Die Aktiven hoffen auf den 11.11., damit die Foaset wie üblich mit elf Böllerschüssen begrüßt werden kann.
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Die Aktiven hoffen auf den 11.11., damit die Foaset wie üblich mit elf Böllerschüssen begrüßt werden kann.

Fünfte Jahreszeit

Fastnacht erneut in der Schwebe - Vereine warten auf Entscheidung des Bundes Deutscher Karneval

  • VonAnja Trapp
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Wohl auf neue Wege muss sich die Fastnacht im Pandemiejahr 2021 begeben. Schon seit Wochen überlegen die Verantwortlichen, wie und ob Foaset gefeiert werden kann. Nun könnte noch im August eine erste richtungsweisende Entscheidung fallen.

Fulda - Fastnacht, Foaset, Karneval – egal wie sie genannt wird, in dieser Region ist die fünfte Jahreszeit nicht nur Kulturgut, sondern auch ein Lebensgefühl. In ein paar Wochen, am Elften im Elften, startet die neue Kampagne – eigentlich. Denn trotz Corona-Impfkampagne werden wieder die Inzidenzzahlen darüber entscheiden, ob und wie eine Session durchgeführt werden kann.

Die Vereine warten derzeit sehnlich auf eine Entscheidung des Bundes Deutscher Karneval (BDK). Bereits Ende August werden sich mehrere Vereine aus dem Landkreis Fulda treffen, die dem BDK angehören und debattieren. Denn schon längst machen sich die Narren der Region Gedanken über Möglichkeiten und Hygienekonzepte: Gibt es wieder ein großes Heimatfest? Oder Foaset nur in abgespeckter Form? Einige Vereine haben mit den Proben für Tänze und Musik noch gar nicht begonnen, andere hingegen haben die Probenarbeit schon wieder aufgenommen.

Fulda: Fastnacht in der Schwebe - Warten auf BDK-Entscheidung

Für die Karnevalisten bedeutet die Fastnacht im Pandemiejahr 2021 ein Umdenken: Volle Säle und große Einmärsche werden vorerst wahrscheinlich nicht möglich sein. Auch für die kommenden närrischen Oberhäupter wird die Kampagne anders verlaufen: Statt dicht gedrängter Termine werden sie sich vielleicht nur auf wenige Auftritte freuen können. Hinzu kommt ein weiteres großes Fragezeichen bei manchen Vereinen: Finden sich nach der Pause, die die Fastnacht in der vergangenen Saison einlegen musste, überhaupt genug närrische Regenten – oder haben die sich längst auf ihr Altenteil zurückgezogen?

Foaset-Urgestein Günther Elm ist optimistisch: Der Fuldaer zeigt sich überzeugt, dass diejenigen, die mit viel Herzblut bei der Foaset mit dabei sind, es auch bleiben. Darauf müsse man aufbauen, der hoffnungsfrohe Blick nach vorne sollte nicht vernebelt werden, meint Elm – auch wenn manche Aktiven dem Karneval den Rücken kehren werden. (Lesen Sie hier: Zwei Ex-Prinzen helfen beim Kisten-Schleppen)

Für Volker Elm, einen Tausendsassa in Sachen Fastnacht, ist klar: „Menschen haben Spaß am Spaß.“ Deshalb hofft er, dass die vielen jungen Menschen, die bei der Foaset als Aktive mit dabei sind, auch weitermachen. Wichtig sei allerdings die Motivation, und dabei seien die Vorstände und die Trainer gefragt. „In den schwierigen Zeiten müssen sie vermitteln, wie schön der Karneval und seine Aktivitäten sind.“

Video: Närrischer Beitrag von Günther Elm

Weiterhin glaubt Volker Elm an die positive Erfahrung, wenn ein Saal nicht mehr ganz so voll ist wie früher. So könnte das Publikum eine Fremdensitzung vielleicht viel intensiver erleben. Mit einem Schmunzeln gibt er noch einen kleinen Tipp für Rosenmontag: „Lieber Impfspritzen statt Kamelle für die Narrenschar.“

Marie Großer, aktiv in der Seniorentanzgarde der Florengäßner Brunnenzeche und Trainerin der Tanzformation „Schnuppbiddel“, trainiert schon seit Beginn dieses Jahres digital mit ihren Gruppen, vor allem die Fitness. Nach der Sommerpause wollen die jungen Damen wieder mit den Präsenzproben beginnen, um ihre Garde- und Showtänze für die kommende Kampagne einzustudieren – egal in welcher Form die Fastnacht auch stattfinden wird. Der Wille der jungen Frauen, endlich wieder für die Foaset durchzustarten, sei ungebrochen, sagt Marie Großer. (Lesen Sie hier: Fuldas Dreigestirn ließ sich Romo-Auftritt nicht nehmen)

Der Präsident der Hünfelder Karnevalsgesellschaft (HKG), Steffen Schaake, ist sicher, dass sich die Fastnacht verändern wird und damit auch die Kreativität der Vereine mit ihren Verantwortlichen und Aktiven gefragt sei. Für ihn ist klar, dass der Karneval in der Region weiterlebt und gefeiert wird – aber eben etwas anders als in den vergangenen Jahren. Schaake betont, dass nach jeder Krise ein Kulturjahrzehnt komme. Das werde auch dieses Mal so sein.

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