Ehrenamtliche laufen durch einen Fluß
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Ehrenamtliche aus dem Angelverein Rothemann und dem Aquarien- und Terrarienverein „Scalare“ helfen bei der Elektrobefischung im Döllbach.

Artenschutzprojekt

Der „Schneider“ ist zurück: Auch 2021 ist die Fischart in heimischen Gewässern nachgewiesen worden

  • Helena Sauer
    VonHelena Sauer
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Durch Verschmutzung und -verbau ist der Bestand der Fischart „Schneider“ in den Gewässern der Rhön stark zurückgegangen. Dank eines Artenschutzprojektes im UNESCO Biosphärenreservat Rhön konnte der Fisch mithilfe des Elektrofischens jetzt an mehreren Stellen wieder nachgewiesen werden. 

Fulda - Während des Artenschutzprojekts wurden in den vergangenen Jahren im Landkreis Fulda immer wieder Exemplare in Döllbach, Nüst, Ulster und Haune ausgesetzt. Der Erfolg werde regelmäßig kontrolliert – so auch in diesem Jahr, heißt es jetzt in einer Mitteilung des Biosphärenreservats Rhön. An vier Abschnitten der Gewässer Döllbach, Haune und Nüst seien im Hünfelder Stadtteil Nüst, in Margretenhaun (Petersberg) sowie in den Eichenzeller Ortsteilen Rothemann und Kerzell Fischbestandsaufnahmen durchgeführt worden.

Mit dabei waren Joachim Walter, Ranger bei der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats, der Biologe und Fischereiexperte Christoph Dümpelmann, die Gewässerpächter, Praktikantin Anne Bauer (Hessische Verwaltung), Commerzbank-Umweltpraktikant Tobias Möller (Verein Natur- und Lebensraum Rhön) sowie zahlreiche Freiwillige, die bei der Elektrobefischung unterstützten. (Lesen Sie hier: Biosphären-Kita ruft Artenschutzprojekt für Wildbienen ins Leben - und wird gefördert)

Fulda: Fischart „Schneider“ ist zurück in heimischen Gewässern

Mit diesem schonenden Fischfang-Verfahren konnten in den vier Gewässerabschnitten insgesamt 22 der seltenen Fische gefunden werden, die Hälfte davon in Kerzell. In der Mitteilung heißt es, dass auch reproduzierende Exemplare dabei gewesen seien. Nach erfolgreichem Zählen und Vermessen seien fast alle Fische wieder ihrem natürlichen Lebensraum überlassen worden – mit Ausnahme der nicht-heimische Arten. Auch diese würden zunehmend zum Problem in den regionalen Gewässern, berichtet das Biosphärenreservat weiter.

Elektrofischen

Genehmigungspflichtiges Elektrofischen unterliegt strengen Vorschriften und ist eine schonende Methode, die vor allem im wissenschaftlichen Fischfang eingesetzt wird, um Bestandserhebungen und Analysen von Artenvorkommen durchzuführen. Elektrofischen funktioniert mit Gleichstrom, der im Wasser eine Spannung erzeugt. Wird der Kescher in das Wasser geführt, schließt sich der Stromkreis, und die Fische werden betäubt. Mit dem Kescher werden sie sorgfältig aufgenommen und nach den notwendigen Untersuchungen wieder zurückgesetzt. Die durch den Strom „angelockten“ Fische erholen sich innerhalb weniger Sekunden. 

Auch für den Schneider sind seit langem zahlreiche Freiwillige im Einsatz. Zu den Unterstützern zählt unter anderem der Fuldaer Aquarien- und Terrarienverein „Scalare“ 1925/55 e.V. Fulda. „Das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamtlichen in diesen wichtigen Projekten läuft gut und hat sich über viele Jahre bewährt“, lobt Sven Haustein von den „Scalaren“.

Der Schneider ist in heimischen Gewässern wieder nachgewiesen worden.

Noch in diesem Jahr soll ein weiterer Besatz erfolgen – Ende Oktober werden 2000 Schneider in Nüst und Haune gelassen. Alle Infos zum Artenschutzprojekt gibt es auf der Website des Biosphärenreservats. (hes)

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