Ein Technologie- und Innovationscampus entsteht im Industriepark Rhön bei Welkers. (Symbolfoto)
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Ein Technologie- und Innovationscampus entsteht im Industriepark Rhön bei Welkers. (Symbolfoto)

Fertigstellung 2023

Smart Campus in Eichenzell: Innovationszentrum soll neue Ideen rund um das Thema schnelles Internet bringen

  • Volker Nies
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Ein Technologie- und Innovationscampus, der neue Ideen und neue Produkte rund um das Thema schnelles Internet sprießen lassen soll, entsteht im Industriepark Rhön bei Welkers. Spatenstich ist Ende Mai. Anfang 2023 geht der Smart Campus in Betrieb. 

Eichenzell - Für schnelles Internet war Eichenzell schon bisher ein besonderer Ort: Jeder Haushalt im Gemeindegebiet im Kreis Fulda konnte kostenlos einen Glasfaseranschluss bis in den Keller erhalten. „Damit war Eichenzell über Jahre das Referenzmodell für jede deutsche Kommune, die flächendeckend Glasfaser verlegen wollte“, erklärte Paul Gummert, Geschäftsführer des Investors Greenfiber, bei der Vorstellung der Pläne seines Unternehmens. Gummert entwickelt und finanziert den Smart Campus zusammen mit Uwe Krabbe, einem der Väter des Glasfaser-Projekts in Eichenzell.

Smart Campus in Eichenzell: Internet mit Geschwindigkeit von zehn Gigabit im Industriepark Rhön

Die Entscheidung, in Eichenzell zu investieren, sei „eine Frucht der Entscheidung der Gemeinde, flächendeckend Glasfaser zu verlegen“, erklärte Gummert – und auch der verkehrsgünstigen und zentralen Lage Eichenzells in Deutschland. Im vergangenen Jahr war Eichenzell zudem als Teil des bundesweiten Modellprojekts „Smart Cities“ ausgewählt worden. 32 Projekte werden mit einer Gesamtsumme von 820 Millionen Euro gefördert.

Auf dem Campusgelände soll Internet mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von zehn Gigabit pro Sekunde verfügbar sein. „Das ist das Schnellste, was es heute gibt. Wenn die technische Entwicklung so weitergeht, verfügen wir bei der Einweihung Anfang 2023 vielleicht über 100 Gigabit“, sagte Gummert. Das gesamte Industriegebiet Rhön werde mit dem Mobilfunkstandard 5G versorgt.

Auf dem Smart Campus an der Straße Märzrasen sind Gebäude mit 5700 Quadratmeter Nutzfläche geplant. Die Gebäude sollen hochmoderne Büroflächen und Schulungsräume für Unternehmen, Startups, Bildungseinrichtungen und Verbände bieten. „Wir sprechen vor allem Unternehmen mit einem digitalen Fokus an“, sagte Gummert. Neben den Büroflächen sollen Tagungsräume entstehen, die auch von Unternehmen angemietet werden können, die nicht Mieter des Smart Campus sind.

So soll der Innovationspark Smart Campus in Welkers bei seiner Fertigstellung 2023 aussehen.

Manuel Bittorf, Geschäftsführer und Technologieleiter der Smart Campus Verwaltungsgesellschaft, beschrieb den Campus als Innovationsschmiede für smarte Technologien: „Unsere Vision ist es, dass der Smart Campus ein Ort für innovative Unternehmen und deren zukunftsweisende Ideen wird und diese unter einem Dach vereint. Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0 sind nur einige Bausteine, die unter unserem Dach umgesetzt und weiterentwickelt werden sollen.“

Smart Campus in Welkers: 5700 Quadratmeter Nutzfläche geplant - Rechenzentrum in Fußballfeld-Größe

Im Campus wird neben den modernen Büroflächen auch Platz für ein Rechenzentrum von der Größe eines Fußballfeldes entstehen. „In einem besonders gesicherten Bereich werden wir Rechenzentrumskapazitäten für bis zu 600 Serverracks schaffen. Durch die Knappheit von Serverschränken in den großen Ballungszentren sehen wir hier einen hohen Bedarf an Rechenleistung, als Cloud-Variante oder in Form von ColocationSpace“, erklärte Manuel Bittorf.

Smart City

Eichenzell ist eine von bundesweit 32 Kommunen, deren Entwicklung der Bund in den nächsten sieben Jahren mit dem Projekt „Smart Cities“ besonders fördert. Nach Eichenzell fließen 10,6 Millionen Euro.

Zwei Jahre lang werden Konzepte entwickelt, in den darauf folgenden fünf Jahren soll Eichenzell diese Konzepte umsetzen. Projekte können aber auch in der Konzeptionsphase bereits realisiert werden. Eichenzell und die anderen 31 Kommunen sollen zeigen, wie Städte die Digitalisierung für eine nachhaltige und integrierten Stadtentwicklung und am Gemeinwohl ausgerichtet gestalten können.

Eichenzell soll auch zeigen, wie die digitale Transformation zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen beitragen kann. In der Projektlaufzeit von sieben Jahren muss die Gemeinde insgesamt 6,2 Millionen Euro aufbringen.

Eichenzell verhandelt mit dem Land, damit es die Hälfte des Eichenzeller Anteils übernimmt. Prof. Dr. Kristina Sinemus (CDU), Digitalministerin in Hessen, will Ende Mai beim Spatenstich für den Campus nach Eichenzell kommen.

Eichenzells Bürgermeister Johannes Rothmund (CDU) freut sich sehr auf das Großprojekt: „Mit dem Smart Campus zeigen wir, dass Eichenzell ein überregionaler Technologiestandort ist“. Auch das Smart-City-Team um Projektleiter Thorsten Sturm werde in den neuen Räumlichkeiten Platz finden: „Im neuen Campus möchten wir im Rahmen des Smart-City-Projektes allen Bevölkerungsgruppen moderne Technologien nahebringen, etwa durch Lernlabore und Digitalisierungskurse für Schulen, Hochschulen, aber auch für ältere Menschen.“

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