Ursula und Manfred Trabert schließen ihr Geschäft am Jahresende.
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Ursula und Manfred Trabert schließen ihr Geschäft am Jahresende.

Noch bis Silvester geöffnet

Kunden an Online-Handel verloren: Nach 70 Jahren muss Elektro Trabert in Hofbieber schließen

  • Rainer Ickler
    VonRainer Ickler
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Nach 70 Jahren ist Schluss. Ursula Trabert wird am Silvestertag für immer die Türen des Elektrogeschäftes Trabert in der Fuldaer Straße in Hofbieber abschließen. Sie tut dies mit einem etwas wehmütigen Blick zurück.

Hofbieber - Die Firma Trabert hat sieben Jahrzehnte zu Hofbieber (Kreis Fulda) gehört. Die Menschen haben sich hier ihre Fernseher, Waschmaschinen und Kühlschränke gekauft.

In den ersten Jahren, der Wirtschaftswunderzeit in den 1950er Jahren, war Wilhelm Trabert, der mit seiner Ehefrau Bertha das Geschäft gründete, in Hofbieber und den benachbarten Orten unterwegs, und meist in den Häusern beschäftigt, um Leitungen zu verlegen, elektrische Anlagen zu installieren oder aber Reparaturen durchzuführen. Die Firma Elektro-Trabert war Ausbildungsbetrieb und hatte über viele Jahrzehnte parallel drei bis vier Gesellen beschäftigt. Mit zur Firma gehörte Tochter Hiltrut.

Fulda: Nach 70 Jahren schließt Elektro Trabert in Hofbieber

Manfred und Ursula Trabert übernahmen im Jahr 1975 die Firma. Während ihr Mann in Häusern und Firmen beschäftigt war, damit die elektrischen Anlagen und Geräte liefen, erfüllte Ursula ab 1976 im neu gebauten Elektrofachgeschäft die Kundenwünsche. Neben Artikeln des täglichen Bedarfs wie Batterien oder Glühbirnen verkaufte sie Radios, Lampen oder Waschmaschinen.

„Früher hatten wir treue Kunden, die regelmäßig gekommen sind“, blickt sie zurück. Die Geschäfte liefen gut, sodass der Laden im Jahr 1991 vergrößert werden musste. Das Sortiment wurde um Geschenk- sowie Glas- Porzellan- und Keramikartikel sowie Haushaltswaren erweitert. (Lesen Sie hier: Zu wenig Aktive - Ein Ort in der Rhön verliert seine Feuerwehr)

Doch nach einigen Jahren, etwa mit Beginn des neuen Jahrtausends, machte sich die Konkurrenz der großen Elektrofachgeschäfte und einige Jahre später das Internet bemerkbar. Der Umsatz ging zurück, immer mehr Kunden sprangen ab, kauften in den großen Elektrofachgeschäften oder bestellten online. Das sah sie auch in ihrem Laden. Seit zehn Jahren betreiben die Traberts einen Paket-Shop und die Zahl der Rücksendungen nehme zu.

Als ihr Mann Manfred vor zehn Jahren in Ruhestand ging, wurde das Geschäftsfeld der Installationen aufgegeben. Ursula Trabert verkaufte weiter in ihrem Laden elektronische Klein- und Großgeräte sowie Batterien und Geschenkartikel. Die Stammkunden hielten der Firma Trabert bis zuletzt die Treue. Das freut sie.

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„Ich habe gerne hier gearbeitet“, sagt sie. Die 69-Jährige genießt den Kundenkontakt, dabei komme man mit den Menschen ins Gespräch.

Jetzt will sie mit ihrem Ehemann den Ruhestand genießen. Denn weder Sohn noch Tochter wollten das Geschäft übernehmen. Zuvor ist Ursula Trabert noch bis Silvester gefordert. Unter dem Motto „Alles muss raus“ läuft der Räumungsverkauf.

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