Die Workshops – hier mit Florian Hütsch und Franziska Lederer – waren am Freitag ausgebucht.
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Die Workshops – hier mit Florian Hütsch und Franziska Lederer – waren am Freitag ausgebucht.

Insgesamt 4300 Besucher

Am Ende eine gemischte Bilanz: Digitale Bildungsmesse in Fulda geht zu Ende

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Viel Lob für die runden Abläufe und für das Engagement, mit dem in drei Monaten die digitale Bildungsmesse aus dem Boden gestampft wurde, aber Enttäuschung über geringe Besucherzahlen – die Bilanz der Unternehmen ist gemischt.

Fulda - Insgesamt 4300 Besucher haben sich registriert, 1700 waren am Freitag ständig online, am Samstag 700. Am Freitag haben sich 400 bis 600 Benutzer die Präsentationen von Branchen und Unternehmen angesehen, am Samstag waren es um die 300. Die Workshops mit ihrer Höchstteilnehmerzahl 100 – hier konnten die Schüler live Fragen stellen – waren am Freitag alle ausgebucht, am Samstag lag die Teilnehmerzahl um die 70. Diese Zahlen nannte Julian Heins vom Bildungsbüro des Landkreis Fulda im abschließenden Gespräch der Messe.

Fulda: Digitale Bildungsmesse geht zu Ende - Gemischte Bilanz der Unternehmen

„Das war eine gelungene Premiere“, lobte Gabriele Leipold, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft. „Auf die Leistung, diese Messe binnen drei Monaten aus dem Boden gestampft zu haben, können wir stolz sein“, sagte Ulrich Nesemann, Fachdienstleiter Kommunaler Arbeitsmarkt beim Landkreis Fulda und Kopf der großen Organisationsmannschaft aus Kreis und Stadt Fulda, IHK und Kreishandwerkerschaft, Region Fulda, Arbeitsagentur und Staatlichem Schulamt. „Die Organisation der Messe war für uns wie eine Mondlandung: Wir haben fast aus dem Nichts viel Neues entwickelt“, sagte Matthias Feuerstein vom Bildungsbüro des Kreises, Hauptmoderator der Messe. (Lesen Sie hier: Bildungsmesse in Fulda: Schon 2000 Schüler angemeldet - Umstellung auf digitales Format wegen Corona).

Die erste digitale Bildungsmesse ist gestartet.

In den Unternehmen war die Stimmung am Ende weniger euphorisch. Manche Firmen hatten keinen einzigen Besucher – trotz attraktiver Präsentationen. Die Zahl der Kontakte war um ein Vielfaches geringer als bei früheren Bildungsmessen in der Esperantohalle, zu der in der Regel über 10.000 junge Menschen kamen. Die Firmen berichteten, dass die Besucherzahl nach einem guten Freitagmorgen zum Freitagnachmittag und noch einmal zum Samstag stark abnahm.

Video: Metall- und Elektroindustrie: Weniger Ausbildungsverträge

„Ich bin dankbar, dass die Messe stattfand. Berufsausbildung ist entscheidend für die Zukunft unserer Region“, erklärte Michael Konow, Hauptgeschäftsführer der IHK. „Ich danke dem Landkreis dafür, dass er die Führung bei diesem Projekt übernommen hat – sonst hätten wir es wahrscheinlich gemacht.“ Schüler und Unternehmen hätten bei der Messe viel Zeit in ihre Zukunft investiert. Man dürfe aber nicht selbstzufrieden werden, warnte Konow: „Die Messe ist technisch gut gelaufen, wir hatten viele Besucher, aber wir wissen noch nicht, was herausgekommen ist. Die Stände der Unternehmen liefen unterschiedlich gut“, sagte Konow. Die Plattform müsse weiter bespielt werden mit Events, um weiter Nutzer anzuziehen, und der gesamte Ausbildungsmarkt müsse sich auf diese eine Internet-Plattform konzentrieren. (Lesen Sie hier: Fast auf der Zielgeraden: So bereiten sich junge Menschen auf die digitale Bildungsmesse vor).

Michael Konow: Berufsausbildung ist entscheidend für die Zukunft unserer Region

Für die nächste Bildungsmessse am 3. und 4. April 2022 hat die IHK schon die Esperantohalle gebucht. „Die Zeit reiner Vor-Ort-Bildungsmesse ohne digitale Anteile dürfte aber vorbei sein“, blickte Konow voraus. Reaktionen von den Unternehmen aus der Region zur ersten Digitalen Bildungsmesse und weitere Informationen finden Sie in unserer Montagsausgabe am 26. April.

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