Der Beirat der Deutschen Familienstiftung trifft sich in der Familienschule in Fulda.
+
Der Beirat der Deutschen Familienstiftung (von links) bestehend aus Gerhard Klink, Julia Spätling, Heiko Wingenfeld, Ludwig Spätling, Helmut Sorg, Harald Hohmann, Alois Rhiel, Reinald Repp hat sich in den neuen Räumlichkeiten der Familienschule getroffen.

Haus umgebaut

Familienschule zieht um: Neue Räumlichkeiten im Gallasiniring in Fulda

  • Leon Weiser
    VonLeon Weiser
    schließen

Die Familienschule ist vom Gallasiniring 8 in die Nummer 30 in derselben Straße umgezogen. Das Haus, in dem früher die Bildstelle der Volkshochschule (VHS) untergebracht war, wurde für den Umzug komplett umgebaut.

Fulda - Den Grund für den Umzug benennt Professor Dr. Ludwig Spätling, Vorstand der Deutschen Familienstiftung. Es habe sich um eine „unsichere Situation“ gehandelt. Das Gebäude habe der Bundesvermögensanstalt gehört, die es jederzeit an einen Investor hätte verkaufen können. „Es hätte sein können, dass er uns kündigt“, sagt Ludwig Spätling und fügt hinzu: „Darum haben wir nach Möglichkeiten gesucht.“ Inzwischen gehört das Gebäude jedoch der Stadt Fulda.

Im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ sei das Gebäude im Gallasiniring 30 für die Familienschule im ersten Stockwerk, das Mutterzentrum „Mütze“ im Erdgeschoss sowie das Bürgerbüro im zweiten Stockwerk von der Stadt Fulda komplett umgebaut worden. Zu den Kosten der Umbaumaßnahme wollte sich Ludwig Spätling nicht äußern.

Fulda: Familienschule zieht um - neue Räumlichkeiten im Gallasiniring

Der Umzug in dieselbe Straße habe wegen der zentralen Lage unweit des Bahnhofs eine wichtige Rolle gespielt. „Durch unsere Kurse und Fortbildungen von Hebammen entsteht nun wieder eine intensive Nutzbarkeit des Gebäudes“, beschreibt Spätling. Die Fläche habe sich im Vergleich zum alten Gebäude kaum verändert.

Die Familienschule besteht nun aus vier verschiedenen Räumen. Neben dem Hauptraum für die intensive Nutzung gibt es einen Raum für Seminare, Fortbildungen zur Hebammenausbildung und zum Wochenbett-Sofa. Letzteres werde dann in Anspruch genommen, wenn gerade keine Hebamme für eine Familie zur Verfügung stehe. Dies sei momentan ein schwieriges Thema, „da es relativ häufig vorkommt, dass eine Hebamme fehlt“, sagt Julia Spätling, Geschäftsführerin der Deutschen Familienstiftung. „Daher ist das Wochenbett-Sofa eine Art Notstopfen, falls die Eltern keine Hebamme finden.“ (Lesen Sie hier: Fulda ist Vorreiter beim Hebammen-Studium)

Familienschule in Fulda will junge Eltern stärken

Die Besuche in der Familienschule laufen langsam wieder an, sagt Ludwig Spätling. Es seien zu Beginn der Corona-Pandemie oft Online-Kurse abgehalten worden, aber nun funktioniere es mit Kursen, die vor Ort stattfinden, gut. Manche Dinge jedoch könne man nur persönlich besprechen, hebt Ludwig Spätling hervor: „Wir wollen vor allem junge Eltern in der Partnerschaft stärken. Meist wissen sie nicht, was in Zukunft auf sie zukommen wird. Deswegen ist es wichtig, dass wir die Paare vor Ort treffen.“ Spätling habe vor mehr als 20 Jahren seine erste Familienschule im nordrhein-westfälischen Herne gegründet.

Für die Zukunft wünsche er sich, dass das Thema Familienschule auch in der Politik Anklang und Unterstützung finde. „Die Kinder sind unsere Zukunft, deswegen sollten wir uns überlegen, wie wir am besten Einfluss auf eine Entwicklung der Kinder und Familien nehmen können“, sagt er. Er hoffe, dass an anderen Orten ebenfalls solche Schulen gegründet würden.

Größere Projekte seien nach dem Umzug in das neue Gebäude indes nicht geplant. Es werde jedoch einen Ratgeber für junge Paare geben, der erst in einigen Monaten erscheinen werde. Außerdem werde er mit dem Beirat Kurse weiterentwickeln und Hebammen weiterbilden.

Das könnte Sie auch interessieren