten Konzerte sein, aber auch Tanzabende, sagte Stüber, die davon sprach, dadurch ein wenig „Großstadtflair“ nach Fulda bringen zu können. Verschiedene Standorte seien für die Bühne denkbar, zum Beispiel in der Bahnhofstraße und in der Löherstraße.

Ein weiterer Ideenkomplex befasst sich mit der Innenstadt als Marktplatz. Das heißt: Die Stadt soll Möglichkeiten für attraktive Marktstände schaffen. „Das können Marktstände, aber auch eine feste Markthalle sein“, sagte Stüber, die bei diesem Thema „eine hohe Emotionalität und viel Herzblut“ bei den Fuldaern ausgemacht hat. Insbesondere gehe es um Märkte mit Erlebnischarakter, die nicht nur Kulinarik, sondern auch Handwerkskunst in den Fokus stellen könnten.

Der dritte Vorschlag: Die Stadt fördert und unterstützt gastronomische Konzepte an besonderen Orten, zum Beispiel auf Parkhäusern oder Dachterrassen mit Ausblick auf die Stadt.

(Lesen Sie hier: Besonders von jüngeren Menschen hatte sich die Stadt Fulda Idee für die Zukunftswerkstatt gewünscht.)

Über 270 Vorschläge bei Zukunftswerkstatt Fulda - 177 unterschiedliche Themen

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) lobte die Beteiligung der Fuldaer an der Zukunftswerkstatt: „Das war ein Stück Neuland für die Stadt Fulda, aber die Zahl der Beiträge ist ermutigend.“ Wichtig sei ihm gewesen, dass sich an dem digitalen Beteiligungsformat jeder Bürger und jede Bürgerin habe einbringen können. Bemerkenswert sei, dass bei den eingegangenen Ideen weniger der Handel im Fokus gestanden habe, sondern das Ziel, Fulda als Kultur- und Erlebnisraum zu stärken. Eine Bühne in der Innenstadt und die Domstadt auch von oben erlebbar zu machen, seien „nachvollziehbare Wünsche“, sagte der OB. Er sei sicher, dass „in der kleinen Domstadt Fulda viele entsprechende Konzepte auf den Weg gebracht werden können“.

Die Jury, die aus verschiedenen Bürgern und Bürgerinnen sowie Vertretern von Institutionen wie City Marketing und Dehoga bestand, war bei der Auswahl systematisch vorgegangen. Aus den insgesamt 270 eingegangenen Vorschlägen waren zunächst 177 unterschiedliche Themen mit Innenstadtrelevanz ausgemacht worden. Aus diesen wiederum wurden jene Ideen herausgefiltert, die zeitnah umgesetzt und eine Wirkung entfalten können, wenig Ressourcen erfordern und gleichzeitig auch zur Identität der Stadt passen.

Umsetzung der Ideen: Stadt Fulda hofft auf Fördermittel aus dem Landesprogramm

Stüber zeigte sich zuversichtlich, dass sich Fulda auf einem guten Weg befinde. Der Domstadt bescheinigte sie eine „tolle Ausgangsposition“ und verwies darauf, dass viele Ideen, die die Fuldaer eingereicht hatten, schon vorhanden sind oder sich in der Umsetzung befinden. Dazu gehören etwa ein Fahrradverleih und Rundwanderwege ab der Innenstadt.

Bei der Umsetzung der weiteren Ideen aus der „Zukunftswerkstatt“ hofft die Stadt auf Fördermittel aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“. OB Wingenfeld machte deutlich, dass in der Zukunftswerkstatt noch viel mehr gute Ideen stecken. „Die drei ausgewählten Projekte sollen jetzt die Kreativität aller Beteiligten beflügeln. Wie genau diese umgesetzt werden können, werden wir in den nächsten Wochen sehen.“ Mit der Jury wurde vereinbart, dass Ende dieses Jahres eine Zwischenbilanz gezogen wird.

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