Seit vielen Jahren setzen sich Ernst Sporer (links) und Christa Joa-Sporer in besonderer Weise für die Kommunalpolitik, aber auch für das kulturelle Leben in der Stadt Fulda ein.
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Seit vielen Jahren setzen sich Ernst Sporer (links) und Christa Joa-Sporer in besonderer Weise für die Kommunalpolitik, aber auch für das kulturelle Leben in der Stadt Fulda ein.

Verleihung im Stadtschloss

Pionierarbeit in Stadtpolitik und Kultur: Ehepaar Sporer erhält Ehrenbrief des Landes Hessen

  • Sabrina Mehler
    VonSabrina Mehler
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Mit zwei Ehrenbriefen des Landes Hessen ist am Donnerstag ein Ehepaar ausgezeichnet worden: Christa Joa-Sporer (69) und Ernst Sporer (71). Die Würdigung erhielten sie für ihr Engagement für Demokratie und Stadtpolitik – aber auch ihr Einsatz für das kulturelle Leben wurde am Donnerstag hervorgehoben.

Fulda - Mit dem Landesehrenbrief werden zwei Persönlichkeiten geehrt, „die in einem umfassenden Sinn Fulda geprägt haben und noch weiterhin prägen werden“, sagte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) während der Übergabe der Auszeichnung im Marmorsaal des Stadtschlosses. Christa Joa-Sporer und Ernst Sporer hätten beide die Gesellschaft in vielfältiger Weise – ob kulturell, sozial oder demokratisch – bereichert und „Pionierarbeit in vorbildlicher Weise“ geleistet.

Zwar erhielten beide den Ehrenbrief für ihr Engagement in der Kommunalpolitik. Wingenfeld würdigte aber auch die Leistungen für die Kultur und erinnerte daran, wie beide mit weiteren Weggefährten das Kreuz in Horas gepachtet und zur Studentenkneipe umfunktioniert hatten, die sich schnell zum Szenetreff entwickelte. In der Folgezeit kamen viele weitere Angebote im gastronomischen Bereich hinzu, die sie aufgebaut und betrieben haben.

Fulda: Einsatz für Demokratie und Stadtpolitik - Ehrenbrief für Ehepaar

Der OB verriet auch, dass beide Fulda zunächst als „etwas trist“ empfunden hatten, als sie in den 70er-Jahren für Beruf beziehungsweise das Studium der Sozialpädagogik in die Barockstadt kamen. Er kommt ursprünglich aus Aichach in Bayern, sie aus Neustadt an der Straße. „Wenn man mit bestimmten Strukturen nicht zufrieden ist, dann kann man entweder resignieren – oder die Dinge mutig selbst in die Hand nehmen“, sagte Wingenfeld. Das Ehepaar Sporer habe letzteres getan. Heute strahle Fulda eine „urbane Atmosphäre“ aus, zu der die zwei beigetragen hätten. Dabei sei für Sporers immer der Wunsch, etwas Gutes zu tun, Antriebsfeder für ihr Handeln gewesen. (Lesen Sie hier: Sieben Fuldaer zu Stadtältesten ernannt)

Doch nicht nur im kulturellen Bereich haben die Eheleute viel für die Stadt bewegt, beide gehörten auch zur Gründungsgeneration der Grünen-Partei in Fulda. 1993 traten sie in die Stadtpolitik ein: Ernst Sporer sitzt seitdem in der Stadtverordnetenversammlung und arbeitete in vielen Ausschüssen, unter anderem im Haupt- und Finanzausschuss, mit; Christa-Joa Sporer gehört seit Beginn dem Magistrat an – so lange wie kein anderes ehrenamtliches Mitglied je zuvor. Ernst Sporer sei zwar oft und gerne streitbar, aber dabei immer fair, betonte Wingenfeld. Und auch Christa Joa-Sporer sei eine echte Demokratin, der es um die Sache und um das Wohl in ihrer Heimat Fulda gehe.

Politik verändert sich in Fulda - Christa Joa-Sporer erinnert sich

Glückwünsche überbrachte auch Knut Heiland, Vorsitzender der Kreis-Grünen, der die beiden für den Ehrenbrief vorgeschlagen hatte und ihnen für ihre Arbeit dankte: Es sei toll, wie die zwei gemeinsam Politik gestalteten.

Christa Joa-Sporer erinnerte daran, wie sich die Themen in der Politik über die Jahre veränderten: So sei anfangs etwa die Frauenquote in Fulda „belächelt“ worden, auch die Aidshilfe und das Angebot von Pro Familia seien damals umstritten gewesen. Heute sei all dies nicht mehr wegzudenken. Und auch Ernst Sporer freute sich, dass viele einstmals „grüne Themen“ heute im Mittelpunkt der Gesellschaft angekommen seien.

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