Hundesteuer
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2,7 Prozent mehr Hundesteuer gab's 2020 für Deutschlands Städte und Gemeinden.

Plus von 3,2 Prozent

Einnahmen aus Hundesteuer steigen im Corona-Jahr 2020 auf Rekordwert

Im Corona-Jahr 2020 sind die Einnahmen der 23 Städte und Gemeinden im Landkreis Fulda aus der Hundesteuer auf einen neuen Rekordwert geklettert. 

Kreis Fulda - Zwischen Corona-Lockdown und geplatzten Urlaubsträumen haben offenbar viele Menschen in der Region im Jahr 2020 ihren langgehegten Wunsch nach einem Vierbeiner in die Tat umgesetzt: Im ersten Pandemiejahr wurden nach Auskunft des Hessischen Statistischen Landesamtes in Wiesbaden Rekordeinnahmen aus der Hundesteuer erzielt.

Die öffentlichen Kassen nahmen im vergangenen Jahr rund 688.000 Euro aus der Hundesteuer ein. Für die 23 Städte und Gemeinden des Landkreises Fulda bedeutete dies nach Angaben der Behörde ein Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bundesweit betrug das Plus 2,7 Prozent. Im Jahr 2019 beliefen sich die Einnahmen aus der Hundesteuer im Kreis auf 667.000 Euro. (Lesen Sie auch: Friedhofsgebühren in Fulda stark erhöht)

Fulda: Einnahmen aus Hundesteuer steigen 2020 auf Rekordwert

Der Trend zum Haustier hat sich allerdings schon vor der Pandemie entwickelt, so weit die Steuereinnahmen ein Indiz dafür sind. Im Jahr 2010 hatte die Hundesteuer den Kommunen an Fulda, Haune, Lüder und Ulster noch 478.000 Euro eingebracht; vor 15 Jahren 432.000 Euro.

Hintergrund

Die Hundesteuer gehört nach Angaben des Bundesfinanzministeriums zu den örtlichen Steuern, die an die Haltung von Hunden anknüpft. Sie wird von Städten und Gemeinden erhoben. Mit der Hundesteuer sollen vor allem ordnungspolitische Ziele verfolgt werden: Sie soll dazu beitragen, die Zahl der Hunde zu begrenzen.

In ost- und mitteldeutschen Quellen tauchte um 1500 erstmals ein „Hundekorn“ auf, das auch als „Bede“ in Form von Roggen, Gerste und Hafer erhoben wurde; es diente der Ablösung der Pflicht der Bauern zur Abstellung von Hunden für Jagdfrondienste. Zu Hundefutter verbacken und später auch „Hundebrot“ genannt, wurde diese Abgabe etwa nach den Hildesheimer Stadtrechnungen von 1658/59 „Zur Erhaltung gemeiner Stadtjagdgerechtigkeiten“ verwendet. Im 19. Jahrhundert waren in deutschen Staaten moderne Hundeabgaben vor allem aus polizeilichen Gründen eingeführt und teils als Luxussteuer oder Nutzungsgebühr ausgestaltet worden.

Die meisten Einnahmen aus der Hundesteuer erzielte im vergangenen Jahr die Stadt Fulda mit 149.000 Euro. Den höchsten Zuwachs gegenüber 2019 erzielte Bad Salzschlirf mit einem Plus von 91 Prozent. Der Kurort hatte jedoch auch die Steuern drastisch erhöht – für den ersten Hund im Haushalt beispielsweise um 60, für den zweiten Hund um 70 und für weitere Hunde um 77 Prozent. Der erste Hund kostete im Jahr 2020 im Durchschnitt aller 23 Landkreiskommunen 54 Euro. Mit 42 Euro verlangte Eiterfeld am wenigsten, mit 96 Euro Bad Salzschlirf am meisten. (dpa, nz)

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