Der letzte Talk bei der Bildungsmesse 2021 soll die Brücke zu zukünftigen, zumindest zum Teil digitalen Bildungsmessen sein (von links): Moderator Matthias Feuerstein, Hauptorganisator Ulrich Nesemann und Julian Heins, beide vom Landkreis Fulda, sowie Moderatorin Christina Algeier.
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Der letzte Talk bei der Bildungsmesse 2021 soll die Brücke zu zukünftigen, zumindest zum Teil digitalen Bildungsmessen sein (von links): Moderator Matthias Feuerstein, Hauptorganisator Ulrich Nesemann und Julian Heins, beide vom Landkreis Fulda, sowie Moderatorin Christina Algeier.

Lob von Schülern

Stolz der Organisatoren auf digitale Bildungsmesse in Fulda wächst - Plattform soll weiter genutzt werden

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Nach dem Ende der ersten digitalen Bildungsmesse in Fulda wächst bei den Organisatoren der Stolz auf das Erreichte. Die geschaffene Plattform wird weiter genutzt und entwickelt.

Fulda - „Die Organisation und die Struktur der ersten digitalen Bildungsmesse in Fulda war absolut der richtige Weg und ein wichtiges Zeichen für die Unternehmen der Region. Die Messe ausfallen zu lassen, war keine Option“, sagt Landrat Bernd Woide (CDU). Er bedauere, dass manche Firmen kaum Kontakt mit Schülern hatten. „Grund war wohl, dass die Messe erstmals digital stattfand. Ein persönlicher Austausch an Messeständen ist nur schwer zu ersetzen.“

Eine Messe vor Ort und digitale Angebote ergänzten sich bei der Berufsorientierung, so Woide. Das sieht Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) ähnlich: „Wenn man die digitale Bildungsmesse 2021 als Start für ein Hybridangebot sieht, sind wir zuversichtlich, dass wir in Zukunft viel Nutzen von dem Angebot haben werden und die Bildungsmesse 2022 sehr gut mit dieser Plattform ergänzen können.“ (Lesen Sie hier: Am Ende eine gemischte Bilanz: Digitale Bildungsmesse in Fulda geht zu Ende)

Fulda: Stolz der Organisatoren auf die digitale Bildungsmesse wächst - Plattform soll weiter genutzt werden

Woide ermutigt die Jugendlichen, sich in den nächsten Wochen weiter über eine Ausbildung zu informieren. „Mit der Plattform berufsorientierung-fulda.de ist eine dauerhafte Lösung zur Berufsorientierung entstanden. Auch nach der Messe stehen die Inhalte weiter zur Verfügung.“

Die erste digitale Bildungsmesse ist gestartet.

Ulrich Nesemann, Kopf des Organisationsteams, verweist darauf, dass die Bewertung der Messe durch Unternehmen und Schüler noch laufe. Schüler hätten die Messe, gerade die Live-Streams, aber schon sehr gelobt. „Eine Präsenzmesse ist mit dem digitalen Format kaum zu vergleichen. Wir wissen aus anderen Regionen mit digitalen Ausbildungsmessen, dass unsere Besucherzahl von 4300 absolut überzeugt. Andere Messen melden sehr kurze Verweildauern der Besucher, oft von nur 30 Minuten, während unsere Teilnehmer meist mehrere Stunden auf der Plattform aktiv waren.“ Unternehmen mit Platzierung im Live-Stream hätten sich einem breiteren Publikum präsentieren können. In eine Bewertung einbeziehen müsse man auch, dass die Teilnahme für Firmen gratis gewesen sei.

„Die Organisation der Messe war wie ein Sprung ins kalte Wasser. Wir wussten alle, dass wir einen Ersatz schaffen müssen, wenn die reale Bildungsmesse wegen der Corona-Pandemie ausfällt. Was die Partner aus Behörden und Verbänden geschaffen haben, war beeindruckend“, lobt Gabriele Leipold, Geschäftsführerin der Kreishandwerkschaft Fulda. (Lesen Sie hier: So haben sich junge Menschen auf die digitale Bildungsmesse vorbereitet).

Video: Metall- und Elektroindustrie: Weniger Ausbildungsverträge

Die Messe und die Plattform würden jetzt weiterentwickelt. „Da, wo es nötig ist, werden wir etwas verändern“, sagt Leipold. Zwar hätten relativ wenige Schüler den direkten Kontakt zu Unternehmen gesucht, dennoch habe die Messe viel erreicht: „Die Präsentationen der Firmen und Branchen auf den Bühnen und die Workshops waren gut besucht. Viele Schüler haben einen Eindruck von Berufen gewonnen. In den nächsten Tagen werden sicher noch Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz kommen.“

Davon ist auch Michael Konow, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda, überzeugt: „Bei den Schülern wird sich noch einiges bewegen. Die Schulen haben jetzt eine große Verantwortung, bei den Schulabgängern nachzuhaken.“ Die Messe sei rund gelaufen. „Die Gesamtzahl von 4300 Besuchern ist gut. Die Zahl liegt niedriger als bei einer realen Bildungsmesse, aber für eine virtuelle Messe ist der Wert sehr gut.“ Die Besucher hätten aber offensichtlich lieber dorthin geschaltet, wo es „Action“ gab – wie auf den Bühnen –, als Kontakt zu Firmen aufzunehmen. „Vielleicht ist die Hemmschwelle bei jungen Leuten, per Chat Kontakt zu einer Firma aufzunehmen, größer, als bei einem Gespräch auf einer realen Messe.“ Die Plattform müsse jetzt weiter mit Leben gefüllt werden. „Dass die Messe stattfand, war auch ein Signal, dass Bildung wichtig bleibt.“

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