Etwa 150 Personen haben auf dem Bahnhofsvorplatz in Fulda für mehr Solidarität mit den Menschen in Afghanistan demonstriert.
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Etwa 150 Personen haben auf dem Bahnhofsvorplatz in Fulda für mehr Solidarität mit den Menschen in Afghanistan demonstriert.

Schweigeminute für Opfer

Für Solidarität mit Afghanistan: 150 Menschen bei Demonstration in Fulda

  • Leon Weiser
    VonLeon Weiser
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Für mehr Solidarität mit Afghanistan wurde am Freitagabend am Fuldaer Bahnhofsvorplatz demonstriert. Die Demonstration wurde von vielen in Fulda lebenden Afghaninnen und Afghanen vorbereitet.

Fulda - Eröffnet und moderiert wurde die Demonstration am Bahnhofsvorplatz in Fulda von Jochen Kohlert vom Verein Welcome In! Fulda. „Wir haben uns aus einem traurigen und schockierenden Anlass versammelt. Daher bin ich umso dankbarer, dass so viele Menschen erschienen sind“, sagte er. Der Veranstaltung wohnten etwa 150 Menschen bei.

Als erste Rednerin ergriff Qudsia Scharifi das Wort, die durch Familie und Freunde in Afghanistan indirekt von der Situation betroffen ist. „Der Traum von einer besseren Zukunft in Afghanistan ist geplatzt. Alle Menschen in dem Land verlieren ihre Rechte“, erläuterte sie. Vor allem ethnische und religiöse Minderheiten des Landes seien stark betroffen. Daher fordert sie, diesen Menschen eine Stimme zu geben. „Viele Menschen leiden unter Todesangst. Es darf keine Akzeptanz für das Taliban-Regime geben“, mahnte sie. Anschließend gab es eine Schweigeminute für die Opfer in Afghanistan. (Lesen Sie auch hier: Warten auf ein Lebenszeichen: Parvez Khan-Heidar aus Fulda bangt um seine Familie in Afghanistan)

Fulda: 150 Teilnehmer bei Demonstration für mehr Solidarität mit Afghanistan

Von einer verheerenden und traurigen Situation sprach Nuha Sharif-Ali. Den Menschen vor Ort würde ein unbeschwertes Leben verwehrt bleiben. „Wir wollen Chancengleichheit schaffen und dafür sorgen, dass Afghanistan nicht in Vergessenheit gerät“, sagte sie weiter. Carolin Hack von der Seebrücke Fulda formulierte es so: „Die Katastrophe war abzusehen. Hunderttausende Menschen bangen um ihr Leben und hier wird diskutiert, wer gerettet werden soll.“ Allgemein forderte sie, dass die Menschen nicht im Stich gelassen werden dürften und wünschte sich ein schnelles Handeln, um alle Menschen zu retten.

Am Ende der Veranstaltung haben einige in Fulda lebende Afghanen noch die Nationalhymne gesungen. Danach richtete Jochen Kohlert noch ein paar Worte an die Menschen: „Afghanistan ist kein sicheres Land. Wir fordern daher ein Bleiberecht für alle Afghanen in Deutschland. Wir müssen zusammenhalten.“ Die Veranstaltung verlief laut Polizei friedlich. (Lesen Sie auch hier: Aus Afghanistan evakuiert: Familie aus Fulda berichtet von ihrer dramatischen Heimreise)

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