Archivfoto: Sebastian A. Reichert

Fulda fiebert Open-Air-Musical „Bonifatius“ auf dem Domplatz entgegen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Der Domplatz als Spielort könnte nicht passender sein. Und die gewaltig große Bühne sowie die Zahl der Mitwirkenden sorgt für Superlative. Fulda fiebert dem Musical „Bonifatius“ entgegen – ein Millionen-Projekt anlässlich des Stadtjubiläums. Donnerstag geht es los.

In Fulda wird eines der Musical-Highlights des Jahres in Deutschland geboten: Auf dem Domplatz wird vom 22. bis 28. August unter freiem Himmel das Stück „Bonifatius“ neu aufgeführt. Die Produktionsfirma Spotlight („Die Päpstin“, „Der Medicus“) zeichnet verantwortlich für das Millionen-Projekt über den als „Apostel der Deutschen“ bekannten Missionar. Produzent Peter Scholz verspricht: „Es wird ein Spektakel, das visuell und vom Unterhaltungswert her seinesgleichen sucht.“

Scholz spricht von der „größten Musical-Produktion des Jahres in Deutschland“ – gemessen an verschiedenen Zahlen. Der Domplatz und die angrenzende Promenade fassen rund 4500 Zuschauer pro Vorstellung. Zum Vergleich: In die Stiftsruine passen bei den renommierten Bad Hersfelder Festspielen gerade einmal ein Drittel soviel Besucher pro Vorstellung. Auch bei der Bühne und Zahl der Mitwirkenden stellen die Fuldaer diesmal ihren prominenteren Nachbarn in den Schatten.

Die Bühne, die vor dem Fuldaer Dom stehen wird, ist 52 Meter breit und 18 Meter hoch. Die Kölner Symphoniker unter Leitung von Inga Hilsberg spielen in großer Besetzung (50 Musiker) und ein 130 Mitglieder starker symphonischer Chor unterstützt die großen Ensemblenummern. Zudem werden rund 30 Schauspieler auf der Bühne stehen. Inszenieren wird Stefan Huber. Bei den Bad Hersfelder Festspielen brachte der Schweizer zuletzt „Titanic“ auf die Bühne.

Die Hauptrolle spielt Reinhard Brussmann. „Er ist aus den Top Ten der deutschen Darsteller“, bewertete Scholz. Brussmann spielte schon mal vor Jahren den Bonifatius in Fulda. Damals allerdings noch im viel kleineren Schlosstheater. Spotlight präsentierte das Stück erstmals im Jahr 2004 und begründete damit seine Erfolgsgeschichte.

2006 und 2010 wurde es in Fulda wiederaufgenommen. Anlässlich des Stadt-Jubiläums 1275 Jahre Fulda wurde das Stück dramaturgisch überarbeitet und musikalisch vom Komponisten Dennis Martin neu arrangiert. Für die Projektionen an der Dom-Fassade wird Sven Sauer sorgen, der mit seinen Arbeiten bereits einen Oscar gewann und an der Erfolgsserie „Game of Thrones“ mitwirkte.

Bonifatius genießt in Osthessen und besonders in Fulda als Bistumspatron große Bedeutung. Er lebte von 673 bis 754 oder 755 und beauftragte die Gründung des Klosters Fulda durch seinen Schüler Sturmius. Das Kloster gilt als Keimzelle für die Entstehung der Stadt. Die Gebeine des heiligen Bonifatius liegen im Dom begraben.

In weiteren Rollen sind zu sehen: Friedrich Rau (als Sturmius), Judith Jandl (als Alrun) und der aus zahlreichen TV-Produktionen bekannte Max Gertsch („Mord mit Aussicht“, ARD) in mehreren Rollen.

Spotlight Musicals präsentiert seine Produktionen in Fulda gewöhnlich im städtischen Schlosstheater, das nicht einmal 1000 Plätze bietet. Für das Stadtjubiläum durften die ambitionierten Musical-Macher, die im nächsten Jahr „Robin Hood“ mit der Musik von Chris de Burgh uraufführen werden, auf den Domplatz und die Kulisse des Gotteshauses nutzen.

„Es wird mit diesem Aufwand eine einmaliges Ereignis“, betonte Scholz. Der Etat liege im einstelligen Millionenbereich. „Hoffentlich haben wir gutes Wetter“, bangt Scholz. Denn im Gegensatz zur Konkurrenz im benachbarten Bad Hersfeld sitzen die Besucher auf dem Domplatz nicht unter einem vor Regen schützenden Zeltdach. Den Zuschauern war’s im Vorverkauf egal. Es gibt nur noch Restkarten. Der Fuldaer Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (CDU) ist überzeugt: „Es wird ein echtes Highlight.“ / dpa

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