Ein Eichenprozessionsspinner mit langen Brennhaaren.
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Die Brennhaare der Raupe können allergische Reaktionen hervorrufen, deshalb geht die Stadt Fulda den Tieren jetzt an den Kragen.

Maßnahmen starten heute

Stadt Fulda bekämpft Raupen des Eichenprozessionsspinners - Gefahr durch giftige Brennhaare

  • vonAnja Hildmann
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Mit ihren giftigen Haaren sorgen die Raupen der Eichenprozessionsspinner für allergische Reaktionen bei Menschen. Da sich die Tiere seit 2018 im Kreis Fulda stark vermehrt haben, führt die Stadt regelmäßig Maßnahmen zur Bekämpfung durch, die nun wieder starten.

Fulda - Seit 2018 wird im Kreis Fulda der Kampf gegen die gefährlichen Raupen eines unscheinbaren Nachtfalters bestritten. Denn die giftigen Brennhaare der Eichenprozessionsspinner brechen leicht ab und können bei Berührung oder Einatmen neben schmerzhaften Hautausschlägen einen allergischen Schock verursachen. Deshalb geht die Stadt Fulda präventiv gegen die kleinen Schädlinge, die regelmäßig auch im Bergwinkel bekämpft werden müssen, vor.

Doch nicht alle Nester müssen entfernt werden. Der Fokus liege bei der Bekämpfung vor allem auf Orten, an denen eine erhöhte Gefahr für den Menschen bestehe. „Die Maßnahmen werden ausschließlich im Rahmen des Gesundheitsschutzes an ausgewählten, stark frequentierten Eichen-Standorten an Straßen, in öffentlichen Grünanlagen, Spielplätzen, Fried- und Schulhöfen sowie Freiflächen von Kindertagesstätten durchgeführt,“ erklärt Johannes Heller von der Magistratspressestelle der Stadt Fulda.

Stadt Fulda bekämpft gefährliche Raupen des Eichenprozessionsspinners

So ist es in den vergangenen Jahren durch den Befall auch zu einigen Schulschließungen gekommen, wie beispielsweise an der Florenbergschule in Pilgerzell im Jahr 2018.

Unvorbereitet trifft es die Stadt Fulda in diesem Jahr aber nicht: Die Abwehrmaßnahmen im Frühjahr wurden geplant und präventiv durchgeführt. Etwa 2200 Eichen sollen im Stadtgebiet behandelt werden. In diesen Bäumen machen es sich die Raupen am häufigsten bequem, wie der Name der Tierart verdeutlicht. Die Gesamtkosten für die Behandlung lägen bei etwa 60.000 Euro, so Heller. Damit würden unter anderem Experten bezahlt, die sich um die Bekämpfung kümmern.

Kann mit verschiedenen Methoden beseitigt werden: ein Gespinst des Eichenprozessionsspinners an einem dicken Ast.

Die Behandlung der Bäume im Fuldaer Stadtgebiet startet am Mittwochabend, 19. Mai, gab die Stadt Fulda in einer Pressemitteilung bekannt. Im ersten Schritt sollen die Eichenbäume in Gewässernähe behandelt werden. Zur Besprühung der Eichenbäume entlang der Fulda, sowie in der Nähe von anderen Oberflächengewässern, kommen sogenannte Nematoden (biologisches Mittel) zum Einsatz. Da diese Fadenwürmer sehr licht- und austrocknungsempfindlich sind, findet die Ausbringung in den späten Abend- und Nachtstunden (zwischen 21 und 3 Uhr) statt. Die weiteren Schritte sind stark vom Witterungsverlauf der kommenden Tage und Wochen abhängig. Die Bereiche um die besprühten Eichen werden temporär abgesperrt - die Stadt bittet, die entsprechenden Hinweisschilder zu beachten. 

Auf die Population der Tiere hätten die Temperaturen keine Auswirkungen. „Warme Temperaturen führen in der Regel zu einem früheren Blattaustrieb, wodurch auch der Entwicklungsbeginn der Raupen entsprechend begünstigt wird. Kalte Temperaturen hingegen verzögern lediglich den Raupenschlupf“, erklärt Heller.

Das beeinflusse auch die Maßnahmen der Stadt Fulda. Denn die Bekämpfungsmittel müssen zeitnah mit Beginn des Blattaustriebes gespritzt werden, also wenn die Raupen anfangen zu fressen. Ziel sei es nämlich, die Tiere zu bekämpfen, bevor sie die ersten Brennhaare ausbilden.

Stadt geht gefährlichen Raupen an den Kragen - mit biologischen und mechanischen Mitteln

Den gefährlichen Raupen geht es nun also an den Kragen. Verwendet werden dabei sowohl biologische als auch mechanische Mittel. Zur Ausrüstung gehören Arbeitsbühnen und Sprühkanonen. Die Behandlung der Eichen im Stadtgebiet sei unter optimalen Bedingungen voraussichtlich nach etwa zwei Wochen abgeschlossen. „Durch plötzliche Kälteeinbrüche oder durch Regentage, an denen eine Mittelausbringung nicht möglich ist, kann sich die Dauer entsprechend verlängern“, ergänzt Heller.

Kontakt

Entlang öffentlicher Anlagen oder Wege regelt das Amt für Grünflächen und Stadtservice die Beseitigung. Sollten dort an Eichenbäumen Gespinstnester entdeckt werden, so können diese direkt an das Amt für Grünflächen und Stadtservice, Telefonnummer (0661) 102-1772; E-Mail gruenflaechen@fulda.de oder über das Bürgerbüro unter Telefon (0661) 102-1111 gemeldet werden (Montag bis Donnerstag 8 bis 17 Uhr; Freitag 8 bis 15 Uhr). 

Trotz präventiver Maßnahmen der Stadt Fulda gilt für Anwohner und Spaziergänger Vorsicht und Achtsamkeit, wenn es um die Raupen geht. Personen, die mit den Tieren Kontakt hatten, einen Hautausschlag bemerken oder sich unwohl fühlen, sollten sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen, um eventuell eine allergische Reaktion festzustellen und zu behandeln.

Besteht bei Privatflächen der Verdacht, dass ein Befall durch die Raupen vorliegt, sei es ratsam, eine Fachfirma mit der Beseitigung zu beauftragen. Denn: „Oftmals bemerkt man die Eichenprozessionsspinnerraupen erst dann, wenn diese bereits große Gespinst-Nester bilden“, erklärt Heller. Und diese müssten in voller Schutzmontur händisch abgesammelt werden.

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