Bistum mahnt zu Respekt

Müll, Pyrotechnik, Wildpinkeln - Polizei will Maßnahmen auf dem Fuldaer Domplatz anpassen

Das schöne Wetter und die gelockerten Corona-Regeln haben am Freitag und am Samstag in den Abend- und Nachtstunden zahlreiche Menschen auf den Fuldaer Domplatz gelockt. Die Polizei hat sich jetzt zu den beiden Abenden geäußert und kündigte an, die Maßnahmen an den kommenden Wochenenden anzupassen.

Update vom 29. Juni, 16.46 Uhr: Das Polizeipräsidium Osthessen hat sich ebenfalls zu den Vorfällen auf dem Domplatz geäußert und machte auch Angaben zu der Anzahl der Personen, die sich am Domplatz aufhielten. In der Nacht zum Samstag hätten sich in der Spitze etwa 300 Personen auf dem Platz aufgehalten. In der Nacht auf Sonntag seien es etwa 250 gewesen.

„Die Kolleginnen und Kollegen führten aufklärende Bürgergespräche, unter anderem in Bezug auf die geltende Corona-Verordnung und sensibilisierten hinsichtlich der aktuellen Bestimmungen. Viele Personen waren sehr vernünftig und einsichtig“, fasste die Pressestelle die Abende zusammen.

Polizei will Maßnahmen auf dem Fuldaer Domplatz anpassen

Neben präventiven Gesprächen musste die Polizei jedoch „mehrfach anlassbezogen tätig werden“. Insgesamt kam es in beiden Nächten zu fünf Fällen, in denen unerlaubterweise Böller gezündet wurden. Man habe entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet. Außerdem stellten die Beamtinnen und Beamten in beiden Nächten zahlreiche Ordnungswidrigkeiten fest und brachten auch diese zur Anzeige.

In diesem Zusammenhang verweist die Polizei auch auf einen Vorfall vom 11. Juni, der sich im Bereich der Pauluspromenade ereignet hat. Dabei sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Männern gekommen. Die Polizei ermittele in diesem Fall wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung.

Laut der Pressestelle steht die Polizei wegen der jüngsten Ereignisse im Austausch mit Ordnungsamt und Stadt und wird die Maßnahmen für die kommenden Wochenenden anpassen. Zur Zahl der am vergangenen Wochenende eingesetzten Polizisten wollte die Pressestelle keine Angaben machen.

Erstmeldung vom 29. Juni: Fulda - Wie die Polizei am Wochenende berichtete, hätten sich am Freitagabend rund 250 Personen - zumeist junge Menschen - in mehreren Gruppen auf dem Domplatz in Fulda versammelt. Um das Partyvolk in geregelten Bahnen zu halten, zeigte die Polizei Präsenz.

Weil seit Ende der vergangenen Woche neue Regelungen in der derzeit abflauenden Corona-Pandemie gelten und es sich nicht um eine kommerzielle Veranstaltung gehandelt habe, hätten die Ordnungshüter „keine Handhabe“ gehabt, hieß es am Sonntag vonseiten der Polizei.

Fulda: Müll und Wildpinkeln - Jugendliche schlagen auf Domplatz über die Stränge

„Wir haben keine rechtliche Grundlage, das zu unterbinden“, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Man habe aber Personen auf dem Domplatz angesprochen, sensibilisiert und appelliert, vorsichtig und vernünftig zu bleiben. Wenn man von Ordnungswidrigkeiten Kenntnis erlange, würden diese verfolgt und geahndet.

Bilder: Party auf dem Domplatz in Fulda - Jugendliche hinterlassen Müll

Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll.
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll. © Fuldamedia
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll.
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll. © Fuldamedia
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll.
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll. © Fuldamedia
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll.
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll. © Fuldamedia
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll.
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll. © Fuldamedia
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll.
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll. © Fuldamedia
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll.
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll. © Fuldamedia
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll.
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll. © Fuldamedia
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll.
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll. © Fuldamedia
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll.
Jugendliche haben am Freitagabend auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll. © Fuldamedia

Insgesamt sei es auf dem Domplatz friedlich geblieben, wenngleich vereinzelt Silvesterfeuerwerk gezündet worden sei. Dass es bei Ansammlungen und abendlichen Feiern zu „einer Geräuschkulisse“ komme, bleibe nicht aus, hieß es.

In der vergangenen Woche hatte die Stadt Fulda bereits von vermehrtem Müllaufkommen auf dem Domplatz berichtet. „Viele lassen die Überreste von Essen und Getränken oder sonstigen Müll einfach auf den Stufen, im Gras oder auf der gepflasterten Fläche liegen – und das, obwohl die Stadt bereits reagiert hat und zusätzliche und größere Abfallgefäße, die sonst auf dem Weihnachtsmarkt im Einsatz sind, bereitgestellt hat“, hieß es dazu von der Pressestelle der Stadt Fulda. Heißt: Das Problem besteht bereits länger.

Am Montag äußerte sich auch das Bistum Fulda zu den Zwischenfällen auf dem Domplatz. „Wir freuen uns, dass die sinkenden Corona-Inzidenzzahlen auch in Fulda Lockerungen und wieder Kontaktmöglichkeiten zulassen. Wir sehen aber auch, dass dies im Bereich des Domplatzes und vor allem vor dem Dom gegenwärtig zu massiven Problemen führt“, teilt Matthias Reger, stellvertretender Pressesprecher des Bistums, mit.

Reger erinnerte daran, dass es sich bei dem Dom und dem Domplatz um besondere Orte des Glaubens handele. Seitens des Bistums wünsche man sich daher den „notwendigen Respekt vor und im Umfeld der Kathedralkirche der Diözese Fulda“. Weiterhin teilte das Bistum mit: „Bei der Stadt Fulda bedanken wir uns an dieser Stelle ausdrücklich für das Engagement und die unverzüglich eingeleiteten Maßnahmen.“

Fulda: Feiern auf dem Domplatz in Fulda - Polizei hat keine rechtliche Handhabe

Dass der Appell der Stadt vor dem Wochenende nur wenig Einfluss auf die Feiernden am Domplatz hatte, zeigt ein Video, welches Reporter am Freitagabend aufgenommen haben. Auf dem Domplatz sind Jugendliche bei Gruppenpartys mit lauter Musik zu sehen, Autoposer drehen ihre Runden im Minutentakt um den Platz. Leere Glasflaschen, Verpackungen von Six-Packs, Bierdosen und To-Go-Essen werden von den Feiernden achtlos auf und neben den Bänken liegen gelassen.

Fuldas neue Partymeile? Am Freitag trafen sich rund 250 Personen auf dem Domplatz in Fulda.

Anwohner berichten zudem von Pyrotechnik. Zahlreichen Feiernde hätten gegen den Dom uriniert. Zwei Anwohner, die das Geschehene beobachteten, äußerten sich unseren Reportern gegenüber wie folgt: „Das ist eine Sauerei. Die Jugendlichen trinken Alkohol, die Musik ist laut. Und wenn sie ihren Heimweg antreten, hört man sie rumgrölen in den Nebenstraßen. Das Ärgerliche ist, dass überall hingepinkelt wird.“ Man hoffe, dass die Stadt Fulda eingreife.

Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte die Stadt Fulda am Montagnachmittag, man sehe die Treffen auf dem Domplatz als solche nicht als problematisch an. „Die Problematik entsteht, weil sich einige wenige nicht an die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens halten und zum Beispiel ihren Müll einfach liegen lassen und die Nachbarschaft um die Nachtruhe bringen“, erklärt Pressesprecher Johannes Heller.

Stadt Fulda wies Tage zuvor auf vermüllten Domplatz hin

Gegenwärtig sondiere man in Abstimmung mit der Polizei Möglichkeiten, die Sicherheit am Domplatz zu erhöhen und die Beeinträchtigung für Umwelt und Nachbarschaft zu minimieren. Betreffend der Müllproblematik sagt Heller: „Die Stadt hat bereits bereits mit dem Aufstellen von mehreren zusätzlichen 240-Liter-Müllbehältern am Domplatz reagiert. Allerdings ist festzustellen, dass die die zusätzlichen Mülleimer zum Teil halb leer bleiben, während sich in der Nähe der Müll türmt.“

Die Stadt appelliert noch einmal an die Vernunft und das Verantwortungsgefühl der Menschen, die in den vergangenen Wochen den Domplatz als Ort zum Feiern entdeckt haben. Und sie verweist auf das bestehende Böller-Verbot. „Das Abrennen von Silvesterraketen oder ähnlichem ist nicht nur zum Jahreswechsel am Domplatz und in Teilen der Altstadt untersagt, sondern natürlich auch im Sommer. Gerade an historischen Gebäuden besteht akute Brandgefahr. Das Zünden von ,China-Krachern‘ oder ähnlichem birgt zudem gravierende Gesundheitsgefahren für alle Umstehenden“, heißt es.

Stadt stellt fest: Feiernde ignorieren zum Teil die Mülleimer

Auf die Frage, ob die Stadt ein Alkoholverbot am Domplatz in Betracht ziehe, hieß es von der Pressestelle, dass man „in alle organisatorischen und rechtlichen Richtungen“ prüfe, um die Situation auf dem Domplatz zu beruhigen. (akh, au, nz)

Rubriklistenbild: © Fuldamedia

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