Die Aula des Fuldaer Domgymnasiums war Schauplatz für die Zeugnisübergabe der Abiturienten.
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Die Aula des Fuldaer Domgymnasiums war Schauplatz für die Zeugnisübergabe der Abiturienten.

Nicht nur am „Ernst des Lebens“ orientieren

Abiturientenfeier am Domgymnasium Fulda: 82 Schüler verabschiedet

  • Tobias Konrad
    vonTobias Konrad
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Mit ausreichend Abstand und viel Gesangstalent ging die Abiturientenfeier am Fuldaer Domgymnasium am Freitag vonstatten. 82 Schülerinnen und Schüler durften in der Schulaula ihre Zeugnisse entgegennehmen.

Fulda - Nichts ist derzeit normal. So lautete der immer wiederkehrende Tenor der Redner, die dennoch allesamt frohmütig in die Zukunft der Abiturienten blicken. Als „besonderen“ Jahrgang betitelte Schulleiter Matthias Höhl in seiner Begrüßung die Schüler. Dabei dachte er jedoch nicht an die Umstände, sondern an die Besonderheit, dass niemand durch die Prüfungen gefallen sei. Umso bedauerlicher sei es, dass die Familien diesen Moment nicht mitgestalten können, jedoch immerhin per Live-Stream von zu Hause ihre „Edelsteine“, wie sie gerne betitelt würden, erleben können.

Appell an die Schüler des Domgymnasiums: Nicht am „Ernst des Lebens" orientieren

Doch Höhl stellte vor allem die Frage, wie es weiter gehe. Er ging auf die aktuellen globalen Krisen wie die Umweltproblematik, die immer stärker werdende rechte Seite in der Politik, die Verhältnisse in den USA oder die vielen Fake-News ein, die die Menschen der Welt verunsichern würden. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung würde nach den Corona-Geschehnissen etwas verändern wollen, da sich durch die Krise die Sicht der Dinge verändere, und er hoffe, dass dies auf die Schüler zutreffe. „Wir besitzen ein hohe Gut: die Freiheit. Lasst euch nicht hemmen, geht euren eigenen Lebensweg“, betonte Höhl.

Sophie von der Tann, die 2010 ihr Abitur an der Schule abgelegte und nun als Korrespondentin im Hauptstadtstudio des Bayerischen Rundfunks in Berlin arbeitet, hielt eine Festansprache über „Den Ernst des Lebens“. Darin berichtete sie, dass für die Schüler nun die Freiheit beginne, sich jeder neu erfinden dürfe, jeder seine eigenen Bilder malen und sich niemand in eine Rolle drücken lassen solle. Die Welt verändere sich rasant, sie selbst arbeite in einem Beruf, den es vor zehn Jahren so noch nicht gegeben habe. Niemand solle sich an den Worten, dass der „Ernst des Lebens“ nach der Schulzeit beginne, orientieren.

Schulsprecher dankt für die wundervolle Zeit am Fuldaer Domgymnasium

Für den Elternbeirat sowie den Förderverein übernahm Diplom-Volkswirt Richard Hartwig das Wort, der die Abiturienten dazu ermutigte, trotz der schwierigen Lage, der Abiball oder der Abistreich konnten nicht stattfinden, den Spaß nicht zu verlieren. Das Abitur sei ein Privileg für einen hervorragenden Eintritt in die Zukunft. Für Hartwig ist es derweil der letzte Auftritt nach 18 Jahren im Vorstand des Fördervereins.

Für Schulsprecher Samuel Haipeter, der zugleich in seiner Rede als Stufensprecher und Schüler sprach, waren die vergangenen Jahre alles andere als ein „Gang nach Canossa“. Unter großem Beifall bedankte er sich für die wundervolle Zeit bei allen Wegbegleitern und besonders bei seinen Mitschülern für die vielen vertrauensvollen Gespräche.

Musikalisch wurde die Feier mit tollen Einlagen von Vinzent Reinisch, Marina Melikian, Meret Mergner, Sara Kraus, Sarah Tomberg, Lisa Jockwitz, Samuel Haipeter sowie der Abi-band der Abituria 2020 untermalt. Zudem ehrte die Schule zahlreiche Abiturienten für außergewöhnliche Leistungen in den verschiedenen Fachrichtungen.

Ein glattes Einser-Abitur trotz seltener Krankheit hat Lara Anders an der Modellschule Obersberg geschafft.

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