Die ehemalige Wachsfabrik Eika in Fulda ist beim Hessischen Denkmalschutzpreis mit dem zweiten Platz ausgezeichnet worden.
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Die ehemalige Wachsfabrik Eika in Fulda ist beim Hessischen Denkmalschutzpreis mit dem zweiten Platz ausgezeichnet worden.

Lob für Ehepaar Hausner

Hessischer Denkmalschutzpreis: Restauriertes Eika-Gebäude in Fulda sahnt ab

Schöner Erfolg für die ehemalige Wachsfabrik Eika in Fulda: Für den ersten Platz hat es zwar nicht ganz gereicht, doch die Famile Hausner, die das Traditionsgebäude liebevoll restauriert hatte, ist in Wiesbaden bei der Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises mit dem zweiten Preis gewürdigt worden.

Fulda/Wiesbaden - Gerd Hausner und Kerstin Hausner teilen sich den zweiten Platz in der Kategorie Privatpersonen, der mit 6000 Euro dotiert ist, mit einem Ehepaar, das ein Fachwerkhaus in Delkenheim restauriert hatte. Der erste Preis wurde für ein Patrizierhaus in Kiedrich vergeben.

Für die Hausners fand die Jury viele lobende Worte: „Mit einem hohen Maß an Idealismus, Risikobereitschaft und denkmalpflegerischer Sensibilität ist es dem Ehepaar Hausner gelungen, das Eika-Gebäude, ein Industriegebäude, das für die Stadt Fulda aus geschichtlicher und städtebaulicher Sicht von besonderer Bedeutung ist, einer neuen Nutzung zuzuführen“, hieß es während der Verleihung in Wiesbaden.

Lesen Sie hier: Viel Lob für Sanierung des Eika-Gebäudes in Fulda – Denkmalschutzpreis-Jury zeigt sich begeistert.

Hessischer Denkmalschutzpreis: Eika-Gebäude in Fulda landet auf Platz zwei

Die Auszeichnung ehrt Privatpersonen und Organisationen, die eine Leidenschaft teilen: Sie haben mit individuellen Lösungen, handwerklich-technischem Geschick und besonderem Einsatz Denkmäler restauriert oder erforscht.

„Um Baudenkmäler zu erhalten und zu pflegen, braucht es Menschen, die alten Gemäuern mit viel Leidenschaft und Einsatz wieder Leben einhauchen“, sagte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne). Privates Denkmalengagement leiste einen zentralen Beitrag dazu, das heimische Kulturerbe lebendig und authentisch zu erhalten. Denkmalpflege sei außerdem gelebte Nachhaltigkeit: „Mit jedem Stein, jedem Balken, jeder Wand, die erhalten werden, werden vorhandene Ressourcen geschont. Damit bewahren sie nicht nur Vergangenes, sondern schaffen auch Zukunft.“

Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2020

Kategorie Private Preisträger/innen

Erster Platz (8000 Euro): Haus Lamberti in Kiedrich Hessischer, Dieter Wölfel

Zweiter Platz (6000 Euro): Ehemalige Wachswarenfabrik EIKA, Gerd und Kerstin Hausner

Zweiter Platz (6000 Euro): Fachwerkhaus Delkenheim, Andreas und Gudrun Friesenhahn

Kategorie Öffentliche Preisträger/innen (undotiert)

Erster Platz: Gesamtanlage Rhönring-Spessartring Darmstadt, bauverein AG

Zweiter Platz: Kunstgebäude Marburg, Philipps-Universität Marburg

Dritter Platz: Oberbessinger Pforte Lich, Stadt Lich

Dritter Platz: Cantate-Saal Frankfurt am Main, ABG Frankfurt Holding, Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH

Der Hessische Denkmalschutzpreis ist insgesamt mit 20.000 Euro dotiert. Weitere Preisträger kommen aus Wiesbaden, Darmstadt, Marburg, Lich, Frankfurt, Gießen, Weilmünster-Langenbach, und Limeshain. Das Geld stiftet die Lotto Hessen GmbH, die den Preis mit dem Landesamt für Denkmalpflege 1986 ins Leben gerufen hat. Zudem vergibt die Staatskanzlei noch einen Ehrenamtspreis. „Unsere Denkmäler sind ein Stück Heimat und sie gehören zur Identität unseres Landes“, erklärte Staatskanzlei-Chef Axel Wintermeyer (CDU). Die Jury war hatte alle Preisträgern vor Ort besucht, um sich ein Bild der geleisteten Arbeiten zu machen. „In allen Fällen reicht die Sorgfalt und die Liebe zum Detail weit über das von uns geforderte Maß hinaus“, lobt Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege.

Eika beim Denkmalschutz ausgezeichnet: Familie Hausner renoviert ehemalige Wachsfabrik

Gerd und Kerstin Hausner hatten die ehemalige Wachswarenfabrik behutsam zu einem Wohnhaus mit Industriecharme umgebaut. Das markante Gebäude war seit 1824 Sitz des Traditionsunternehmens Eickenscheidt, der später Eika und des Zentrums der deutschen Kerzenfabrikation. Mit der Insolvenz war die Zukunft des Kulturdenkmals unsicher geworden. „Retter“ wurde die Familie Hausner aus Zeitlofs, die das Gebäude übernahm.

In dem Gebäude hat sich nun auch ein Yogastudio angesiedelt.

Jüngere Anbauten wurden entfernt, vor allem musste der Hausschwamm, der sich in Folge jahrzehntelangen Leerstands entwickelt hatte, behoben, das Mauerwerk saniert und das Dach abgedichtet werden. Im Erdgeschoss konnten neun historische Fenster erhalten werden, alle anderen wurden durch detailgetreue Repliken ergänzt. Im Inneren blieb die Raumstruktur samt Gebrauchsspuren unverändert; die Haustechnik wurde komplett erneuert. Seit der Restaurierung von 2016 bis 2019, wird das Gebäude vom Malteser Hilfsdienst genutzt. Auch ein Yoga- und ein Filmstudio haben sich dort angesiedelt. (sam)

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