Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator.
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Ausbilder Christof Grösch auf Fahrt in einem ICE-Simulator.

Ausbildung nah an der Realität

Deutsche Bahn in Fulda feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Ausbildungssimulator

Am Standort Fulda der Deutschen Bahn (DB) gab es am Dienstag gleich zwei Gründe zu feiern: 30 Jahre ICE und 25 Jahre ICE-Trainingssimulation. 

Fulda - Ihren ersten Intercity-Express schickte die Deutsche Bahn vor genau 30 Jahren, im Jahr 1991, auf dessen erste Reise. 59 weitere ICE-Züge kamen im Laufe der Jahre hinzu, berichtet Reymund Weitzel, Produktionsmanager Qualifizierung Triebfahrzeugführer der DB. Für deren Standort in Fulda hat dieses Jubiläum eine weitere große Bedeutung, so wurde hier gerade einmal fünf Jahre später, 1996, der erste ICE-Trainingssimulator Deutschlands in Betrieb genommen. Mit mittlerweile fünf Geräten, die die aktuellen ICE-Typen (ICE1-4, ICT) simulieren, stellt Fulda den größten Trainingsstandort der Bahn dar.

„Die Simulatoren sind eine enorme Bereicherung für die Ausbildung von Triebfahrzeugführern. Dass wir den kompletten Fahrtbetrieb eins zu eins nachstellen können, hat der Ausbildung noch einmal eine ganz neue Qualität verliehen“, erläutert Weitzel. In den Simulatoren könne man nicht nur alltägliche Realbedingungen wie Geräusche, Wetter, Sichtbild und vor allem Störungen einspielen, sondern auch Situationen trainieren, die im realen Bahnbetrieb eher selten vorkommen. Das betriebliche Training wie etwa das Handeln in einem Störungsfall, könne zu 100 Prozent der Realität nachempfunden werden, beschreibt Weitzel weiter. Was der Simulator nur bedingt projizieren kann, so Weitzel, sind fahrzeugtechnische Realbedingungen.

Fulda: Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen - 30 Jahre ICE und 25 Jahre Ausbildungssimulator

Die Simulatoren stehen jedoch nicht ausschließlich zu Ausbildungszwecken künftiger Triebfahrzeugführer zur Verfügung. Jeder Lokführer werde einmal jährlich auf seine Fähigkeiten hin geprüft, dabei verliefe eine solche Kontrolle oft ohne bemerkenswerte Situationen – mithilfe der Simulatoren könne eine tatsächlich mögliche Komplikation künstlich erzeugt werden, um den Status Quo des Wissens -und Trainingsstandes der Lokführer entsprechend hoch zu halten und regelmäßig abzuprüfen, beschreibt Weitzel.

Deutsche Bahn in Fulda feiert Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator

Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator.
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator. © Carina Jirsch/Mediennetzwerk Hessen
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator.
Das Ausbilderteam der Deutschen Bahn in Fulda.  © Carina Jirsch/Mediennetzwerk Hessen
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator.
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator. © Carina Jirsch/Mediennetzwerk Hessen
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator.
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator. © Carina Jirsch/Mediennetzwerk Hessen
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator.
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator. © Carina Jirsch/Mediennetzwerk Hessen
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator.
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator. © Carina Jirsch/Mediennetzwerk Hessen
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator.
Die Deutsche Bahn feiert zwei Jubiläen: 30 Jahre ICE und 25 Jahre Trainingssimulator. © Carina Jirsch/Mediennetzwerk Hessen

Im Vergleich zum ersten Simulator, dessen Gehäuse vom Ausbilderteam bis heute liebevoll als „Muttertier“ bezeichnet wird, sind die heutigen sogenannten Full-Mission Simulatoren auf dem technisch neuesten Stand. „Beim ersten Modell wurde die Fahrt noch mit einem teuren Drei-Farben -System simuliert, heute steht uns die modernste Projektionstechnik zur Verfügung“, erklärt Weitzel.

Die Simulatoren sind fünf Tage in der Woche von 6 Uhr bis 23 Uhr im Einsatz und oft auch an Samstagen, erläutert Weitzel die Belastungskapazität des Zentrums.

Historie

Der erste ICE nahm seine Fahrt 1991 auf. Der DB-Standort Fulda ist einer von deutschlandweit insgesamt zwölf Simulationszentren und stellt fünf der insgesamt neunzehn Simulatoren zur Ausbildung der Triebfahrzeugkräfte. In Fulda nahm die Bahn 1996 den ersten ICE-Simulator in Betrieb. Damit ist der Ausbildungsstandort nahe dem Bahnhof und der Richthalle nicht nur der größte sondern auch der älteste seiner Art in Deutschland.

Als Instruktoren sind Christof Grösch und Bernhard Diel seit der ersten Minute bei der Ausbildung am Simulator mit dabei, Holger Schulze stieß 2002 zum Ausbilderteam. Grösch erfüllte sich mit seinem Beruf als Lokführer und Ausbilder einen Kindheitstraum, beschreibt er und zeigt stolz sein Fahrtenbuch aus dem Jahr 1996 mit dem Eintrag seines ersten Dienstes am Simulator.

Wie eine solche Übungsfahrt abläuft, führt Grösch im Anschluss vor. Dabei werde man auch hier stetig auf seine Fahrtüchtigkeit hin kontrolliert, beschreibt der DB-Ausbilder und weist auf das Pedal der Sicherheitsfahrschaltung hin: „Wenn ich jetzt den Fuß von diesem Pedal nehme, leitet der Zug sofort eine Bremsung ein“, erklärt Grösch während er den Vorgang einmal zwischen „Störungsrufen“ des Computers vorführt und der virtuelle Zug langsam bremst. (Von Jana Albrecht)

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