Unter anderem im Freibad Landrücken können Kinder das Schwimmen lernen.
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Unter anderem im Freibad Landrücken können Kinder das Schwimmen lernen.

Zuschuss für Kurse?

Debatte um Hallenbad in Neuhof - Warnung vor „Generation Nichtschwimmer“

  • Marcus Lotz
    VonMarcus Lotz
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Damit wieder mehr Kinder schwimmen lernen, wünscht sich die Bürgerliste Neuhof (BLN) eine Debatte zu einem Hallenbad im Ort. Die Gemeindevertretung will derweil Schwimmkurse bezuschussen.

Neuhof - Hintergrund des Ansinnens der BLN sind unter anderem die Warnungen von Schwimmverbänden vor einer „Generation Nichtschwimmer“. „Aufgrund der Corona-Pandemie konnten im letzten und auch in diesem Jahr nur wenige Schwimmkurse stattfinden. Doch Corona ist nur eine Ursache für die mangelnde Schwimmausbildung der Kinder. In erster Linie sind es die wenigen Wasserflächen die für die Schwimmausbildung zur Verfügung stehen. Seit Jahren sinkt die Zahl der Frei- und Hallenbäder“, schreibt die BLN in einer Pressemitteilung.

Die Bürgerliste möchte daher in Neuhof eine Diskussion zu einem Hallenbad in Neuhof anstoßen. Dieses fehle im gesamten Südkreis. „Ein Hallenbad, nicht nur als Freizeitbad, sondern vielmehr als Funktionsbad, wird schmerzlich in Neuhof und Umgebung vermisst. Der Schwimmsport an den Neuhofer und umliegenden Schulen ist fast zum Erliegen gekommen. Wo sollen die Kinder schwimmen lernen? Wo können heimische DLRG, wo können Familien mit Kindern, wo können Schwimmbegeisterte ortsnah dem Schwimmsport in der kälteren Jahreszeit nachgehen?“, fragt die BLN.

Fulda: Debatte um Hallenbad in Neuhof - BLN will Bürger befragen

Daher möchte die Fraktion das Thema Hallenbad in den nächsten Jahren zur Diskussion und im Rahmen einer Bürgerbefragung zur Abstimmung bringen. Jedoch sollen sich nach dem Willen der BLN die negativen Erfahrungen mit dem ehemaligen Allwetterbad nicht wiederholen. Zeige eine Machbarkeitsanalyse, dass die Gemeinde im Verbund der interkommunalen Zusammenarbeit mit seinen Nachbarn Flieden und Kalbach, sowie mit Unterstützung des Landkreises Fulda, ein Hallenbad finanziell nicht schultern kann, dann müsse von diesem Vorhaben Abstand genommen werden.

Die BLN ist jedoch der Überzeugung, dass sich die Gemeinde, die viel Potenzial zu einer kleinstädtischen Entwicklung habe, ein Hallenbad leisten kann. „Angesichts von laut DLRG im Schnitt 80 Schwimmbadschließungen pro Jahr in Deutschland hat die Landesregierung längst reagiert. Nie wurde der Bau von Schwimmbädern von der öffentlichen Hand so stark gefördert wie zurzeit“, schreibt die BLN und verweist auf das Investitionsprogramm SWIM. Die Fraktion schließt mit dem Satz, dass sich Neuhof „ein Funktionsbad als Teil der Daseinsvorsorge für den Schul- und Vereinssport, für Familien und Senioren“ durchaus leisten kann.

CDU fordert: Schwimmkurse sollen bezuschusst werden

Auch wähend der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung waren Schwimmkurse einThema. Rebecca Kreß (CDU) sagte: „296 Kinder haben im Jahr 2019 in Osthessen das Schwimmen bei der DLRG gelernt, darunter 70 aus Neuhof. 2020 waren es lediglich 27 Kinder.“ Der Rückgang sei coronabedingt. Kreß sprach sich dafür aus, Schwimmkurse in den Bädern in Flieden, Hosenfeld und Fulda zu organisieren. Auch sollen Gespräche mit der DLRG und anderen Schwimmkursanbietern geführt werden. Kurse für die Kinder der Jahrgänge 2014 bis 2017 solle die Gemeinde mit 50 Prozent bezuschussen. Die Förderung solle vorerst bis Ende 2023 befristet werden. Zudem solle das DLRG-Projekt „Sichere Schwimmer“ Kindern und Jugendlichen in Neuhof ermöglicht werden. Außerdem forderte die CDU die Einrichtung eines weiteren Schwimmkurses in Flieden sowie Kindern aus Neuhof die Teilnahme zu ermöglichen.

„Ich freue mich über diesen Antrag“, sagte Detlef Freihube, Mitglied sowohl der SPD als auch der DLRG. Die Nachfrage sei sehr hoch, die DLRG komme an ihre Grenzen. Freihube regte an, die Bezuschussung von Schwimmkursen nicht von dem Ort abhängig zu machen, an dem der Kurs stattfinde. Frank Vogel, Fraktionschef der BLN, äußerte Zustimmung, schlug jedoch vor, das Thema zur Klärung der Details an den Gemeindevorstand zu übertragen. Dem stimmte die Gemeindevertretung einstimmig zu.

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