Karnevalisten kaufen in der Corona-Krise in Fulda für Bedürftige ein.
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Am Samstag haben die Karnevalisten noch einmal eingekauft.

Besuch bei antonius

„Die Foaset kann mehr als nur feiern“ - Positive Bilanz der Aktion „Einkauf statt Einmarsch“

Foaset in Föllsch Foll am Fastnachtswochenende: Kein Straßenkarneval, aber noch einmal „Einkauf statt Einmarsch“ - die gemeinsame Aktion der Rand- und Bundesstaaten sowie der FKG, die vom Medienhaus Parzeller als Partner unterstützt wird. Die Bilanz der Aktiven fällt positiv aus.

Fulda - Das schöne, bunte Bild der Foaset in Föllsch Foll zeigte sich am Samstag bei herrlichem Sonnenschein noch einmal von seiner schönsten Seite. An insgesamt sechs Wochenenden waren schmucke Gardisten, flotte Elferräte und Gardemädels in die „Einsatzzentrale“ am Bahnhof in Fulda gekommen, um sich die Bestellungen, Einkaufs- und Geldtaschen abzuholen. Um gleich darauf in die Supermärkte der Stadt auszuschwärmen, zum Metzger, Bäcker oder gar auf den Markt. Viele Lebensmittel wanderten in die Einkaufskörbe, und es konnten rund 120 Personen beliefert werden.

Zwei, die sich besonders für die gute Sache ins Zeug gelegt haben, sind Ex-Brunnenherr der Florengäßner Brunnenzeche und Fuldas Stadtbaurat, Daniel Schreiner (parteilos) sowie Ex-Gouverneur Jörg Schmitt von den Aschenberger Wolkenkratzern. Gemeinsam haben sie mit dem kompletten Organisationsteam in den Räumen des Unternehmens von Jörg Schmitt alles gemeistert. Vom Hygienekonzept und den Abstandsregelungen bis in zu den normalen organisatorischen Aufgaben wie der Frage, ob genug Einkaufstaschen da sind (Lesen Sie hier: „Einkauf statt Einmarsch“ beim Prinzenmariechen von 1951 Lilo Arnold - Fuldaer Fastnachter helfen in Corona-Zeiten).

„Einkauf statt Einmarsch“: Lob für großes Engagement der Karnevalisten in Fulda

Jörg Schmitt ist überwältigt von dem Engagement der Karnevalisten und den positiven Reaktionen in den Geschäften. Aber auch von den positiven Reaktionen derer, die eine Bestellung aufgegeben haben. Sichtlich stolz berichtet er, dass der Randstaat Ostendia sogar zwei neue Tänzerinnen für die Garde durch diese Aktion gewonnen habe. Besonders hebt er den Zusammenhalt in der Foaset in Föllsch Foll hervor. Es habe wirklich jedem Spaß gemacht habe, betont er zum Abschluss.

Nicht minder war die Begeisterung bei Daniel Schreiner: Er ist der festen Überzeugung, dass die Fuldaer stolz auf sich sein können. Die Fastnachter haben sich auch in der Zeit der Pandemie „sichtbar“ gemacht, und die Aktiven waren froh und dankbar, dass sie Freude bringen konnten. Für ihn sei es ein tolles Gefühl, so Schreiner. Er betont: „Die Fulder Foaset kann mehr als nur feiern, sie kann auch helfen!“

Foaset: Aktive zogen am Samstag noch einmal los

Und auch der kommissarische Vize-Präsident der Fuldaer Karneval-Gesellschaft (FKG), Oliver Weißenberger, lobte das Engagement aller Vereine, die beteiligt waren. Für ihn war es „belebend und erfrischend“, es habe einfach allen Spaß gemacht, so der Vize.

Irmgard und Franz Köhler freuen sich über die Lieferung - und danken den Fastnachtern mit Federn.

Und wie schon in den vergangenen Wochen, zogen die Aktiven am Samstag noch einmal los. Die Einkaufswagen füllten sich mit Mehl, Zucker, Kartoffeln, Schwartenmagen, Tee und Kümmelbrot. Einige der Belieferten hatten sogar jede Woche eine Bestellung aufgegeben - so auch Irmgard und Franz Köhler aus der Fuldaer Löherstraße. Sie sparten ebenfalls nicht mit Lob für die Aktion. Nicht nur, dass sie zur Zielgruppe gehören, als Fastnachter waren die beiden auch besonders froh, aus fast allen Randstaaten Uniformierte getroffen zu haben. Genauso erging es Lotte Happ aus Haimbach. Auch sie hatte jede Woche diesen Service in Anspruch genommen. Augenzwinkernd meinte die 90-jährige, aber sehr flotte Rentnerin: „Ich darf ja nicht raus, und so habe ich als Altkarnevalisten wenigstens ein paar Karnevalisten um mich herum“.

Im Video: Karnevalisten kaufen ein

Eine besondere Ehre wurde FKG-Vize-Präsident Dr. Frank Steinhauer zuteil. Der Prinz und das Prinzenmariechen aus dem Jahr 2020, Harald Ortmann und seine Tochter Luca kauften für ihn ein. Und da Steinhauer ja auch als Protokoller, als Doc von Foll, für die FKG in der Bütt steht, begrüßte er die Mannschaft in Reimform. Auf der Dachterrasse seiner Wohnung konnte er seine Lebensmittel in Empfang nehmen. Ein besonderer Höhepunkt der Aktion war zum Abschluss die Lieferung an die Organisation antonius - Netzwerk Mensch. Hier wurden insgesamt am Samstagnachmittag 15 Bestellungen ausgeliefert. Nach dem großartigen Erfolg dieser Aktion, können wirklich alle Karnevalisten von Fulda stolz auf sich sein. (von Anja Trapp)

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