Fulda: Die Briefwahlunterlagen von Dieter und Ursula Lachmann wurden von Nachbarn vorbeigebracht.
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Die Briefwahlunterlagen von Dieter und Ursula Lachmann wurden von Nachbarn vorbeigebracht.

In Petersberg

Wahlunterlagen landen beim Nachbarn - Ehepaar ärgert sich über falsch eingeworfene Briefe

  • Leon Weiser
    VonLeon Weiser
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Verspätete und falsch eingeworfene Post: Darüber ärgern sich Dieter und Ursula Lachmann aus dem Petersberger Ortsteil Steinau. Unter anderem landeten Briefwahl-Unterlagen für die Bundestagswahl im falschen Briefkasten.

Petersberg - Nicht nur die Familie Lachmann aus dem Kreis Fulda ist von den Verspätungen oder falsch eingeworfenen Briefen betroffen, auch ihre Nachbarn berichten von ähnlichen Problemen, erläutert Ursula Lachmann. „Von Bekannten weiß ich, dass ein Impftermin nicht wahrgenommen werden konnte.“ Eine Ursache für die Probleme könnten nach Ansicht der Petersbergerin die Zusteller sein: „Wir haben nicht nur einen, sondern mehrere Zusteller, die sehr oft wechseln. Wir hatten keine Probleme, als wir nur einen Zusteller hatten.“

Der Pressesprecher der Deutschen Post, Thomas Kutsch, erklärt auf Nachfrage, dass es verschiedene Möglichkeiten geben kann, warum Zusteller wechseln: „Es gibt Krankheits- oder Urlaubsfälle: Dann müssen wir manchmal schnell reagieren und besetzen die Route am Folgetag.“

Fulda: Ehepaar ärgert sich über falsch eingeworfene Briefe

Ein Ärgernis für Lachmann ist, dass die Anwohner die Post in der Nachbarschaft verteilen müssen, wenn diese falsch eingeworfen wurden. Bei dem Ehepaar betraf das unter anderem Briefwahlunterlagen für die Bundestagswahl. Eine Nachbarin hatte diese erhalten und - versehen mit einem kurzen Anschreiben - weitergegeben. Lachmann: „Hätten wir die Unterlagen nicht noch erhalten, hätten wir uns bei der Gemeinde gemeldet, wieso die Unterlagen nicht angekommen sind.“

Von der Gemeinde Petersberg heißt es: „Wenn angeforderte Briefwahlunterlagen nicht eintreffen, muss eine eidesstattliche Versicherung abgeben werden, dass die Unterlagen nicht angekommen sind.“ Der ursprüngliche Wahlschein wäre dann ungültig, was der Briefwahlvorstand anhand einer Liste überprüfen könnte. Damit sei ausgeschlossen, dass Stimmen doppelt gezählt würden.

Aber auch andere Briefe erreichen das Ehepaar nicht oder zu spät. Die Dauer zwischen Abstempeln und Zustellung habe teilweise neun Tage betragen. „Todesnachrichten sind am Tag der Beerdigung eingetroffen“, beschwert sie sich. Die Fahrtzeit zu den Beerdigungen habe manchmal Hunderte Kilometer betragen. „Das war traurig, weil wir so etwas nicht kurzfristig planen können.“ Auch seien Briefe erst nach der Beerdigung zugestellt worden. (Lesen Sie auch: Kommt die Post oder kommt sie nicht? Kunden im Kreis Fulda ärgern sich über Probleme bei der Zustellung)

Video: Wegen verspätetem Brief: Post muss 18.000 Euro Schadenersatz zahlen

„Wir arbeiten mit Menschen, nicht mit Robotern. Da werden Fehler gemacht, das ist so“, rechtfertigt sich Kutsch. Wegen der Briefwahl gebe es aktuell mehr zu tun als sonst. Im Fall des Ehepaars geht der Pressesprecher von einem menschlichen Fehler aus. „Aktuell sind uns aber keine weiteren Beschwerden bekannt“, sagt Kutsch.

Um Problemen vorbeugen zu können, gibt die Petersbergerin mehr Geld für eine Sendungsverfolgung des Briefes aus, um zu sehen, ob er ankommt. „Und wenn es schnell gehen muss, regeln wir eine Menge per Mail. Die kommt definitiv an.“ (Lesen Sie auch: Brief kommt zu spät, Corona-Impfung verpasst: Strafanzeige gegen die Post?)

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